Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Basketballer Robert Zinn: Zwei Titel in 48 Stunden

Der 17-Jährige ist zum Junioren-Nationalspieler gereift

Die Basketball-Bundesliga ist das erklärte Ziel von Robert Zinn. Der 17-Jährige stand früher in der Fan-Kurve bei den Walter Tigers, wechselte inzwischen ins Internat von Lokalrivale Ludwigsburg. Den Sprung ins Junioren-Nationalteam hat der 1,95 Meter große Aufbauspieler schon geschafft.

02.06.2012
  • hansjörg lösel

Tübingen. Zwei nationale Titel in 48 Stunden – Robert Zinn hat die bisher erfolgreichste Woche seiner Karriere hinter sich. Mit dem Ludwigsburger Otto-Hahn-Gymnasium gewann er in Berlin das Bundesfinale beim Schul-Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“, zwei Tage später holte Zinn den DBB-Pokal beim Final Four-Turnier in Hamburg mit der U 18 der BSG Ludwigsburg.

Danach folgte noch ein Lehrgang der U 18-Nationalmannschaft in Paderborn – der Termin-Plan eines Nachwuchs-Basketballers ist vollgepackt, erst nach Pfingsten schaute Zinn mal wieder in Tübingen bei einen Eltern vorbei. „Die Saison war lang und hart, jetzt mache ich aber erst mal ein paar Tage Urlaub mit der Familie“, sagt der 17-Jährige.

Deshalb hat er einen weiteren Konditionslehrgang mit der U 18-Nationalmannschaft diese Woche abgesagt. Der Tübinger ist aber in ständigem Kontakt mit Bundestrainer Kay Blümel, möglicherweise reicht es sogar noch für einen Platz im Aufgebot für die Europameisterschaft in Litauen.

Allerdings hat Zinn diesen Sommer noch andere Pläne: Mit der High School der Stuttgarter Patch Barracks fährt er zu Turnieren in die USA, eine Woche spielt das Team in Las Vegas, eine Woche in Orlando. „Ich freu mich sehr darauf, das wird sicher eine tolle Erfahrung.“

8 Punkte, 5 Rebounds und 3,6 Assists pro Partie – mit diesen Statistiken für die Ludwigsburger Basketball-Akademie schaffte Zinn in dieser Saison den Sprung in die All-Star-Auswahl der Nachwuchs-Bundesliga NBBL. Allerdings blieb ihm auch das Verletzungspech treu: Im letzten Testspiel der Nationalmannschaft vor dem Albert-Schweitzer-Turnier in Mannheim gegen Neuseeland verdrehte sich Zinn das Knie – wieder war der Meniskus gerissen, wie schon im Vorjahr. Nach der Operation im April arbeitete der 17-Jährige eisern in der Reha, schaffte schon nach wenigen Wochen das Comeback. „Jetzt fühle ich mich richtig gut, das Knie ist viel besser“, sagt Zinn.

Der jüngste Spross einer Tübinger Basketballer-Familie – beide Eltern und alle drei Geschwister gingen ebenfalls auf Korbjagd – spielte zunächst allerdings lieber Fußball, Handball und Tennis. „Basketball war nur so zum Spaß“, sagt Robert. Doch weil er immer weiter wuchs („ich bin 1,95 Meter, hoffentlich werden es noch ein paar Zentimeter mehr“), lag die Konzentration auf Basketball irgendwann nahe.

Vor zwei Jahren wechselte Zinn dann vom SV 03 Tübingen ins Basketball-Internat nach Ludwigsburg. Der richtige Schritt, sagt der 17-Jährige: „Ich werde dort optimal gefördert.“ Zwei Mal täglich ist Training, erst individuell, abends mit dem Team. Auch bei den Ludwigsburger Erstliga-Profis hat Zinn gelegentlich schon mittrainiert, dabei bekam es der Youngster mit Routinier Jerry Green zu tun. „Da kann man einiges lernen“, sagt Zinn, dessen Vorbild Tony Parker ist. Als Spielmacher versucht er ähnliche Allrounder-Qualitäten zu entwickeln, seine Übersicht wird immer wieder gelobt.

Nächstes Jahr steht schon das Abitur an, das nächste sportliche Ziel ist dann die NBBL-Saison mit Ludwigsburg. „Da wollen wir den Sprung in die Top Four schaffen, aber jetzt will ich erst mal einen guten Sommer hinlegen.“ Mittelfristiges Ziel ist der Sprung in die Bundesliga – die neue Regelung, die sechs Deutsche in jedem Kader vorschreibt, eröffnet Zinn da gute Perspektiven. Und vielleicht trägt der frühere Dauerkarten-Inhaber („ich war damals als kleiner Junge in der Uhlandhalle beim Aufstieg mit dabei“) ja eines Tages auch wieder ein Tübinger Trikot.

Der 17-Jährige ist zum Junioren-Nationalspieler gereift
Auf dem Sprung in die Bundesliga und in die Junioren-Nationalmannschaft: der Tübinger Basketballer Robert Zinn.Bild: Kutschmar

Der Mähringer Mario Blessing ist diesen Sommer ebenfalls international unterwegs: Am Dienstag bestreitet der Aufbauspieler mit der deutschen U 20-Nationalmannschaft ein Länderspiel gegen Polen in Berlin-Charlottenburg. Das Spiel gegen Polen ist für die Mannschaft von Bundestrainer Frank Menz eine wichtige Standortbestimmung auf dem Weg zur Europameisterschaft (12. bis 22. Juli in Slowenien). Die Polen sind ein echter Prüfstein: Die Mannschaft wurde 2010 Vize-Weltmeister der U 17.
Blessing ist derzeit am College in den USA und spielt für die University of South Carolina Upstate. Das Tübinger Trio in den deutschen Junioren-Auswahlteams komplettiert Mahir Agva, der mit der U 16 in der kommenden Woche zwei Länderspiele gegen Frankreich bestreitet.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

02.06.2012, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball