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Dreiecksbeziehung mit Flair

Der 20. Umbrisch-Provenzalische Markt setzt auf Bewährtes

Oberbürgermeister Boris Palmer hat seinen Cantuccini-Vorrat längst aufgebraucht. Höchste Zeit also für Nachschub aus Perugia. Noch sechs Tage, dann sind die italienischen Kekse wieder auf dem hiesigen Markt – neben Lavendel aus Südfrankreich, schwäbischem Mühlensenf und all den anderen Leckereien der Städtepartner Aix-en-Provence, Perugia und Tübingen.

11.09.2014
  • Christine Laudenbach

Tübingen. Die Stadt wird vom 18. bis 21. September „vier Tage auf dem Kopf“ stehen. Das ist für Rainer Kaltenmark vom städtischen Ordnungsamt keine Frage. Allerdings „im positiven Sinn“, wie er gestern beim Pressegespräch betont. Zum 20. Umbrisch-Provenzalischen Markt (UPM) nimmt Tübingen wieder 85 Marktbeschicker in seinen Gassen auf, darunter 55 Händler, Handwerker und Künstler, Gastronomen und Chocolatiers aus den Partnerstädten Aix-en-Provence und Perugia.

Am Konzept dieser alljährlichen Dreiecksbegegnung soll nicht gerüttelt werden. „Wir halten grundsätzlich an Bewährtem fest“, stellt Kaltenmark klar und spricht dabei beispielsweise die Platzierung der Stände und Zelte an. Im vergangenen Jahr regten sich Kritiker, denen die vorwiegend deutschen Gastronomen auf dem Marktplatz nicht geschmeckt hatten. „Unsere ausländischen Gäste wollen ihre angestammten Plätze“, stellt der Mann vom Ordnungsamt klar – in Tübingens guter Stube tischen also auch diesmal wieder weitgehend heimische Wirte auf. Kommendes Jahr, so deutet OB Palmer an, solle das Rathaus rechtzeitig zur herbstlichen Marktzeit bezogen sein. Dann könne auch im Sitzungssaal getafelt werden – wie in früheren Tagen.

Auf den rund 10 000 Quadratmetern zwischen Neckargasse und Neue Straße, Holzmarkt und Rathaus werden die erwarteten 150 000 Besucher fast alles so vorfinden wie gewohnt. Wer italienische Krawatten sucht, ist in der Rathausgasse richtig, den Weg zum Spanferkel wird wieder die Menschen-Schlange in der Neuen Straße weisen.

Wichtig sei, dass überall „hohe Qualität und außergewöhnliche Produkte“ verkauft werden, wie Hans-Peter Schwarz von „Tübingen erleben“ betont. Man bevorzuge Direktvermarkter und wolle ausdrücklich „keine Supermarktware“. Die Betriebe müssten die Herkunft ihrer Produkte nachweisen. „Schwarze Schafe sollen keine Chance haben.“ Angeheuerte heimische Hilfskräfte, wie etwa Studenten, ebenso. Schwarz, der bereits zum zwölften Mal im Organisations-Team sitzt, will die Händler hinter ihren Ständen sehen. Während der Markttage solle in der Stadt „Französisch und Italienisch gesprochen werden“ und ein Hauch von Süden, von Mittelmeer und Urlaub durch die Gassen wehen. Genuss mit allen Sinnen stünde wieder im Vordergrund. Kaltenmark, der den Markt mit mediterranem Flair als persönliche „Herzensangelegenheit“ sieht, ergänzt: „Die Köstlichkeiten muss man sehen, schmecken und fühlen“ – und ab und zu auch hören: An der „Krummen Brücke“ wird in diesem Jahr eine kleine Bühne aufgebaut, auf der es am Samstag und Sonntag Programm geben wird. „Als kleines Highlight“, so Schwarz, schmettert dort etwa der Tübinger Massimiliano d’ Antonio Opern-Auszüge.

Als weiteres kleines Highlight verbuchen Schwarz und Team den Verkauf von Weingläsern mit neuem Rizzi-Motiv. „Peace of Love“ konnte von den Rechteinhabern des 2011 verstorbenen Künstlers erworben werden. Je nach Wetter „und Trinkfreudigkeit der Gäste“ rechnet Schwarz mit bis zu 10 000 verkauften Gläsern. Der Erlös soll „in vollem Umfang“ der Rheuma-Ambulanz der Kinderklinik zugute kommen.

Bevor sich Gastronomen und Händler, Künstler und Köche um die Besucher kümmern, heißt sie OB Palmer am Mittwochabend in der Alten Aula willkommen. Schließlich solle mit dem Markt auch „die Dreieckspartnerschaft“ der drei Uni-Städte gepflegt werden. Der Gastgeber wird an diesem Abend noch einen Tick aufmerksamer sein als im Vorjahr. Am Ende des Empfangs suchte Palmer die Mitbringsel aus Perugia und Aix – vergeblich. Irgendjemand hatte sie eingepackt. Diesmal, so der OB, „lass’ ich mir meine Geschenke nicht wegnehmen“.

Der 20. Umbrisch-Provenzalische Markt setzt auf Bewährtes

Donnerstag, 18. September: OB Boris Palmer eröffnet um 13 Uhr den Markt. An den Ständen wird bis 22 Uhr verkauft, bewirtet wird bis 1 Uhr.
Freitag: Stände haben von 10 bis 22 Uhr offen, Gastro wieder bis 1 Uhr.
Samstag: Von 10 bis 16 Uhr ist im Pfleghof Kinderfest. Der Markt läuft von 10 bis 22 Uhr, die Wirte schenken bis 1 Uhr aus.
Sonntag: Von 9.30 Uhr bis 14 Uhr läuft der Tübinger Erbe-Lauf, von 13 bis 18 Uhr öffnen die Geschäfte zum verkaufsoffenen Sonntag. Markt und Gastronomen haben von 11 bis 20 Uhr auf.
In die Stadt kommt man am besten mit dem ÖPNV (Gruppentickets). Neben den regulären Parkhäusern gibt es am Güterbahnhof, beim Kaufland (Reutlinger Straße) und am Edeka-Center (Eugen-Straße) Platz für Autos. Vom Festplatz aus fährt am Sonntag von 11 bis 20.30 Uhr alle zehn Minuten kostenlos ein Shuttle-Bus.
Ein Programmheft mit Stadtplan und Infos gibt es beim BVV.

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11.09.2014, 12:00 Uhr

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