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Kusterdinger Bundessieger

Der 23-jährige Sven Wissinger ist Deutschlands bester Elektronikergeselle

Er macht einen sehr munteren, sehr freundlichen Eindruck. Nein, sagt er, ein „Nerd“ sei er nicht – einer, der nächtelang vor dem Computer sitzt. Sven Wissinger, 23, ist bundesweit bester Elektronikergeselle. Und kommt aus Kusterdingen.

13.12.2014
  • Ernst BaUer

Kusterdingen / Oldenburg. Diese Woche gab es auch noch eine Extra-Ehrung der hiesigen Handwerkskammer Reutlingen. Schließlich kommt es nicht alle Tage vor, dass die Kammer – in ihrem gesamten Einzugsgebiet, das fünf Landkreise umfasst – mit fünf ersten Bundessiegern im alljährlichen Leistungswettbewerb aufwarten kann. Neben Wissinger holte sich aus dem Kreis Tübingen noch die Fachverkäuferin Debora Gatti diesen Spitzentitel zum Abschluss ihrer Lehre bei Padeffke.

Sven Wissinger hat bei Fundel und Kurtz in Mähringen seine Ausbildung gemacht und ist dort jetzt auch im Servicebereich beschäftigt. Nach dem Bundessiegerentscheid im November in Oldenburg, erzählt er, sei gleich sein Chef auf ihn zugekommen: „Und, wie sieht‘s aus?“ – „Erster! – Es waren alle begeistert.“ Das sei, sagt der 23-Jährige, natürlich auch eine Auszeichnung für den Betrieb. Und er selber hat sich riesig gefreut? „Auf jeden Fall!“

Es war – zumal in seinem Beruf – sicher nicht gerade leicht, nach den erfolgreich absolvierten Hürden für den Kammer- und Landessieger, auch noch das oberste Treppchen zu erklimmen, oder? „Die Aufgaben waren schon sehr spezifisch“, grinst Wissinger und versucht es, dem Laien zu erklären – „ziemlich netzwerklastig und Telefonie.“ Es galt, eine Fritz-Box einzurichten, einen Router, und darüber eine komplette Telefonanlage anzuschließen.

Es gab auch klare Leistungsvorgaben: „Ich musste mindestens 82 Prozent der Aufgaben richtig haben. Das haben nur zwei geschafft – ich und ein Bayer.“ Schon dies lässt ermessen, wie schwierig die Aufgabe für die jungen Elektroniker in der Endrunde in Oldenburg war. Dieser Beruf hat sich, im Zuge der informationstechnologischen Revolution der vergangenen Jahrzehnte, eh grundlegend gewandelt, wie Wissinger bestätigt: „Es gibt heute sieben verschiedene Elektroniker-Ausbildungsberufe!“

Ihm selber war der Phasenprüfer zwar nicht gerade in die Wiege gelegt – sein Vater ist Molekular-Biologieprofessor in Tübingen, seine Mutter Bekleidungsschneiderin. Doch, so erzählt Wissinger: „Ich hab‘ mich immer dafür interessiert, hab’ schon als Kind mit dem Elektronikbaukasten herumgespielt.“

Geboren ist der junge Mann aus Kusterdingen in Berlin, aufgewachsen in Pliezhausen, dann zog seine Familie, als er vier Jahre alt war, nach Kusterdingen. Erst jüngst gab es noch einen Wohnortwechsel – jetzt lebt Sven Wissinger in Wannweil.

Er will aus seinem 1. Bundessieger kein großes Aufheben machen, sondern weiterleben wie bisher. Und vor allem in seinem Beruf weiterarbeiten, der ihm sehr viel Spaß macht – Elektroniker für Informations- und Telekommunikationstechnik. „Ein sehr sehr langer Name.“ Wissinger arbeitet in seiner Firma momentan als Servicetechniker. „Ich bin viel beim Kunden, mache viel Störungsarbeiten.“ Und das gefällt ihm. „Wenn man keinen Spaß hat, ist man auch nicht gut“, findet der junge Elektronikspezialist.

Er fühlt sich wohl bei seiner Firma, der Fundel und Kurtz GmbH. Ein Dienstleister, der von Brandmeldeanlagen über Videoüberwachung bis zu Computernetzwerken alles Elektronische macht, vor allem für gewerbliche Kunden. Demnächst zieht man nach Reutlingen. „In Mähringen ist es zu klein.“

Der 23-jährige Sven Wissinger ist Deutschlands bester Elektronikergeselle
Sven WissingerBild: Bauer

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13.12.2014, 12:00 Uhr

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