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Der Architekt

Sepp Bierbichler und Sophie Rois brillieren in einem Familiendrama vor der Kulisse eines abgelegenen Alpendorfs.

Sepp Bierbichler und Sophie Rois brillieren in einem Familiendrama vor der Kulisse eines abgelegenen Alpendorfs.

Der Architekt

© null 01:52 min

Deutschland

Regie: Ina Weisse
Mit: Josef Bierbichler, Hilde Van Mieghem, Matthias Schweighöfer, Sandra Hüller, Sophie Rois

- ab 12 Jahren

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23.11.2015
  • Dorothee Hermann

Der Schnee ist nicht das Element, in dem Georg Winter (Josef Bierbichler) sich sonderlich wohl fühlt. Das kalte Weiß erinnert den erfolgreichen Hamburger Architekten an das Gebirgsdorf, in dem er aufgewachsen ist, und das ihn nie ganz losgelassen hat. In wiederkehrenden Alpträumen glaubt er, er komme nicht mehr weg aus der Einöde – weil er kein Geld für die Fahrkarte hat, oder weil die Straße wieder einmal gesperrt ist, wegen Lawinengefahr.

Es hilft Georg nicht, als er die Nachricht vom Tod seiner Mutter zunächst ignoriert. Seine Frau Eva (Hilde Van Mieghem) zwingt die Familie, sich zur Beerdigung ins Hochgebirge aufzumachen. Den erwachsenen Kindern Jan (Matthias Schweighöfer) und Reh (Sandra Hüller) scheinen die unausgesprochenen Verstrickungen der Eltern nur auf den ersten Blick nichts anzuhaben. „Wenn sie mich am Konservatorium nehmen, komm’ ich einmal im Jahr an Weihnachten nach Hause, und ihr müsst alle nett zu mir sein“, gesteht Reh dem Bruder.

Die gestochen scharfe Komposition der Bilder steht in extremem Kontrast zur auseinander brechenden Identität der Figuren. Völlig isoliert voneinander, führt jeder sein eigenes kleines Drama auf. Das ist keine gute Voraussetzung, um unvorbereitet Gespenstern aus der Vergangenheit zu begegnen. Dabei fordern die nicht einmal etwas. Sie sind nur einfach da, wie die unvergleichliche Sophie Rois als Ladenbesitzerin Hannah, und ihr 19-jähriger Sohn Alexander, der seinen Vater (Georg) und dessen Familie allenfalls aus den verbitterten Erzählungen der verstorbenen Großmutter kennt.

Ina Weisse ist ein besonderes Regie-Debüt gelungen, das sich die genaue Beobachtung nie durch Kitsch trüben lässt. Die Filmemacherin hat den Mut, endlich wieder von den Zerreißpunkten in einer Familie zu erzählen, ohne überdeutlich auf die Soap-Taste zu drücken. Sie deutet nur an, wie es zu den Entfremdungen zwischen den Figuren gekommen ist, lässt Bierbichler eindrucksvoll zurückgenommen agieren

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23.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 21.07.2009, 12:00 Uhr

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