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Berlin

Der BER und die unendliche Pannenserie

Die Chaos auf Dauerbaustelle Großflughafen BER nimmt kein Ende: Seit 2012 beschäftigte Brandschutzexperten waren mitunter gar keine Fachleute.

05.11.2015
  • PETER GÄRTNER

In Berlin hat man sich inzwischen daran gewöhnt, beim Großflughafen Berlin Brandenburg (BER) stets mit dem Schlimmsten zu rechnen. Es gibt auch keine Anzeichen, dass die Pannenserie auf der Baustelle bald enden könnte. Zu den jüngst bekannt gewordenen rund 600 Brandschutzwänden, die gar keine sind, gesellen sich jetzt noch Brandschutzexperten, die gar keine ausgewiesenen Fachleute waren. Kontrollen der Flughafengesellschaft hätten ergeben, räumte BER-Aufsichtsrats- und Berlins Regierungschef Michael Müller (SPD) jetzt auf eine parlamentarische Anfrage der Piratenpartei ein, dass den vermeintlichen Experten die Nachweise für die Fachkunde fehlten.

Es sollen seit 2012 nur Einzelfälle sein, doch sie passen ins Gesamtbild. "Am BER ist offenbar nicht einmal das kleine Einmaleins der Bautechnik beachtet worden", wettern die oppositionellen Grünen. "Wer den Brandschutz missachtet, handelt fahrlässig - oder er sabotiert."

Die aktuell Verantwortlichen sprechen gern von "Altlasten aus der Zeit vor 2012", als etwa kurz vor der geplatzten Eröffnung doppelt so schwere Entrauchungsventilatoren wie erlaubt unter das Terminaldach montiert wurden. Aber auch der seit Februar amtierende Flughafenchef Karsten Mühlenfeld macht bei der Aufarbeitung der Probleme keine gute Figur. Als er kürzlich im Fragen-Kreuzfeuer der Berliner Abgeordneten des Hauptausschusses stand, ging es zum Beispiel um die davon galoppierenden Kosten, die inzwischen von 2,8 Milliarden Euro auf 5,4 Milliarden Euro gestiegen sind - und weiter steigen.

Gerade erst hat die Deutsche Bahn wegen der mehrfach verschobenen Eröffnung des Airports "Willy Brandt" bis zu 70 Millionen Euro gefordert - ihr unterirdischer Flughafenbahnhof war rechtzeitig betriebsbereit und muss seit Jahren gewartet und durch regelmäßigen Zugbetrieb belüftet werden.

Der aktuelle Rückstand für die Teilsanierung des Terminals beträgt nach Angaben der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg bis zu vier Monate. Kämen nur zwei bis drei Monate dazu, geriete der angepeilte Eröffnungstermin im zweiten Halbjahr 2017 ins Wanken. So nähert sich der BER einem neuen Rekord: eine Verzögerung der Eröffnung um mehr Jahre als eigentlich als Gesamtbauzeit geplant waren.

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05.11.2015, 12:00 Uhr

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