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Respektloser Freiherr

Der Bauchredner Sascha Grammel ließ im Sudhaus reden

Sich selbst nicht zu ernst nehmen und auch mal die Rolle verlassen: als Stargast der Comedy-Stube begeisterte Comedian Sascha Grammel damit am Sonntag 340 Zuschauer.

02.10.2012
  • Jörg Schäfer

Tübingen. Sein Auftreten ist seiner aristokratischen Herkunft unbestreitbar unwürdig. Schon sein Äußeres, Baggy-Hose, Kapuzen-Pulli, wirre, bunt gefärbte Haare, entspricht nicht ansatzweise der Etikette. Sein Verhalten gegenüber seinem Chef ist mit respektlos zu freundlich beschrieben. Das Publikum jedoch liebt ihn, womöglich genau deswegen. Die Rede ist von Frederic Freiherr von Furchensumpf, einer der drei Figuren von Bauchredner Sascha Grammel.

Der Freiherr ist sich seiner großen Abhängigkeit von seinem Mentor Grammel offenbar nicht einmal bewusst. Dieser leiht ihm die Stimme, führt mit einer Stange seinen Arm und muss sich dennoch, obwohl erst 38 Jahre alt, fragen lassen, ob er schon alt und tattrig sei.

Grammel präsentierte Ausschnitte aus seinem neuen Programm – und ließ sich dabei meist selbst schlecht wegkommen. Der Freiherr von Furchensumpf, eine Mischung aus Adler und Fasan, unterstellte ihm Nervosität. „Schau dich an, wie du dich an der Stange festhältst!“, hielt er Grammel vor.

Auch Alterserscheinungen wie Vergesslichkeit stellte er bei seinem Puppenspieler fest. Und dann dieses Spiel, das Grammel zum Gegenbeweis vorschlägt: „Ich packe meinen Koffer und nehme . . . mit.“ „Was für einen Koffer, wie groß ist er“, fragte sich Frederic von Furchensumpf. Das Argument seines Mentors, das sei gar nicht wichtig, es sei eben ein imaginärer Koffer, vergrößerte seine Sorgen nur zusätzlich. Und dann packt Grammel auch noch ein Auto in den Koffer. „Also, ich kenne das umgekehrt“, sagt die Puppe da nur noch kopfschüttelnd.

Der Witz des Bauchredners aus Berlin entstand häufig daraus, dass er seine Rolle verließ. Im Streit mit seiner Puppe über den richtigen Text holt er einen Spickzettel hervor, gemeinsam lesen sie darauf die Regieanweisung, dass sie nun den Spickzettel lesen. Und in der letzten Szene, in der der Freiherr, nun als Marionette, nach einer verlorenen Wette nackt eine Geschirr-Jonglage vorführen muss, verheddern sich die Schnüre. Die Puppe bietet ganz pragmatisch an, eine Schere zu holen, um damit die Knoten zu lösen.

Der Bauchredner Sascha Grammel ließ im Sudhaus reden
„Schau dich an, wie du dich an der Stange festhältst!“ Sascha Grammel im Gespräch mit seiner Puppe.Bild: Faden

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02.10.2012, 12:00 Uhr

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