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Der Diplomat des Diktators
Assads Mann in Genf: Syriens UN-Botschafter Baschar al-Dschaafari. Foto: afp
Zur Person: Baschar al-Dschaafari

Der Diplomat des Diktators

Baschar al-Dschaafari vertritt Syrien bei den Genfer Gesprächen. Er verteidigt mit allen Winkelzügen Machthaber Baschar al-Assad.

27.04.2016
  • JAN DIRK HERBERMANN

Die dunklen Augen mustern die Zuhörer, das graue Gesicht ist angespannt. Der Mund, umgeben von einem Oberlippen-Kinnbart, öffnet sich beim Sprechen nur spärlich. Baschar al-Dschaafari steht kerzengerade vor dem Podium, seine hagere Gestalt überragt die umstehenden Männer um Haupteslänge. Dschaafari (60) zischt viele Sätze heraus: "Wir schämen uns nicht für das, was wir tun." Dann belehrt der Chef der Assad-Delegation bei der Genfer Syrien-Konferenz seine Zuhörer: "Wir sind kein Regime." Und er besteht darauf: "In Syrien gibt es keinen Bürgerkrieg."

Seit Ende Januar schleppen sich die indirekten UN-Gespräche zwischen Assad-Gesandten und Oppositionellen ergebnislos dahin. Die erhoffte politische Lösung des Bürgerkriegs scheint kurz vor dem geplanten Ende der dritten Runde kaum vorstellbar. Dschaafari ist einer der Hauptarchitekten des Genfer Stillstandes: Der Top-Diplomat sollte von Anfang an dafür sorgen, dass Baschar al-Assad als Präsident Syriens weiter im Amt bleibt. Bislang kann Assad mit seinem Gefolgsmann zufrieden sein. Dschaafari wischt alle Oppositions-Forderungen nach einer Absetzung oder einem Rückzug des Diktators sofort beiseite.

Dschaafari kennt das Getriebe der Vereinten Nationen bestens, er beherrscht Theorie und Praxis der diplomatischen Winkelzüge. Er schloss an der Universität Damaskus in französischer Literatur ab und schmückt sich mit einem Politik-Doktortitel der Sorbonne. 1980 trat er in Assads diplomatischen Dienst ein. Er war auf Posten in Paris, Djakarta und Genf, leitete im Außenministerium die Abteilung für internationale Organisationen. Im Jahr 2006 rückte er zum UN-Botschafter in New York auf - dieses Amt bekleidet er noch immer.

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27.04.2016, 06:00 Uhr

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