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Der Dirigent und Weltbürger Zubin Mehta feiert am Freitag seinen 80. Geburtstag
Charismatiker und Charmeur mit Taktstock: Zubin Mehta. Foto: epd
"Musik ist für mich Liebe"

Der Dirigent und Weltbürger Zubin Mehta feiert am Freitag seinen 80. Geburtstag

Er gilt als Charmeur und einer der bedeutendsten Dirigenten unserer Zeit: Maestro Zubin Mehta wird 80 und blickt auf eine Weltkarriere zurück.

27.04.2016
  • DPA

München/Tel Aviv. Zubin Mehta ist in vielen Ländern der Welt zu Hause: in den USA, wo er meistens wohnt, in Indien, wo er geboren wurde, in Israel, wo er eine "Liebesbeziehung" mit dem Israel Philharmonic Orchestra eingegangen ist - und in Deutschland, wo er jahrelang Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper in München war. Mehta ist Kosmopolit und jettet noch immer um die Welt. Immer im Dienste der Musik.

"Musik ist für mich Liebe", sagte er vor kurzem in Tel Aviv, wo er drei Konzerte des Israelischen Philharmonieorchesters dirigierte. Anlass des Konzertes: sein 80. Geburtstag am 29. April. "Das ist es auch, was mich am Laufen hält. Ich bin aufgewachsen mit der Sprache, die Musik heißt. Es ist mein ganzes Leben."

Ursprünglich hätte er beinahe einen anderen Weg eingeschlagen: Seine Familie wollte ihn zu einer Mediziner-Karriere drängen. "Meine Familie war gegen die Künstlerlaufbahn. Ich sagte zu meinem Vater: Schau, wenn ihr wollt, studiere ich Medizin, aber es wird mir nicht gefallen. Ich muss Musiker werden."

Für Orchester auf der ganzen Welt ist es ein Glück, dass er sich durchgesetzt hat. Kaum jemand ist bei so vielen Orchestern Ehrendirigent wie er. Ein Grund: Er verlangt seinen Musikern zwar stets alles ab, vor allem Präzision, aber er bleibt freundschaftlich dabei. Die kanadische Cellistin Amanda Forsyth sagt: "Er liest deine Gedanken, bevor Du deine Phrase spielst." Ein Blick von ihm reiche, um sich inspiriert zu fühlen. "Er ist so poetisch mit seinen Armen, dass Du Dich wohlfühlst", schwärmt sie. Weil Forsyth nicht als einzige so begeistert von ihm ist, feiert er seinen Geburtstag mit Orchestern in Tel Aviv, Mumbai, Florenz, München und Wien.

Nach Wien wird auch seine ganze Familie kommen, die Stadt ist so etwas wie die Wiege seines musikalischen Erfolges, denn dort begann seine steile Karriere mit einer harten Ausbildung. Dort studierte er unter Anleitung seines strengen Lehrers Hans Swarowsky. Die Jahre in Österreich prägten ihn und brachten ihm neben Mahler und Bruckner auch Schönberg näher. Mehta wurde in Montréal und Los Angeles engagiert, bald schon dirigierte er - gerade einmal Mitte 20 - Orchester von Weltrang wie die Berliner und die Wiener Philharmoniker. Er stand bei den Salzburger Festspielen, an der New Yorker Met und an der Mailänder Scala am Pult.

Mehta war von 1978 bis 1991 Chefdirigent des New York Philharmonic Orchestra und von 1998 bis 2006 Generalmusikdirektor an der Bayerischen Staatsoper München. Allein mit dem Israel Philharmonic Orchestra hat er mehr als 3000 Konzerte gegeben. Den Musikern stand er sowohl im Sechstagekrieg 1967 als auch im Golfkrieg 1991 zur Seite. Nachdem er im Herbst 1981 wegen zwei Wagner-Aufführungen in Tel Aviv heftig angegriffen worden war, ernannte ihn das Orchester zum Musikdirektor auf Lebenszeit. "Es ist meine Familie, es ist mein Zuhause", sagte Mehta. Auch wenn er sich immer politisch engagiert und geäußert hat - die Verantwortung für Krisen wie den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern liegt seiner Ansicht nach heute in der Hand der jungen Leute. Wenn beide Seiten Frieden wollten, könne es morgen Frieden geben. "Die Politik steht im Weg."

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27.04.2016, 06:00 Uhr

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