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Der Ort einst und heute

Der Ergazenger Heimatkreis erforscht seit 1989 die Geschichte und bereichert die Gegenwart

Am kommenden Wochenende feiert der Ergazenger Heimatkreis sein 25-jähriges Bestehen, mit Kabarett am Samstagabend und einer Ausstellung am Sonntagnachmittag. Der Verein versteht sich als lokaler Geschichtsverein, ist aber auch ein wichtiger Kulturveranstalter im Gäu. Zum Jubiläum erscheint ein neues Buch zur Ergenzinger Geschichte im 20. Jahrhundert.

04.11.2014
  • Karl Ruoff

Ergenzingen. Für die Gründungsversammlung des Ergazenger Heimatkreises hatten sich die Gründer einen besonderen Tag ausgesucht. 1989 feierte das Dorf sein 200-jähriges Marktjubiläum. Der Kirchweihmarkt war am 16. Oktober, und an jenem Abend trafen sich acht heimatgeschichtlich Interessierte im „Waldhorn“ zusammen, um den Verein zu gründen.

Schon sieben Jahre zuvor, beim Ergenzinger 1200-Jahr-Fest, hatte sich eine kleine Gruppe gebildet, die sich regelmäßig traf. um heimatgeschichtliche Themen zubehandeln. Zum Feuerwehrjubiläum im Jahr 1988 verfasste Helmut Schäfer ein Buch. Daraufhin fand der damalige Ortsvorsteher Meinrad Grammer, es sei nun an der Zeit, einen Ortsgeschichtsverein zu gründen.

Als dessen Aufgaben sahen die Gründungsmitglieder die Erforschung der Ergenzinger Ortsgeschichte, das Sammeln und Archivieren von Dokumenten, Urkunden, Fotos und ortsgeschichtlichen Gegenständen, sowie die Förderung der Heimatpflege und Heimatkunde.

Helmut Schäfer ist heute noch Vorsitzender

Zum Vorsitzenden wurde Helmut Schäfer gewählt, der bis heute den Verein leitet und damit auch als einziges Mitglied des Gründungsvorstands noch im Amt ist. Unter Schäfers rührigen Leitung entwickelte der Verein in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten viele Aktivitäten und wurde zu einem belebenden Element der Ergenzinger Vereinsgemeinschaft.

Seine ersten drei Ausstellungen organisierte der Heimatkreis im Jahr 1992: eine Krippenausstellung, eine Schau zu „ alemannischen Gräberfeldern in Ergenzingen“ und eine zur Flachszubereitung früherer Zeiten. Weitere Ausstellungen folgten: „die Kommichherstellung für Pferde“, „50 Jahre Einmarsch“ (der französischen Armee 1945), „50 Jahre Waldkapelle“, Gäutrachten, nochmal Weihnachtskrippen, Nelkenkönig Klemens Breuling (ein gebürtiger Ergenzinger), Fotos „Einst und heute“, 125 Jahre Gäubahn, die Entwicklung der Wasserversorgung in Ergenzingen und schließlich 100 Jahre Stromversorgung in Ergenzingen.

Ausstellungen, Bücher und Kalender

Parallel dazu gab der Heimatkreis eine Reihe von Büchern und Kalendern heraus: „Aus alten Tagen“ mit Texten und Bildern aus dem früheren Ergenzingen, ein Fotokalender für 1995, „Auf Markung Ergenzingen“ (über Feldkreuze und Grenzsteine), „Ergenzingen anno dazumal“, „Lebensadern“ und „Ergenzinger Bildertour“. Zum aktuellen Jubiläum folgt der Band „Ergenzingen zur Erinnerung gegen das Vergessen“ (siehe Kasten).

Mit dem Aussichtsturm wurde es nichts

Sichtbare Zeichen der Arbeit des Heimatkreises sind mehrere restaurierte Feldkreuze sowie eine Torbogenwand beim Marktplatz. Im Güterschuppen beim Bahnhof ist eine reichhaltige Sammlung alter Gegenstände untergebracht. In die Sanierung des Schuppens hat der Verein viel Eigenarbeit und Geld investiert. Nicht verwirklicht werden konnte jedoch ein Aussichtsturm in der Öhmhalde (Richtung Eutingen), weil es dazu keine Genehmigung gab.

Jedes Jahr organisiert der Heimatkreis einen regionalgeschichtlichen Ausflug, unter anderem nach Stetten (Salzbergwerk), Steinheim (Urmenschen-Museum), Aalen (Limesmuseum), Sipplingen (Bodenseewasserversorgung) und in desem Jahr nach Wertheim. Einmal ging es auch nach Sonntag im Großen Walsertal. Von dort stammt die Ergenzinger Familie Nisch.

Und schließlich organisierte der Heimatkreis viele unterhaltsame Kultur-Veranstaltungen, unter anderem mit dem Theater Lindenhof, den „Drei vom Dohlagässle“ und dem mittlerweile verstorbenen Bieringer Rolf Schorp („Schäfer vom Neckartal“).

Neue Mitglieder sind erwünscht

Nachdem die Mitgliederzahl im Laufe der Jahre auf über einhundert gestiegen war, ist sie zuletzt wieder auf 75 gesunken. Der Vorsitzende Helmut Schäfer hofft, dass der Ergazenger Heimatkreis in Zukunft wieder mehr Mitglieder im mittleren Alter gewinnen kann.

Der Ergazenger Heimatkreis erforscht seit 1989 die Geschichte und bereichert die Gegenwart
Sie gründeten am 16. Oktober 1989 im „Waldhorn“ den Heimatkreis: (von links) der damalige Ortsvorsteher Meinrad Grammer, Rosina Baur, Karl Grammer, der TAGBLATT-Autor Karl Ruoff, der Heimatkreis-Vorsitzende Helmut Schäfer, Anton von Geldern, Otto Göhring und Franz Katz.Archivbild: Grammer

  • Am Samstag, 8. November, um 20 Uhr gastiert der Kabarettist Bernd Kohlhepp mit seinem Programm Der King kehrt zurück: Elvis reloaded im Adolph-Kolping-Saal. Karten gibt es im Ergenzinger Rathaus und bei Helmut Schäfer, Telefon 07457/ 4106.
  • >Am Sonntag um 14 Uhr öffnet die Jubiläums-Ausstellung im Kolping-Saal. Es gibt Kaffee und Kuchen. Dort kann man auch das neue Buch „Ergenzingen zur Erinnerung gegen das Vergessen: Der Erste und Zweite Weltkrieg, die Opfer, die neue Heimat“ kaufen. Es kostet 15 Euro.

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04.11.2014, 12:00 Uhr

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