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Bildung beim Bauern

Der Erlebnis-Brunch auf dem Hof kam an

Es gab Braten von glücklichen Spanferkeln, Holunderschorle aus dem Schönbuch oder Honig vom Hagellocher Imker: Lecker und vielseitig war das Angebot am Sonntag beim Brunch auf dem Kreuzberger Hof.

06.08.2012

Nicht nur bei den Reutters in Hagelloch ließen sich über 200 Erwachsene mit etlichen Kindern die Erzeugnisse regionaler Landwirtschaft schmecken, beobachteten Muttersauen mit ihren Ferkeln oder genossen die Welt vom Pony aus. Auch in Waldhausen und in Entringen hatten Bauern zum Schmausen und Schauen geladen. Landesweit fand der „Brunch auf dem Bauernhof“ auf 80 Höfen statt – alle im Bereich eines der sieben Naturparks im Land.

In ganz Beden-Württemberg rechne man mit 10 000 Besuchern, sagte Martin Strittmatter, als Leiter der Forstdirektion beim Regierungspräsidium Tübingen auch der Vorsitzende des Naturparks Schönbuch.

Dabei hatte vor einer Woche noch Baden-Württembergs Minister für Finanzen und Wirtschaft, obendrein auch noch stellvertretender Ministerpräsident die steile Behauptung aufgestellt, die Menschen im Land in ihren „semi-urbanen Verflechtungsräumen“ seien an der Landwirtschaft nicht so sehr interessiert. „Bildung und Betreuung“, so der Reutlinger SPD-Abgeordnete Nils Schmid, in der „Stuttgarter Zeitung“ seien „wichtiger als die Frage, ob es einen Bauern mehr oder weniger gibt“.

Schmids Äußerungen waren beim Spätfrühstück auf dem Kreuzberger Hof allenfalls am Rande Tischgespräch. Darauf angesprochen, äußerte allerdings nicht nur Martin Strittmatter dazu eine klare Haltung: „Ziemlich unmöglich“, findet der Naturparkchef die ministerliche Bauernschelte. Schließlich lebe „die Landschaft von der Landwirtschaft“ und gerade Aktionen wie der Bauernhof-Brunch dienten auch der Aufklärung. Zum Beispiel darüber, dass „Lebensmittel nicht aus dem Supermarkt“ kommen.

In der Tat nahmen die Besucher neben dem Essens- auch das bäuerliche Bildungsangebot gut an. Da gab es einen Tisch mit Dinkel in allen Formen: an der Ähre, als entspelztes Korn, als groben Grieß, Kleie, Mehl oder Backmischung. Oder die Gäste machten einen Verdauungsspaziergang auf einem landwirtschaftlichen Lehrpfad, wie das Ehepaar Bönisch aus Dresden, die von der Oberndorfer Schwiegertochter zum Brunchen eingeladen worden waren. „Die Idee ist super“, fand Ingrid Bönisch. „Das bringt Kinder an die Natur.“ So sieht das auch Bettina Baric aus Eutingen, die mit ihrem knapp dreijähriger Sohn vor dem Kuhstall stand. „Wenn der Jakob Kühe oder Pferde sieht, ist er ganz glücklich“, beschrieb sie die Wonnen der Kleinsten.

Vielleicht sollte Nils Schmid demnächst Bildungsurlaub auf dem Bauernhof machen. „So was sagt man doch nur, wenn man keinen Bezug hat“, glaubt zumindest Christian Reutter, der Bauer vom Kreuzberger Hof. Uschi Hahn

Der Erlebnis-Brunch auf dem Hof kam an

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06.08.2012, 12:00 Uhr

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