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Der Festtag braucht mehr frische Noten
Der All Star Day lebt von bunten Ideen: Ludwigsburgs Kelvin Martin ließ sich beim Dunking-Contest als König einkleiden. Foto: Eibner
Basketball

Der Festtag braucht mehr frische Noten

Der All Star Day der Bundesligisten funktioniert nicht so, wie es sich die Macher vorstellen. BBL-Boss Stefan Holz muss den Spagat aus Anspruch und Vergnügen meistern.

17.01.2017
  • HELEN WEIBLE

Das Phänomen All Star Day gibt es in einigen Sportarten wie Basketball, Eishockey oder Football. Vor allem in den Vereinigten Staaten wird das Spektakel der Besten enorm gehypt, vor pompöser Kulisse mit Livemusik und allerlei Prominenz trifft sich Mitte Februar etwa die Crème de la Crème der NBA zum 66. All Star Game in New Orleans.

Da kann der vergangene in Bonn ausgetragene 29. All Star Day der Basketball-Bundesliga (BBL) allein unter kulturellen Gesichtspunkten nicht mithalten. Dennoch will sich die BBL ein klein wenig abgucken, wie es der große Bruder in der NBA und andere machen. Denn 6000 Zuschauer, ein einziger Promi (Fußball-Torwart Tim Horn vom 1. FC Köln) und nach einer Absagenflut fehlende Stars wie Ratiopharm-Ulm-Kapitän Per Günther oder Bambergs Daniel Theis – der Rahmen ist verbesserungswürdig.

Ein Umdenken ist nötig

Es wurde auch schon im vergangenen Jahr darüber gesprochen, den All Star Day ganz abzuschaffen. Vor allem aus terminlichen Gründen. Nicht zuletzt blieben dem bunten Treiben der Maskottchen in Bonn die übrigen Bundesliga-Trainer und auch der in den USA weilende Bundestrainer Chris Fleming ganz fern. Denen war das Wochenende im Januar zu kostbar. Stefan Holz, seit 2015 Geschäftsführer der BBL, warnt mit Nachdruck: „Ihn abzuschaffen, wäre die falsche Konsequenz. Wir müssen ihn besser machen.“ Ideen hat Holz auch schon einige für den „Luxus im Ligenbetrieb in einem pickepacke vollen Kalender“. Damit meint der Manager den ohnehin eng gesteckten Zeitplan aus Punktspielen, Pokalduellen und den viele Topklubs betreffenden vier Europacup-Wettbewerben. Holz betont aber, dass es in der BBL im Grunde ja nur zwei Highlights im ganzen Jahr gibt: Das Pokal-Wochenende und der All Star Day. „Es soll ein Familientreffen und ein Best-of sein.“ Darum müsse man den Tag ausgewogener aufstellen, auch „fairer“. Denn Grundproblem bleibt, dass sich die Topspieler meist auf einzelne, wenige Teams konzentrieren. Ein Klub muss dann aufgrund des All-Star-Votings gleich mehrere Spieler abbestellen. Holz hat also Verständnis dafür, dass Bamberg dieses Jahr nach anstrengender Euroleague-Reise nach Kasan nicht alle sechs Akteure nach Bonn schicken konnte. „Vielleicht müssen wir das irgendwie deckeln, indem wir sagen maximal drei oder vier Spieler pro Team, oder wir müssen in Zukunft jedes Team beteiligen.“ Der 49-Jährige könnte sich auch ein Modell vorstellen, bei dem je ein deutscher und ein ausländischer Spieler pro Verein berufen werden. Klar, dass es die gewohnte All-Star-Wahl der Fans nicht mehr geben kann. „Momentan ist es unrund.“

Anreiz durch Legenden

Es gibt in der BBL auch Dauerbrenner, die ihre zugeteilte Rolle mit Ernst ausfüllen wie etwa der Ulmer Trainer Thorsten Leibenath. Er war zum vierten Mal dabei. „Ich habe jedes Mal wieder den Eindruck, dass es allen richtig Freude macht“, sagt er. Ihm habe insbesondere der erstmals durchgeführte Dreiercontest mit den Legenden Sebastian Machowski, Stephan Baeck, Jan Jagla und Pascal Roller gefallen. Auch Holz fand die Idee gut, die Ehemaligen einzubinden, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft unter einen Hut zu bringen. „Die jungen Spieler von heute wissen gar nichts über ihren Sport“, bedauert Holz. Auch für das biete so ein All Star Day Gelegenheit. Thema ist natürlich auch die Verletzungsgefahr bei einem Showspiel, bei dem es nicht um Ligapunkte geht. Weil sich Per Günther nicht zu hundert Prozent fit fühlte, fehlte er ganz. „Per Günther ist ein herausragendes Beispiel für Identifikation. Er ist mehrfach beliebtester Spieler der Liga und fester Bestandteil des All Star Days. Schade, dass er nicht zum Autogramme geben gekommen ist“, bedauert Holz. Vielleicht muss sich der Manager über ein entsprechendes Lockmittel Gedanken machen.

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17.01.2017, 06:00 Uhr

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