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Von Ballett bis Showtanz

Der Gala-Abend der Horber Ballettschule Ginger begeistert mit Vielfalt

Zum 20-jährigen Bestehen ihrer Ballettschule in Horb machte Ginger Streibig sich und den Zuschauern ein besonderes Geschenk: eine dreistündige Tanzgala mit feinem Spitzentanz, freizügigen Musicalausschnitten und entzückendem Kinderballett. Das Publikum in der voll besetzten Bildechinger Turnhalle war begeistert.

16.11.2015
  • Dunja Bernhard

Bildechingen. Von einem Höhepunkt des Abends mag man gar nicht sprechen. Eine beeindruckende Tanzvorführung folgte auf die nächste. Und doch wird den Zuschauern eines besonders im Gedächtnis bleiben: Das einzige Kleid, das nicht für diesen Abend genäht wurde. Sein Petticoat glich einem Meer pinkfarbener Rosenblüten. Sie wogten und umspielten die Beine von Nadja Gutekunst in ihrem Tanz zu Chris de Burghs Liebeslied „Lady in Red“. Doch nicht nur die Machart des Kleids war etwas Besonderes, sondern auch seine Herkunft: Schon Ginger Streibig hatte einst in ihm auf der Bühne gestanden.

Die Erfahrungen aus ihren Bühnenjahren und aus 20 Jahre Ballett- und Tanzschule bringt die Leiterin der Horber Ballettschule in ihre Choreografien ein. Dabei bleibt sie nicht beim Traditionellen stehen, sondern verbindet die hohe Schule des Balletts mit modernem Showtanz. Immer wieder scheint auch ihre Liebe zum Musical durch. Die Ginger Girls beherrschen jede dieser Tanzrichtungen. Sie bestritten den Großteil des Programms: eine stolze Leistung. Manche von ihnen haben schon als Kinder bei ihr angefangen, erzählt Streibig.

Wie die Jüngsten des Abends: Sie waren gerade einmal vier und fünf Jahre alt und präsentierten einen Tiertanz. Drei etwas ältere Vortänzerinnen zeigten dem als Maus, Elefant oder Löwe verkleideten Nachwuchs, wo es lang geht.

Als „Wilde Bonbons“ mit blauen Schleifen im Haar tanzten Mädchen im Grundschulalter eine Choreografie mit viel Witz und einigen Überraschungen. Die Tritsch-Tratsch-Polka von Johann Strauß musste für einen Wäsche-Tanz herhalten, der die traditionelle Rolle der Frau vor Augen führte.

Nach ihren Auftritten nahmen die Elevinnen vor der Bühne Platz und schauten sich an, wohin Fleiß führen kann: Die Jugend hielt sich an Hip-Hop, zu dem auch Jazzdance passt. Mit Warnwesten bekleidet schwangen die Mädchen hölzerne Stöcke und ließen sie taktgerecht aufeinander schlagen. Da muss jede Bewegung sitzen.

Unterschiedliche Outfits eine Augenweide

Die Ginger Girls wurden am Samstag von zwei Boys ergänzt. Das ließ viel Raum für Erotik. Wie im Tango Trio. Mit Mayline Bondeshon und Alica Zopp warben gleich zwei Frauen um die Gunst von Alexander Müller, der den starken Kerl mimte. Das Finale war – ballettgemäß – ein Pas de trois.

In einem zwielichtigen Etablissement schien die Choreografie zum Musical „Chicago“ zu spielen. Nach einer Charleston-Einlage räkelten sich die Tänzerinnen lasziv auf weißen Thonet-Stühlen. Musicals begegneten den Zuschauern immer wieder am Samstagabend. Zu „Rote Stiefel“ aus dem „Tanz der Vampire“ stiegen finstere Gestalten aus dem Bühnennebel auf. Zunächst agierten sie nur pantomimisch, froren die Szenen immer wieder ein. Doch dann entwickelte sich ein wilder Tanz.

Edel und geordnet war dagegen der Tanz von Gaston Leroux’ Christine mit dem Phantom der Oper. Von vier Paaren vorgetragen in prächtigen Kostümen mit silbernen Rüschen. Über die Kostüme des Abends ließe sich ein eigener Artikel schreiben: feine Tutus, glitzernde Minikleider, Lederjacken über Hotpants, samtene Barockkleider oder traditionelle Röcke. Stets passte das Outfit perfekt zum Dargestellten und war immer wieder eine Augenweide oder eine Herausforderung.

Accessoires gaben den Choreografien noch mehr Pfiff. In „Good Feeling“ schwangen die Tänzerinnen blau-weißen Federschmuck und formten so ein Karussell und eine sich drehende Spirale. Körbe, gefüllt mit verschiedenen Lebensmitteln, ließen in die „Höckerinen“ eine Marktszene auf der Bühne lebendig werden.

Klassisch wurde es zum Schluss mit einem Ballett zu Ludwig van Beethovens fünfter Symphonie. Doch nicht so ganz. Das Meisterwerk mit den charakteristischen vier Anfangstönen erklang in einer elektronischen Einspielung. Die Choreografie fasste das Programm der Gala treffend zusammen: Die glitzernde Welt des Balletts traf auf moderne Musikinterpretationen mit viel Sexappeal.

Der Abend verband große Show mit familiärem Flair. Die Ansagen machte Streibigs Enkel Leon. Er ist sehbehindert und tastete sich auf die Bühne. In deren Mitte angekommen, gab er den souveränen Entertainer. Er kannte nicht nur das Programm auswendig, sondern konnte es sogar rappen. Das brachte ihm einen Sonderapplaus.

Siehe auch weitere Bilder auf der übernächsten Seite.

Der Gala-Abend der Horber Ballettschule Ginger begeistert mit Vielfalt
Eine großartige Show bot die Ballettgala in Bildechingen.Bild: Kuball

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16.11.2015, 12:00 Uhr

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