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Löwe auf der Zielgeraden

Der Genossenschaftsladen in der Innenstadt soll am 1. Juli eröffnen

Das ging schnell: Vor einem halben Jahr erst entstand die Idee, im „Löwen“ in der Kornhausstraße einen Genossenschaftsladen zu gründen. Inzwischen sind die Vorbereitungen so weit gediehen, dass der Laden im Sommer eröffnen kann.

26.12.2014
  • SABINE LOHR

Tübingen. Die Nachricht, dass der Discounter Netto zum Jahresende dem Bekleidungsgeschäft H & M weichen muss, verursachte vergangenen Sommer erheblichen Wirbel. Viele Innenstadtbewohner sorgten sich um die dann mangelnde Nahversorgung. Einer davon ist Bruno Gebhart-Pietzsch, der es beim Jammern aber nicht beließ. Gebhart-Pietzsch ist Teilhaber des Pfrondorfer Genossenschaftsladens und hatte die Idee, auch in der Innenstadt einen solchen zu gründen – und zwar im Löwen. Dort ist zur Zeit und als Zwischenlösung bis zu einer Sanierung ein Outletstore untergebracht.

Gebhart-Pietzsch überzeugte viele Tübinger mit seiner Idee. Rasch fand sich eine Gruppe zusammen, die die Fäden in die Hand nahm. Inzwischen haben über 600 Leute zugesagt, Anteile zu zeichnen.

Diese Zusagen müssen demnächst in Überweisungen umgewandelt werden, denn jetzt wird es Ernst mit dem Laden. „Anfang Februar ist die Gründungsversammlung und am 1. Juli wollen wir eröffnen“, sagt Gebhart-Pietzsch. Nach dieser Versammlung, an der nur teilnehmen sollte, wer sich in den Aufsichtsrat oder den Vorstand wählen lassen will, sollte das Geld dann fließen, denn dann stehen Ausgaben an.

Inzwischen nämlich hat es viele Gespräche und Verhandlungen gegeben. Die wichtigste war sicher die mit der städtischen GWG, der das sanierungsbedürftige Gebäude gehört. Die Löwen-Gruppe wollte, dass in zwei Stufen saniert wird, so dass der Laden möglichst bald realisiert werden und während der ersten Sanierungsphase im Löwen bleiben kann. Dabei ist aber noch gar nicht klar, wann und wie saniert werden soll – es gibt noch kein Nutzungskonzept für das ehemalige Kino.

Weil die GWG aber alles auf einmal sanieren will, wird von April bis Ende Juni nur das Nötigste gerichtet. „Elektro, Heizung, was wir halt so brauchen“, sagt Gebhart-Pietzsch. Was der Löwen-Laden noch braucht, sind unter anderem Regale, Tiefkühltruhen und -schränke, Theken, eine gute Beleuchtung und zwei Kassen. Auch das ist gelöst: „Im Januar haben wir einen Termin mit einem Ladenbauer, der uns berät und uns auch beliefert“, sagt Gebhart-Pietzsch.

Für die Ladeneinrichtung und das erste Warensortiment werden rund 60 000 Euro gebraucht. Das dürfte kein Problem sein, wenn alle Anteilszusagen eingelöst werden. „Dann haben wir rund 110 000 Euro“, sagt Volker Harms von der Löwen-Gruppe. Was übrig bleibt, kommt erstmal auf die Bank.

Der Mietvertrag soll zunächst für fünf Jahre abgeschlossen werden. Ein Zeitraum, der den Laden-Aktiven entgegenkommt. „Wir müssen ja erstmal sehen, wie alles läuft“, sagt Sabine Eggers, die ebenfalls zur Löwen-Initiative gehört. Und Gebhart-Pietzsch gibt zu bedenken: „Wenn wir nur mit einer schwarzen Null wirtschaften, können wir uns die hohe Miete nach der Sanierung nicht mehr leisten.“

Info Seit heute gibt es auch eine Löwen-Website: www.loewen-laden.de

Der Genossenschaftsladen in der Innenstadt soll am 1. Juli eröffnen
Das Schild ist provisorisch, und noch werden Klamotten im Löwen verkauft. Aber Hermann Jacobi, Bruno Gebhart-Pietzsch, Marco Oschlies, Almut Rasner, Sabine Eggers und Susi Diez-Eichert (von links) – sechs der acht Löwen-Initiatoren – sind guter Dinge. Sie haben in den vergangenen Wochen einiges auf den Weg gebracht, um die Idee des Genossenschaftsladens im Löwen umzusetzen. Bild: Franke

Der Löwen-Laden wird ein Vollsortimenter. Neben Lebensmitteln gibt es also auch Drogeriewaren – „also Zahncreme, Glühbirnen und Fliegenbatscher“, zählt die Initiative auf. Ob Zeitungen und Zeitschriften angeboten werden, ist noch nicht klar.
Neben den üblichen Lebensmitteln – wird es Obst und Gemüse aus der Region geben, unter anderem auch Bioware. Brot, Wurst und Käse wird nur abgepackt angeboten.
Die Löwen-Initiative plant mit drei ganzen Stellen, die auf mehrere Personen verteilt werden können. Dazu kommt noch eine Reinigungskraft. Der Genossenschafts-Vorstand und Ehrenamtliche begleiten die Führung des Ladens und unterstützen sie. Geöffnet sein wird der Laden täglich außer sonntags von 8 bis 21 Uhr. Eventuell wird ein Lieferdienst angeboten.

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26.12.2014, 12:00 Uhr

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