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Der Gestaltungswille treibt ihn an
Wolfgang Schuster im Gespräch mit Kuratorin Ingrid-Sibylle Hoffmann. Foto: Tilman Baur
Ex-OB

Der Gestaltungswille treibt ihn an

Stuttgarts früherer Rathaus-Chef Wolfgang Schuster plaudert über Dinge, die ihn heute bewegen.

21.11.2016
  • TILMAN BAUR

Stuttgart. 16 Jahre, von 1997 bis 2013, hielt Wolfgang Schuster die Fäden im Stuttgarter Rathaus in der Hand. Umtriebig ist der Jurist auch heute noch, wie er seiner Gesprächspartnerin Ingrid-Sibylle Hoffmann, Kuratorin im Landesmuseum, im Rahmen der Reihe „Württemberger Köpfe“ im Alten Schloss verriet.

So ist Schuster unter anderem Direktor des Instituts für Nachhaltige Stadtentwicklung, Ehrenpräsident des Rats der Gemeinden und Regionen Europas in Brüssel und Vorsitzender der gemeinnützigen Telekom-Stiftung. Der Gestaltungswille ist es, der Schuster noch immer antreibt und der ihn bereits mit 25 Jahren in die Kommunalpolitik trieb – als damals jüngster Stadtrat seiner Geburtsstadt Ulm. „Kommunalpolitik verbindet Theorie und Praxis. Das hat mich immer fasziniert“, erklärte Schuster. Gestalten konnte er erstmals Anfang der 80er-Jahre als persönlicher Referent Manfred Rommels – eine spannende Zeit des Aufbruchs. 1993 wurde Schuster dann Kulturbürgermeister, bis er vier Jahre später schließlich Manfred Rommel als Rathaus-Chef beerbte.

Wofür sein Herz denn mehr schlage, für Ulm oder für Stuttgart, wollte Ingrid-Sibylle Hoffmann wissen. „Es schlägt auf der richtigen Seite“, so Schuster diplomatisch. Beide Städte hätten ihn geprägt. So seien sie doch beide Teil einer schwäbischen Kultur, die es über die Jahrhunderte verstanden habe, aus der Not eine Tugend und aus einer ressourcenarmen eine der reichsten Regionen Europas zu machen. Glück hätten die Schwaben auch gehabt, so Schuster. Doch sei der Erfolg nicht vom Himmel gefallen.

Die starke kommunale Selbstverwaltung, das langfristige Engagement von Unternehmen sowie eine Bildungspolitik, die sich allen sozialen Schichten gegenüber öffne, seien Pfunde, mit dem das Ländle wuchern könne. „Auf diese Dinge weise ich immer hin, wenn ich Regierungen in Europa berate“, sagte Schuster. Als Bürgermeister habe er sich bewusst für bürgerschaftliches Engagement starkgemacht, so etwa für das Programm Bildungspaten. „In Stuttgart engagieren sich mehr als 20 Prozent der Bürger ehrenamtlich“, sagte Schuster. Das sei außergewöhnlich und entspanne das soziale Klima merklich.

Das Leben in der Öffentlichkeit sei ihm als OB nicht schwergefallen: „Ich war und bin ein selbstkritischer Mensch.“ Man müsse authentisch sein, nicht schauspielern und Menschen mögen. Im Rücken hatte er immer die Unterstützung seiner Familie – unabdingbar bei einem Beruf, dem man nicht selten 70 Wochenstunden opfere. Tilman Baur

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21.11.2016, 06:00 Uhr

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