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Mühlbach und „Grüne Hölle“

Der Grüne Weg um Tübingen (4): Vom Landratsamt zum Schützenheim

TAGBLATT-Leser Alexander Herrmann wandert gerne, liebt Tübingen und hat eine Idee: Ein „Grüner Weg“ soll ausgeschildert werden. Wir stellen den Weg in sechs Etappen vor. Wer will kann beim Abwandern eine Karte oder ein Smartphone in die Hand nehmen – oder sich einfach vom Text leiten lassen.

09.06.2015
  • Alexander Herrmann

Tübingen. Die Tour beginnt beim Landratsamt. Zwischen den Verwaltungsgebäuden sind große Wiesenflächen angelegt, die eine von Fußwegen durchzogene Grünzone darstellen. Eine Runde um den Kindergarten, und man läuft schön am gut angelegten Mühlbach entlang bis nach Derendingen. Von dort her schlängelt sich der Bach, teilweise renaturiert, mit natürlichen Windungen und älteren Baumbeständen durch die Mühlbachäcker. Am Bach entlang sieht man schön über die Felder bis hinein ins Neckartal.

Man läuft wie in einem Park

Der Grüne Weg um Tübingen (4): Vom Landratsamt zum Schützenheim
Blick vom Galgenberg durch den großen Rahmen auf das Schloss. Archivbild: Metz

Am Derendinger Rathaus kann man sich die alte Mühle anschauen, welche hinweist auf die Vielzahl der Mühlen am Verlauf des Baches. Neben dem Mühlbachkanal beim Rathaus geht’s dann unter der Bahn hindurch hinein ins Mühlenviertel, ein neu angelegtes modernes Wohnquartier. Am naturbelassenen Mühlbach spaziert man bis zum Magazinplatz. Von dort weiter, nahe der Bahnlinie, über einen großen Wiesenplatz, leicht nach oben bis zur Weinbergstraße. Den Gehweg links entlang, unter Bäumen, dann wieder abwärts, man läuft wie in einem Park, und dann kommt man zum grünen Schulbereich der Berufsschule. An ein paar Kunstwerken vorbei bis zum Sportplatz und von dort weiter bis zur Steinlach.

Da geht’s jetzt flussaufwärts entlang bis zur Brücke, die hinüberführt zur Gartenstadt. Na, der Name passt doch gut zum grünen Weg. Am Sudhaus, einem vielfältigen sozio-kulturellen Zentrum in einem ehemaligen Brauereigebäude, geht der Kelterweg hoch, links oben die Kallee-Höhe, ein alter Aussichtsplatz, und dann die typischen Obsthänge mit alten Trockenmauern bei der hinteren Halde. Wer den Weg abkürzen will, steigt hinter der Künstler-Werkstatt dann gleich links die Treppe hoch, und man steht kurz vor dem Eingang zum Bergfriedhof.

Dieser Friedhof kann sehr gut mit einem Waldpark verglichen werden, mit vielen Freiflächen, vielen hohen Rotbuchen und Eichen, interessant angelegten Gemeinschaftsgrabanlagen, eben ein besonderes Ensemble einer modernen und vielfältigen Friedhofskultur mit naturgemäßer Gestaltung. Gehen wir den Friedhof hindurch bis zum nördlichen Rand, wo ein interessanter Weg entlang führt, bei dem man durch mehrere Bilderrahmen gezielte Blicke auf die Stadt werfen kann, kommentiert mit Sprüchen und literarischen Zitaten.

Zum Nordwestausgang des Friedhofs hinaus, dann nach links, und man kann mit einem wunderschönen Ausblick über die Vordere Halde bis hinüber zur Alb verweilen. Dann weiter abwärts in der wie eine Allee gestalteten Galgenbergstraße. An der Straßenbiegung unten den Stettiner Weg hinab, vorbei an einer extra für Bienen und Hummeln gepflegten Blumenwiese bis hinunter zu den Stadtwerken. Und nun weiter runter den Bäumen der Eisenhutstraße durch den Wennfelder Garten, und gleich ist man im Französischen Viertel.

Hoch zur Wagenburg am Waldrand

Durch die „Grüne Hölle“ mal zu schlendern ist sehr reizvoll, gerade auch, um zu sehen, was für ein modernes Stadtquartier aus dem alten Kasernenviertel geworden ist. Am Ballspielhaus sollte man hoch zur Wagenburg, ein ganz alternatives Quartier, und wirklich schön am Waldrand gelegen. Wenn man wieder abwärts geht, überbrückt man einen naturbelassenen Bachlauf, an diesem entlang, und beim Werkstatthaus rechts über das Brücklein. Beim Landkutscher Weg unter der B 28 hindurch, und schon steht man wieder vor einem besonderen Ensemble: die Kunst- und Kulturschau im Gebäude der Gruppe G91, daneben Biking, Boule, Schießsport, Hundesport, und immer mal gastiert hier auch ein Zirkus. Kurze Rast im Biergarten vom Schützenheim.

Der „Grüne Weg“ ist ein Wegenetz mit Parks, naturbelassenen Flächen, Obstwiesen, Weinbergen, Spiel- und Sportflächen, Wäldern, Flusstälern, Hausgärten und Gartenbausiedlungen. Die Wegstrecke ist mit 24 Kilometern lang, aber man kann auch nur Abschnitte begehen. Man kann so weit laufen, wie man will, auch abkürzen. Ziel ist, dass man von der grünen Umgebung und ihren Details Kenntnis hat. Etwa 240 Bänke lassen einen verschnaufen, es gibt 30 Bushaltestellen, 18 Spielplätze und 14 Gaststätten. Der beschriebene Weg soll auf alle Fälle auch ein Anreiz sein für bürgerschaftliches Engagement zur Mitgestaltung und Weiterentwicklung. Er soll auch dazu beitragen, den Grünflächenplan der Stadt Tübingen bekannt zu machen. So kann das Tübinger Wegenetz weiter ausgebaut werden.

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09.06.2015, 12:00 Uhr

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