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An Blaulach, Ammer und Neckar entlang

Der Grüne Weg um Tübingen (5): Vom Schützenhaus über Lustnau bis zum Sand

TAGBLATT-Leser Alexander Herrmann wandert gerne, liebt Tübingen und hat eine Idee: Ein „Grüner Weg“ soll ausgeschildert werden. Wir stellen den Weg in sechs Etappen vor. Wer will kann beim Abwandern eine Karte oder ein Smartphone in die Hand nehmen – oder sich einfach vom Text leiten lassen.

22.06.2015
  • Alexander Herrmann

Tübingen. Beim Schützenhaus innerhalb der Reutlinger Straße hat man einen guten Startpunkt für den Grünen Weg im östlichen Teil um Tübingen. Auf der Talseite geht es an der idyllischen naturgelassenen Blaulach entlang bis zum Tierheim. Dort führt ein langer, ebener Weg am Waldrand vom Großholz weiter durch das Naturschutzgebiet Blaulach im weiten Neckartal. Die Tübinger Höhen und Hügel sieht man sich jetzt aus der Ferne von unten an. Der rechts am Weg gelegene Hangwald mit seiner reichhaltigen Flora, hat eine wichtige Funktion für das Feuchtgebiet.

Der Grüne Weg um Tübingen (5): Vom Schützenhaus über Lustnau bis zum Sand

Das Gewässer der Blaulach selbst weist eine reiche Fischfauna auf. Ein naturbelassenes Auengemisch kann man zum Beispiel sehr gut links vor der Zufahrt zum Baumarkt betrachten und bestaunen. Diesen kleinen Abstecher sollte man sich gönnen. Dann zurück, und über die Brücken, und bei der Treppe zum Bahnhof Lustnau hinunter, ganz gleich rechts unter der Brücke hindurch und weiter unterhalb der Kusterdinger Straße. Ein schöner Blick auf das hier sehr breite Neckartal mit den weiten Feldern, auf die hügelige Stadt, und den Österberg.

Jetzt geht es über den Neckar mit seinen begleitenden Baumalleen hinüber zum neuen Egeria-Stadtviertel: der Alten Weberei. An der Neckarbrücke führt links ein schöner Uferweg ein Stück flussaufwärts, entlang der „Stadt am Wasser“ bis zur Einmündung der Ammer. Vom Egeria-Platz wäre eine Staffel hinauf zum Herrlesberg wünschenswert. Also, erst mal entlang der Ammer bis zum Deichelweg durch Lustnau hindurch. Dann hinauf zur Dorfstraße, man kommt zu einem alten Brunnen, gegenüber kann man sich auf Bänken kurz ausruhen, dann die Treppe hinauf zum Lustnauer Kirchplatz, und von der Terrasse einen Blick über den Ort genießen.

Durch den Friedhof und zum Glockentürmchen am Nordausgang, dort weiter nach oben, wo es wieder ein Aussichtsplätzchen gibt. Bei den Häusern jetzt nach links weiter um den Hügel beim Herrlesberg, bestückt mit sehr alten großen Laubbäumen. Der Weg führt dann weiter am Hang entlang, vorbei am Kinderhaus, hinein in das neue Lustnauer Wohnviertel oben auf der Höhe. Ein kleiner Abstecher hoch zum Berghof ob dem Himmelreich ist auch empfehlenswert. Oder einfach links die Elsa-Brandström-Straße hinein und dann beim geteerten Weg wieder nach links.

Diesen reizvollen langen Parkweg mit großen Spielplatz, geht man abwärts, überquert die Neuhaldenstraße, und noch weiter durch den Kirchgraben, dann rechts, über die Pfrondorfer und Bebenhäuser Straße und über den Goldersbach hinüber. Dann die Waldeckstraße hoch, an einem Steinbrunnen vorbei, und gleich weiter, am Hinweisschild zur Wildermuthsiedlung hinauf durch den steilen Waldweg (tja, wer nach oben will, muss sich eben anstrengen) bis zur Friedenseiche.

Von diesem 22 Meter hohen Naturdenkmal, gepflanzt 1871, geht man den Ursulaweg entlang und genießt hier den Blick auf die Ostalb. Man schaut über ein Kleingartengelände am Denzenberg. Diese Gartenkultur ist ja wieder im Kommen und sehr begehrt. Hier auf dem Höhenrücken des Sand, der südlichste Abschnitt des Schönbuchs, standen früher hier nur Obstbäume, die vor dem Zweiten Weltkrieg enteignet wurden, um das Militärkrankenhaus zu bauen.

Der Name Sand leitet sich ab von den Sandböden, dem Untergrund des Schönbuchs. Der Stubensandstein war ein begehrtes Baumaterial, von dem unterschiedliche Gebäude errichtet wurden, zum Beispiel das Kloster Bebenhausen oder die Reutlinger Marienkirche. Rechts vom Weg steht das ehemalige Versorgungskrankenhaus, einst ein Militärlazarett, heute sind dort viele Abteilungen der Universität, eben die Uni am Sand.

Der „Grüne Weg“ ist ein Wegenetz mit Parks, naturbelassenen Flächen, Obstwiesen, Weinbergen, Spiel- und Sportflächen, Wäldern, Flusstälern, Hausgärten und Gartenbausiedlungen. Die Wegstrecke ist mit 24 Kilometern lang, aber man kann auch nur Abschnitte begehen. Man kann so weit laufen, wie man will, auch abkürzen. Ziel ist, dass man von der grünen Umgebung und ihren Details Kenntnis hat. Etwa 240 Bänke lassen einen verschnaufen, es gibt 30 Bushaltestellen, 18 Spielplätze und 14 Gaststätten. Der beschriebene Weg soll auf alle Fälle auch ein Anreiz sein für bürgerschaftliches Engagement zur Mitgestaltung und Weiterentwicklung. Er soll auch dazu beitragen, den Grünflächenplan der Stadt Tübingen bekannt zu machen. So kann das Tübinger Wegenetz weiter ausgebaut werden.

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22.06.2015, 12:00 Uhr

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