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Der Horber City-Manager Bernd Mathieu zieht seine persönliche (Zwischen-)Bilanz
Wenn der Horber Gemeinderat heute Abend zustimmt, bleibt Bernd Mathieu City-Manager in Horb.Archivbild: Kuball
„Gut angekommen“

Der Horber City-Manager Bernd Mathieu zieht seine persönliche (Zwischen-)Bilanz

Heute Abend entscheidet der Horber Gemeinderat über die Zukunft des Horber City-Managers. Bernd Mathieu, der erste auf diesem Posten, ist seit knapp zwei Jahren im Amt. Seinen auslaufenden Vertrag wollen seine gemeinsamen Arbeitgeber, die Stadt Horb und der Verein „Horb Aktiv“ verlängern. Allerdings soll die Stadt künftig mehr zahlen. Im Interview spricht Mathieu über seine bisherigen Erfolge, was er noch vorhat – und Kritik.

24.11.2015
  • Vincent Meissner

Horb.Gerade erst hat Bernd Mathieu seinen Urlaub beendet, in dem er die Geburt seines Sohnes miterlebt hat. Heute geht es nun in der Gemeinderats-Sitzung um die berufliche Zukunft von Mathieu. Weil der Zusammenschluss der Horber Handel- und Gewerbetreibenden „Horb Aktiv“ nicht mehr 75 Prozent – in diesem Jahr etwa 43000 Euro – des Gehalts zahlen will, soll die Stadt einspringen. „Horb aktiv“ will künftig nur noch 30000 Euro pro Jahr beisteuern, also etwa die Hälfte der Arbeitgeberkosten. Den Rest soll die Stadt übernehmen. Zudem soll Mathieus Vertrag entfristet werden.

SÜDWEST PRESSE: Herr Mathieu, Sie sind nun seit knapp zwei Jahren Horbs erster City-Manager. Wie sehen Sie die Stadt im Vergleich damals und heute?

Bernd Mathieu: Da hat sich eigentlich nicht viel verändert. Es ist eine charmante Stadt mit viel Potenzial.

Wie fällt Ihre persönliche Bilanz aus?

Ich finde, dass wir in den knapp zwei Jahren viel erreicht haben.

Was meinen Sie konkret?

Wir haben beispielsweise die City-Gutscheine eingeführt, die wir schon im Wert von weit über 10000 Euro verkauft haben. Jetzt gibt es eine neue Auflage mit neuem Design.

Was noch?

Wir haben das neue Parkkonzept mit dem Marketingkonzept verknüpft und auf den Weg gebracht, dass Kunden eine Stunde lang kostenlos parken können.

Wie sind die Reaktionen der Händler darauf?

Diejenigen, die es umsetzen, finden es nicht schlecht. Insgesamt könnte es jedoch noch mehr beworben werden vom Handel.

Gibt es aktuelle Zahlen zum Parkkonzept?

Im Moment noch nicht. Aber es ist eine Evaluation geplant. Das könnte man beispielsweise mit einer Umfrage bei „Horb Aktiv“ oder vom Stadtmarketing aus machen. Aber ich habe mit einigen Händlern gesprochen. Das ist selbstverständlich nicht repräsentativ. Allerdings gibt es da welche, bei denen noch nie ein Kunde die 50 Cent zurückgefordert hat und es gibt welche, bei denen das fünf, sechs Mal am Tag vorkommt.

Welche Aktionen haben Sie noch in Angriff genommen?

Ich denke da etwa auch an das City-Magazin „Horb Aktiv Entdecken“ in Zusammenarbeit mit der SÜDWEST PRESSE, das zwei Mal jährlich herauskommt und sehr gut angekommen ist. Das hat sich etabliert. Ansonsten haben wir auch andere Projekte unterstützt, wie die verkaufsoffenen Sonntage mit Gewinnspielen. Das hat gegriffen bei den Leuten. Somit haben wir schon einige positive Marketing-Instrumente ins Leben gerufen, die von unseren Mitgliedern genutzt werden können.

Was könnte denn besser laufen?

Viele der umgesetzten oder in Planung befindlichen Ideen und Projekte entspringen vier neu eingerichteten Arbeitsgruppen. Diese beschäftigen sich mit unterschiedlichen Themenfeldern, die alle mit der Attraktivierung der Innenstadt zu tun haben. Und obwohl diese Ideenschmieden sehr gut funktionieren, gehe ich davon aus, dass sie noch mehr Potenzial in sich tragen.

Vorausgesetzt der Gemeinderat bewilligt heute Ihre Stelle nach den mit „Horb Aktiv“ ausgehandelten Konditionen. Was steht künftig an?

Wir planen gerade auf vielfachen Wunsch eine Hochzeitsmesse, wie es sie vor Jahren schon mehrmals beim Autohaus Daub gegeben hat. Das Ganze soll im Februar steigen. Allerdings ist der Ort noch nicht fix.

Und darüber hinaus gedacht?

Mittelfristig müssen wir schauen, wie wir das Einkaufszentrum in die Stadt integrieren. Ideal wäre es, wenn dieses Konstrukt Mitglied von „Horb Aktiv“ werden würde. Dann wären gemeinsame Aktionen viel leichter zu planen. An besondere Aktions-Tagen der Neckar-Arkaden könnten sich die Einzelhändler auf der anderen Neckarseite beteiligen und andersrum. Deshalb sind wir mit Einkaufszentrums-Investor Hans-Jürgen Birk in Verhandlungen.

Müsste jeder einzelne Laden im Einkaufszentrum Mitglied werden oder wäre es auch möglich, dass die Neckar-Arkaden als Ganzes eintreten?

Genau solche Dinge muss man eben besprechen. Aber das Thema ist auf der Agenda.

Bei Ihrem Amtsantritt hatten Sie die Hirschgasse als Kleinod der Altstadt gelobt. Allerdings störten Sie die vielen Mülleimer auf der Straße. Die stehen jetzt immer noch…

(Lacht) Auf manches, das Privateigentum ist, hat man einfach keinen Einfluss. Aber auch in der Hirschgasse hat sich einiges getan: Sie ist begrünt worden und auch der rote Teppich, der bei Aktionstagen ausgerollt wird, wertet die Gasse atmosphärisch auf. Zudem gab’s gemeinsame Initiativen der Händler in der Hirschgasse etwa mit Musik in der ganzen Gasse. Und auch das Banner „Wir sind Hirschgasse“ spricht ja für sich. Das ist ja schon mal sehr zufriedenstellend.

Wie sieht’s denn mit dem freien W-Lan in der Kernstadt aus?

Wenn nicht noch mal technische Probleme kommen, dann werden wir das bis Weihnachten haben.

Wie wollen Sie den Laden-Leerständen in der Innenstadt künftig besser beikommen?

Ich unterstütze Interessenten bei der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten und Eigentümer leerstehender Objekte bei der Suche nach passenden Mietern im Rahmen meiner Möglichkeiten. Im Idealfall kann man dann mithelfen, dass beide Parteien sich einigen. Aus langjähriger Erfahrung weiß ich aber, dass bei der Leerstandsvermittlung immer eine Vielzahl an Faktoren eine Rolle spielt, die im Einzelfall genau zu betrachten sind. Daher gibt es da keine Musterlösung. Allgemein gilt aber, dass die Anzahl an Interessenten natürlich steigt, wenn die Entwicklungstendenz des Standortes positiv ist. Dieser positive Effekt ist vom Bau der Neckar-Arkaden zu erwarten.

Oberbürgermeister Peter Rosenberger lobt Sie für Ihre Arbeit in den zurückliegenden zwei Jahren. Allerdings kritisiert er, dass Sie in Sachen Selbstmarketing noch offensiver auftreten könnten. Was sagen Sie als Marketing-Experte dazu?

Mir ist das vollkommen neu. Insofern muss ich diese Kritikpunkte erst mit dem OB selbst besprechen. Ich denke, so pauschal kann man das nicht sagen. Aber es gibt sicherlich immer was zu verbessern. Natürlich gibt es bei 91 Mitgliedern bei „Horb Aktiv“ auch immer wieder Diskussionen. Aber wenn diese ernsthaft und fair geführt werden, dann haben sie ja auch immer einen positiven Effekt, denn dann kommt am Ende was raus.

Sie arbeiten einerseits für die Stadt im Stadtmarketing und andererseits für den Verein „Horb Aktiv“. Gab’s mal Interessen-Konflikte?

Nein, eigentlich nicht. Was die Zusammenarbeit von Stadtmarketing und „Horb Aktiv“ angeht, verfolgen wir ja letztlich das gleiche Ziel: Wir wollen gemeinsam eine attraktivere Stadt entwickeln.

Interview: Vincent Meissner

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24.11.2015, 01:00 Uhr

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