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04.04.2016
  • dhe

Wie zeigt man einen Schlachthof, ohne von vornherein Abwehr oder ethische Appelle zu triggern? Die französische Regisseurin Maud Alpi schickt einen Hund durch einen Fabrikkeller im trüben Licht, irgendwo tropft es. Die Funktion der tristen Anlage erschließt sich dem Zuschauer erst allmählich, wenn er, gewissermaßen durch die Augen des Hundes, die Rinnen im Betonboden wahrnimmt, die Absperrungen aus dicken Metallstangen. Und wenn er sich unwillkürlich vorstellt, was das Tier wohl gerade erschnüffelt.

Die Kamera nähert sich der Haut der Schweine bis zu feinsten Härchen, zeigt die Fellstruktur einer Kuh, und schwenkt dann über verstörend bewegliche, an Fleischerhaken aufgehängte Rinder-Leiber, bei denen man nicht genau weiß, ob sie schon tot oder noch lebendig sind.

Die 36-jährige Filmemacherin ist studierte Philosophin und drehte ihr Spielfilmdebüt binnen drei Wochen in einem Schlachthof. Kritiker sahen Bezüge zu Dantes Höllenkreisen und dem Zerberus der griechischen Mythologie (dem Höllenhund am Eingang zur Unterwelt), nun allerdings eher als freundlicher Begleiter. Am Ende ist es, als wäre es der Mensch, der auf Gurgel, Herz und Magen geprüft wird und dabei ein offenes Gewaltverhältnis zu seinen Mitgeschöpfen enthüllt (heute, 18 Uhr, Museum. Regisseurin anwesend).

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04.04.2016, 01:00 Uhr

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