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Der Junge im gestreiften Pyjama

Spielfilm über die verbotene Freundschaft zwischen dem Sohn eines SS-Schergen und einem halbwüchsigen jüdischen KZ-Häftling.

Spielfilm über die verbotene Freundschaft zwischen dem Sohn eines SS-Schergen und einem halbwüchsigen jüdischen KZ-Häftling.

Der Junge im gestreiften Pyjama

© null 02:07 min

THE BOY IN THE STRIPED PYJAMAS
GB

Regie: Mark Herman
Mit: Asa Butterfield, Jack Scanlon, Amber Beattie, David Thewlis

- ab 12 Jahren

Tagblatt-Wertung

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23.11.2015
  • Dorothee Hermann

Bruno ist ein Junge wie aus dem Bilderbuch, der mit seinen Freunden durch ein Berlin von pompöser Vorkriegs-Grandeur flitzt. Dann macht sein Vater einen verhängnisvollen Karriereschritt. Der SS-Offizier wird befördert – zum Kommandanten eines nicht genauer benannten Konzentrationslagers.

Die Chefvilla ist der letzte Schrei der NS-Architektur, und wirkt in ihrem kalten Monumentalismus wie ein Gefängnis. Vor dem Tor wacht ein SS-Posten samt Schäferhund. Irgendetwas lauert in dem perfekten Heim. Es bricht auf, wenn einer der Häftlinge Gemüse abliefert in der Küche, oder den Garten bestellt. Die SS-Familie und das KZ sind Teil einer Welt, obwohl das Lager den Kindern gegenüber stets tabuisiert wird.

Deutlich weniger emotionalisierend verfährt die Ausstattung, wenn es um das nahe KZ geht. Meist sieht man nicht mehr als einen öden Platz, wo der achtjährige Shmuel hinter einem Stacheldrahtzaun sitzt. Der gleichaltrige Bruno freut sich, er hofft auf einen Spielkameraden.

Der britische Regisseur Mark Herman erzählt den Holocaust als Kindergeschichte, nach dem gleichnamigen Roman von John Boyne. Es ist eine problematische Perspektive: Denn es handelt sich um eine Art nachgeschobenes Entsetzen über die bekannten Fakten der millionenfachen Erniedrigung und Ermordung, als würde ein Kind sich ihrer in rätselhaften Bruchstücken zum ersten Mal allmählich bewusst.

Die Häftlinge sind Staffage für die Not des Jungen. Der Film weckt Empathie nicht für die Opfer, sondern für die Traumatisierungen und Gefahren, denen der niedliche Tätersohn ausgesetzt ist. Beinahe beneidet er Shmuel: "Wie ist dein Vater so, ist er ein guter Mensch? Und du hast nie gedacht, dass er es nicht ist?"

Spielplan

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23.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 21.07.2009, 12:00 Uhr

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02.07.2009

12:00 Uhr

goki schrieb:

Das ist ein atemberaubender, tief ergreifender Film, der, ohne dass die Darsteller mit großartiger Schauspielkunst aufwarten müssen, es fertig bringt, die Gedanken und Gefühle der Beteiligten dem Zuschauer auf erschütternde Weise nahe bringt. Nach dem Film fragt man sich, warum einen die Schuldfrage so sehr beschäftigt.
Unbedint ansehen! Note: 1



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