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Der ehemalige Kinderstar Inger Nilsson (56) über den frühen Ruhm und dessen Folgen

"Der Kampf meines Lebens: Nicht Pippi zu sein"

Vor 70 Jahren veröffentlichte Astrid Lindgren die Geschichte von Pippi Langstrumpf - Inger Nilsson wurde mit dieser Rolle später ein Kino-Kinderstar.

26.11.2015
  • DPA

Fragen Sie sich manchmal, wie Ihr Leben ohne Pippi verlaufen wäre?

INGER NILSSON: Ich weiß wirklich nicht, wie mein Leben ohne diese Figur ausgesehen hätte. Ich denke, ich wäre trotzdem Schauspielerin geworden. Das ist etwas, das man einfach in sich hat.

Wie hat die Rolle Sie verändert?

NILSSON: Sie hat mich verändert, weil ich immer dafür kämpfen musste, Inger zu sein. Das ist der große Kampf meines Lebens. Jedem zu erklären, dass ich vor allem Inger bin. Das war schwierig und ist es manchmal noch. Ich werde immer damit zu kämpfen haben: Warum bin ich hier? Wollten sie mich wegen mir und meines Talents in dem Film haben, oder ist es wegen Pippi und weil ich berühmt bin?

Werden Sie noch von Menschen auf der Straße erkannt?

NILSSON: Ja. Das liegt wahrscheinlich daran, dass sie mich die ganze Zeit gesehen haben. Erst haben sie die Filme als Kinder gesehen und dann sehen ihre Kinder die Filme und dann die Enkelkinder. Ich bin immer in dem Zuhause von jemanden.

Ist das nicht ein schöner Gedanke? NILSSON: Das ist schön, bis es dazu führt, dass man nichts anderes mehr tun kann. Manche Leute sagen: Du hast doch schon genug getan. Dann denke ich: Danke, aber ich muss trotzdem noch von etwas leben, ich muss immer noch Miete zahlen und Essen auf dem Tisch haben. Ich kann nicht mehr davon leben, was ich als Kind gemacht habe.

Wie geht es den Darstellern von Thomas und Annika - Pär Sundberg und Maria Persson - heute? Haben sie ähnliche Probleme?

NILSSON: Sie haben eine andere Art von Leben gewählt. Sie sind keine Schauspieler, sondern normale Leute (lacht). Und sie leben nicht in Schweden. Beide wohnen in Spanien. Für sie war das nicht so heftig, weil sie eine andere Ausbildung und Karriere haben.

Haben Sie noch Kontakt?

NILSSON: Ich treffe sie manchmal. Pär sehe ich etwa einmal im Jahr, weil sein Vater in Stockholm lebt. Zuletzt habe ich ihn im vergangenen Herbst getroffen. Er ruft dann an und sagt: Ich komme. Und dann treffen wir uns. Es ist schön - so, als ob man einen alten Freund aus seiner Kindheit trifft.

Denken Sie heute noch jeden Tag an Pippi?

NILSSON: Nein, ich glaube nicht, aber die Leute erinnern mich dauernd daran. Ich bekomme immer Briefe von Menschen, die ein Autogramm wollen, besonders aus Deutschland.

Mit allen negativen Konsequenzen, die die Rolle für sie hatte - würden Sie trotzdem wieder die Pippi spielen?

NILSSON: Ja, auf jeden Fall.

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26.11.2015, 08:30 Uhr

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