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Routine ist die größte Gefahr

Der Kampfmittel-Beseitigungsdienst birgt jährlich Tonnen an Munition

Fast 98 Tonnen Munition und 20 Bomben haben die Kampfmittelräumer allein in diesem Jahr geborgen. Trotzdem wird es noch weitere Jahrzehnte dauern, bis alle Blindgänger aus dem Weltkrieg gefunden sind.

19.11.2015
  • MADELEINE WEGNER

Sindelfingen "Auch 70 Jahre nach Kriegsende wird es noch etliche Jahrzehnte dauern, bis alle Bomben geborgen und vernichtet sind", sagt Michael Hagmann, Referatsleiter im Stuttgarter Regierungspräsidium. Ein Hauptgrund dafür: Es sei nicht möglich, die gesamte Landesfläche systematisch auf Blindgänger zu überprüfen. "Von jedem Gebiet, das nicht schon mindestens zwei Mal umgegraben worden ist, geht eine potenzielle Gefahr aus", sagt Hagmann. Dabei stellt die Schwäbische Alb eine besondere Herausforderung dar. Hier müsse man systematisch vorgehen, um das Biosphärengebiet nicht zu gefährden.

Der beim Regierungspräsidium angesiedelte Kampfmittelräumdienst (KMBD) wird oft bei geplanten Bauvorhaben beauftragt, den Boden auf Munition abzusuchen. Die Zahl solcher Anträge ist in den vergangenen Jahren mit durchschnittlich 2000 jährlich stark angestiegen. Dabei kommt es vor, dass die Kampfmittelräumer einen Blindgänger in unmittelbarer Nähe zu einem bestehenden Gebäude oder auch Tonnen an Munition innerhalb kurzer Zeit finden. Um diese vielen Funde sicher abtransportieren zu können, hat der KMBD nun für 200 000 Euro ein spezielles Fahrzeug angeschafft. Es sieht aus wie ein gewöhnlicher Lkw, ist jedoch speziell für das gefährliche Gut ausgerüstet. Außerdem ist der Transporter besser für längere Strecken geeignet. Künftig wird auf dem überwachten KMBD-Gelände im Sindelfinger Wald weniger Munition vor Ort vernichtet, sondern zu speziellen Anlagen gebracht werden. Und für den Fall, dass der Bund eine Zentralisierung der Vernichtung fordern sollte, ist der KMBD bereits gerüstet.

Der Kampfmittel-Beseitigungsdienst birgt jährlich Tonnen an Munition
KMBD-Leiter Ralf Vendel erklärt, wie Munition im Bunker zersägt wird: aus Sicherheitsgründen ferngesteuert und per Videoüberwachung. Foto: Madeleine Wegner

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19.11.2015, 12:00 Uhr

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