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Minister Bonde eröffnet Landesgartenschau in Öhringen

Der Limes erblüht

171 Tage lang - bis 9. Oktober - ist Öhringen Gastgeber der 26. Landesgartenschau. Zur Eröffnung blühen auf dem Gelände hunderttausende Tulpen und Narzissen. Dazu gibt es rund 4000 Veranstaltungen.

23.04.2016
  • GUIDO SEYERLE

Öhringen. Tausende Tulpen, Narzissen und Hyazinthen duften am Wegesrand. Blickachsen im Hofgarten verstärken das Raumgefühl. Kinder turnen auf dem 15 Meter hohen Kletterturm - das 30 Hektar große Landesgartenschaugelände verströmt schon zur Eröffnung am Freitag reichlich Lebenslust.

Dass dabei sogar noch die Frühjahrssonne scheint, sieht der Öhringer Oberbürgermeister Thilo Michler als gutes Zeichen. "Wir haben drei Jahre geplant, danach drei Jahre gebaut und dabei insgesamt 28 Millionen Euro investiert. Zehn Millionen fließen in Ausstellungen und Veranstaltungen. Auf dieser Gartenschau präsentiert sich jetzt ganz Hohenlohe", erklärt er.

Landesgartenschauen gibt es seit dem Jahr 1980. Früher präsentierten sie sich als Leistungsschauen der Gärtner. Das hat sich geändert. Seit ein paar Jahren kommt es vor allem auf die Nachhaltigkeit an. So wird die 23000-Einwohner-Stadt Öhringen noch viele Jahrzehnte von Bauwerken wie den neuen Fuß- und Radwegen, dem Landkreispavillon (daraus wird im Herbst ein Jugendhaus) und den modernen Spielplätzen profitieren. An den 171 Tagen bis zum 9. Oktober wird es rund 4000 Veranstaltungen geben. 800 Ehrenamtliche kümmern sich um die Betreuung der Besucher.

Die bereits verkauften 29 000 Dauerkarten übertreffen die Erwartungen der Veranstalter. Sie hatten mit weniger als der Hälfte gerechnet. Entsprechend zufrieden zeigen sich die beiden Landesgartenschau-Geschäftsführer Annette Stoll-Zeitler und Erich Hermann bereits zur Eröffnung: "Von dieser Schau werden die Menschen noch in Jahrzehnten sprechen."

Beim Rundgang zeigt sich: Gartenschau-Besucher, das gesamte Gelände an einem Tag abwandern wollen, sollten gut zu Fuß sein. Der Fußweg zwischen Hofgut und Hofgarten misst knapp zwei Kilometer. Am besten nutzt man dazu den neuen Fuß-Radweg an der Ohrn entlang. Als Alternative gibt es einen Elektro-Bus, der zwischen den beiden großen Ausstellungsgeländen "Hofgarten" und "Cappelaue" pendelt. Vom Bahnhof oder von den Parkplätzen aus sind es nur etwa 300 Meter bis zu den Eingängen. Der Wegweiser "Fußweg durch die historische Innenstadt" führt Ortsfremde dorthin. Damit erhaschen sie auch gleich einen kurzen Blick in das Vicus Aurelianus, wie die Römer um das Jahr 155 zwei ehemalige Siedlungen nannten. Durch diese führte auch die Grenzanlage, der Limes. An vielen Stellen ist das mit 550 Kilometern längste Bodendenkmal Europas nicht mehr zu erkennen. Auf der Landesgartenschau jedoch kommt es auch räumlich wieder zum Vorschein. 450 Meter sind so geschickt mit rotblättrigen Buchenhecken bepflanzt, dass eine neue Blickachse durch die Cappelaue entstanden ist. Pfiffig: Darum herum gruppieren sich tausende roter Tulpen und Stiefmütterchen in gedeckten Farben, die derzeit in voller Blüte stehen.

Alexander Bonde, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, öffnet am Morgen das Eingangstor am Schloss und sagt kurz darauf: "Eine Landesgartenschau in der Region der Weltmarktführer hat eine gewisse Erwartungshaltung geweckt. Doch wie wir gesehen haben, ist dies auch ein Meilenstein in der Stadtentwicklung von Öhringen, der urbane Naturräume geschaffen hat." OB Michler setzt noch einen drauf: "Öhringen wird die schönste Landesgartenschau, die es je gegeben hat." Dafür erntet er warmen Applaus der rund 2000 Eröffnungsgäste.

Informationen und Konzerte

Anreise Im Auto ist Öhringen über die A 7 und A 6 zu erreichen, Ausfahrt Öhringen; im Zug S4 ab Stuttgart bis zum Hauptbahnhof. Zwischen den Parkplätzen P1 Herrenwiese und P2 Kesseläcker pendeln Busse zwischen 12 und 19 Uhr.

Eingänge Drei Zugänge verfügen über Kassen mit Ticketverkauf. Vier weitere Eingänge sind nur mit Eintrittskarte oder Tagesstempel zu passieren. Karten für Erwachsene kosten 16,50 Euro (ermäßigt 13,50), für Kinder 4,50; Familienkarten gibt es für 36 Euro. Abendveranstaltungen kosten teilweise eine Zusatzgebühr. Erhältlich sind die Karten auch im Internet unter www.oehringen2016.de

Fahrradstellplätze Radständer befinden sich an allen Eingängen. „Kocher-Jagst-Radweg“ und „Limes-Radweg“ führen direkt an der Gartenschau vorbei.

Hunde Auf dem Gelände sind keine Hunde zugelassen. An den Zugängen „Hofgut“ und „Altstadt“ stehen Hundeboxen bereit.

Konzerte Zu den Veranstaltungen gehören die Öhringer Chortage mit mehr als 1000 Sängern (23./24. April); die Country-Folkband Westwood (1. Mai); Roll Agents – The Elvis Xperience (6. Mai); Münchner Knabenchor (13./14. Mai); Max Mutzke (16. Juli).

Öffnungszeiten Geöffnet ist die Gartenschau bis 9. Oktober täglich von 9 bis 19 Uhr. Führungen für 35 Euro übers Teilgelände dauern zirka 70 Minuten, übers Gesamtgelände für 60 Euro etwa zwei Stunden. eb

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23.04.2016, 06:00 Uhr

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