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Bamberg demonstriert Stärke

Der Meister ist eine Nummer zu groß für die Walter Tigers

Die Überraschung blieb aus: Vor 2923 Zuschauern mussten die Bundesliga-Basketballer der Walter Tigers Tübingen gestern die Überlegenheit der Brose Baskets Bamberg anerkennen. Der Meister siegte mühelos mit 76:56 (44:29) und eroberte die Tabellenführung von Ulm zurück.

26.11.2012
  • Hansjörg lösel

Tübingen. Müde? Keine Spur! 44 Stunden nach ihrer Euroleague-Niederlage bei Besiktas Istanbul legten die Brose Baskets Bamberg gestern vom Start weg ein derart hohes Tempo vor, dass sich die Tigers schon nach acht Minuten mit 8:22 im Rückstand sahen. Der deutsche Meister ließ Dreier so einfach wie Korbleger aussehen: Bamberg verwandelte sechs der ersten acht Versuche aus der Distanz. Tübingen dagegen blieb in der ersten Hälfte ohne erfolgreichen Dreier bei ebenfalls acht Versuchen.

Die Tigers hatten in der Defensive große Probleme, rotierten immer wieder falsch, sodass Bamberg ungleiche Duelle kreierte: Sharrod Ford gegen Cameron Wells oder Philipp Neumann gegen Josh Young nutzten ihre Größenvorteile zu einfachen Punkten. Mit einem 6:0-Lauf zu Beginn des zweiten Viertels vergrößerte Bamberg den Tigers-Rückstand auf 14:31. Tübingen kniete sich nun zwar richtig rein, doch bis zur großen Pause waren die Sieges-Hoffnungen der Tigers-Fans beim 29:44 eher theoretischer Natur.

Doch das Team von Trainer Igor Perovic kämpfte sich wieder in die Partie hinein, verkürzte den Rückstand im dritten Viertel auf weniger als zehn Punkte. Young und Lischka verwandelten die einzigen Tigers-Dreier der gesamten Partie zum 39:48, Bambergs Gipson konterte allerdings ebenfalls aus der Distanz und Young schied mit seinem fünften Foul frühzeitig aus. Trotzdem gaben sich die Tigers noch nicht geschlagen, vor allem Lischka stemmte sich mit allem, was er hatte, gegen die Niederlage. Doch Bamberg zeigte einfach keine Schwäche: Beim Stand von 43:56 hatte Tübingen den letzten Angriff des dritten Viertels, Redding wurde von Sharrod Ford aber gnadenlos geblockt.

Damit gab Ford die Richtung vor für die letzten zehn Minuten – und sorgte mit seinem Tip-In zum 63:45 für den Favoriten schon für so etwas wie eine Vorentscheidung. Was folgte, war Bamberger Schaulaufen, bei Tübingen durften in den letzten Minuten auch Ruben Spoden und Youngster Julian Albus aufs Parkett. Die Fans feierten ihr Team trotzdem – gegen einen so übermächtigen Gegner verzeiht das Publikum auch eine klare Niederlage.

Die Spieler hatten allerdings schon zu kauen an der dritten Pleite im vierten Heimspiel. „Ich bin sehr frustriert, ich habe meine Teamkameraden im Stich gelassen, dabei habe ich mich diese Woche sehr gut gefühlt und gut trainiert“, sagte Center Frease. „Mein ganzes Leben lang habe ich unterm Korb gepunktet, und jetzt plötzlich nicht mehr – ich muss mehr in die Trainingshalle gehen.“ Auch Vaughn Duggins war alles andere als zufrieden: „Sie haben mich sehr gut verteidigt, ich war irgendwann erschöpft“, sagte der 24-Jährige, der wie schon gegen Würzburg erneut ohne Punkte nach dem Seitenwechsel blieb. Doch Duggins richtete den Blick nach vorne: „Wir haben schließlich gegen die Champions verloren, darüber sollten wir nicht zu viel nachdenken“.

Tigers-Trainer Perovic nahm seine Spieler in Schutz, stellte sich speziell hinter Frease: „Er ist erst 22, für einen Rookie ist es normal, Höhen und Tiefen zu haben. Im Basketball geht es um Selbstvertrauen, das hatte er heute nicht – natürlich erhoffen wir uns mehr von ihm.“ Ein Sieg über den Meister ist für Tübingen ohnehin kein Muss, die Tigers müssen ihre Punkte in anderen Spielen holen. „Um gegen Bamberg zu gewinnen, musst du schon einen großartigen Tag erwischen – und dann ist es noch wichtig, wie du ins Spiel startest“, sagte Perovic. „Heute hat ihre Qualität entschieden.“

Der Meister ist eine Nummer zu groß für die Walter Tigers
Nicht zu fassen: Bambergs Casey Jacobsen lässt sich von Cameron Wells und Johannes Lischka nicht bremsen. Bild: Ulmer

Bambergs Coach Chris Fleming konnte sich das Lachen nicht verbeißen: Moderator Roland Steck hatte bei der Pressekonferenz gerade gefragt, wie die Bamberger Basketballer trotz des Euroleague-Spiels am Freitag bei Besiktas Istanbul schon am Sonntag in Tübingen wieder so frisch auftreten konnten. „Sie haben unsere zweite Halbzeit gegen Besiktas nicht gesehen, oder?“, fragte Fleming und klopfte Steck lächelnd auf die Schulter. In Istanbul hatte Bamberg eine kleine Lehrstunde erteilt bekommen – den Ärger darüber ließ der Meister an den Tigers raus. „Wir waren nach dem Freitag schon etwas frustriert“, sagte Flügelspieler Casey Jacobsen, „wir haben heute richtig gut begonnen – aber wirklich stolz bin ich darauf, wie wir in der zweiten Halbzeit gespielt und weiter stark verteidigt haben.“

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26.11.2012, 12:00 Uhr

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