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Der Mensch kommt, Tiere sterben aus
Die Modellrekonstruktion eines Dachzitzenzahn-Elefanten und eines Furchenzahn-Riesengürteltiers in der Karlsruhrer Ausstellung. Foto: dpa
Paläontologie

Der Mensch kommt, Tiere sterben aus

Das Naturkundemuseum im Karlsruhe geht den Veränderungen in Amerika vor 12 000 Jahren nach.

06.04.2017
  • DPA

Karlsruhe. Eine Sonderausstellung des Naturkundemuseums Karlsruhe beschäftigt sich seit heute mit den Wegen des Menschen nach Amerika und dem gleichzeitigen Aussterben großer Tiere wie Mammut, Riesenfaultier und Säbelzahnkatze. Es sei die erste große Schau zu dem Thema in Europa, teilt das Museum mit. Titel: „Amerika nach dem Eis – Mensch und Megafauna in der Neuen Welt.“

Die Kuratoren, darunter der Paläontologe Eberhard Frey, gehen der Frage nach, wann und wie die Menschen nach Amerika kamen und was das mit dem Verschwinden vieler Tierarten zu tun hat. „Das ist bis heute nicht geklärt“, sagte Museumsdirektor Norbert Lenz.

Die Schau folgt der Bering-Landbrücke bis hinunter nach Feuerland. Dabei werden Fundstücke von 1927 gezeigt, unter anderem eine steinernen Pfeilspitze zwischen den Rippen eines heute ausgestorbenen Bisons bei Folsom im US-Bundesstaat New Mexico. Das war der Beweis, dass es dort altsteinzeitliche Jäger gegeben hat. Lenz: „Darüber war vorher ein halbes Jahrhundert lang gestritten worden.“

Amerikas Tierwelt war vielfältig. Das zeigen 300 Fossilien und Skelette, Schädelabgüsse und riesige Komplett-Rekonstruktionen ausgestorbener Tiere aus eigenen Beständen und von etwa 20 ausländischen Leihgebern. Darunter Modelle des Dachzitzenzahn-Elefanten sowie eines Furchenzahn-Riesengürteltiers.

Viele Großtiere, oft als „Megafauna“ bezeichnet, sind in Amerika vor rund 12 000 Jahren ausgestorben. Als Grund dafür vermuten die Forscher aus Karlsruhe eine Kombination aus Klimaveränderung und Jagd. Jüngste Forschung zeigte aber, dass der Zusammenhang zwischen Vordringen des Menschen und dem Aussterben der Tiere deutlicher sei der mit dem Klima, sagt Lenz.

Von den Völkern Feuerlands zeugen im Naturkundemuseum noch einige Schwarz-weiß-Porträts des Priesters Martin Gusinde, der zwischen 1918 und 1923 Feuerland bereiste. Die weißen Siedler haben sie nahezu ausgerottet. dpa

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06.04.2017, 06:00 Uhr

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