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Auch ohne Zelt viel Publikum

Der Musikverein Nellingsheim feiert 50. Tälesfest

NELLINGSHEIM (rum). Beim ersten Tälesfest 1958 spielte der Musikverein noch selber. Die Rote Wurst kostete 1,60 Mark, wie die Halbe Bier. Die Zeiten sind zwar vorbei, doch achtet der Verein immer noch auf günstige Preise. Heuer veranstaltet er sein erfolgreiches Tälesfest zum 50. Mal.

16.05.2007

Am 1. Mai 1958 sammelte sich der 15-köpfige Musikverein auf dem Nellingsheimer Dorfplatz, gab unter Leitung von Dirigent Heiner Ruf ein paar Stücke zum Besten und marschierte dann hinunter ins Rommelstal. Hinter den Musikern ging der Gemischte Chor und ein Gutteil der rund 300-köpfigen Bevölkerung des damals noch selbständigen Ortes.

Grund für den festlichen Umzug war die Einweihung eines kleinen Sträßchens, das zwischen Nellingsheim und Wolfenhausen links in den Wald abbog, hinab ins Täle. Dort unten spielte der Musikverein, der damalige Bürgermeister Jakob Katz hielt eine Ansprache, der Gemischte Chor sang. Später gegessen, getrunken und getanzt. Vier Kisten Sprudel wurden verkauft, wie Vorstand Dieter Hähnle in den alten Büchern las. Freilich gab‘s auch Bier und Wurst.

Der Musikverein nahm diese Veranstaltung als Startschuss und organisierte auch in den beiden folgenden Jahren ein Fest im Rommelstal – damals das einzige in der Gegend. Rasch etablierte es sich zum Ausflugsziel. Schon im dritten Jahr verkaufte der Verein 1500 Rote Würste. Nun war so viel Betrieb, dass die Musiker nicht mehr selbst auftreten konnten, sondern mit anpacken mussten, um die Besucher zu versorgen. Damals wie heute verzichtet der Verein auf ein Zelt. „Das ist ein Landschaftsschutzgebiet. Wir wollen da kein Zeltfest. Wenn es regnet, muss man zu uns eben einen Schirm mitnehmen.“

Allerdings zeigte sich bald, dass der 1. Mai kein optimaler Termin war, wie Ehrenvorstand Willi Kannwischer erzählt, der seinerzeit bereits als Aktiver dabei war. Der Verein verschob sein Fest im vierten Jahr auf Christi Himmelfahrt, um es bei widriger Witterung notfalls am Sonntag nachholen zu können. Ein Konzept, das sich nicht bewährte. „Die Leute, die an Himmelfahrt auch bei schlechtem Wetter zu uns kommen, erwarten Bewirtung“, sagt Kannwischer. Viele Familien kämen ja schon in der zweiten oder dritten Generation, meint Hähnle, zumal die Kinder dort unten am Wasser spielen können. „Da empfiehlt es sich halt, einen extra Satz Klamotten mitzunehmen.“

Die Kapellen traten anfangs auf einer eigens errichteten Tribüne auf. Doch Auf- und Abbau wurden bald zu aufwändig. Deshalb grub der Verein von Hand eine Naturbühne ab. „An Pfingstmontag war das“, erinnert sich Kannwischer. Im Lauf der Jahrzehnte kamen noch etliche Neuerungen dazu. So hat der Verein unter dem Platz Leitungen für Wasser und Strom gelegt. Zwar müssen Notstromaggregat und Trinkwasser am Vatertag runter geschafft werden, doch lässt sich dann die Infrastruktur nutzen. Mitte der Achtziger Jahre entstand ein Rückhaltebecken für sämtliche Abwässer. Die werden nach dem Fest abgepumpt und entsorgt. Laut Hähnle versucht der Verein auch sonst, das Täle das ganze Jahr in gutem Zustand zu halten, Hecken zu schneiden und Beiwege zu richten. Nach jedem Fest wird großflächig aufgeräumt.

In guten Jahren, wenn das Wetter mitspielt, kommen bis zu 3000 Besucher ins Rommelstal, darunter viele Auswärtige. Die Fahrmöglichkeiten sind begrenzt. Bis unten darf mit dem Auto nur fahren, wer kleine Kinder dabei hat oder gehbehindert ist. Alle anderen müssen oben in Nellingsheim an der Straße parken. Oder man parkt bei der Obernauer Rommelstalhalle und spaziert in etwa 20 Minuten talaufwärts zum Festplatz. Die meisten kommen aber ohnehin gleich gewandert oder geradelt. 2003 zählte der Verein den Tag über 900 Räder.

Das Programm bestreiten seit Jahren befreundete Vereine. Diesmal spielen ab 11 Uhr die Musikvereine aus Obernau, Weitingen und Wachendorf.

Der Musikverein Nellingsheim feiert 50. Tälesfest
Noch in ihren alten Uniformen spielten die Nellingsheimer Musiker 1958 beim ersten Tälesfest, der Dirigent Heiner Ruf stammte aus Weiler und bekam von jedem Aktiven ein Honorar von einer Mark.

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16.05.2007, 12:00 Uhr

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