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Der Pulsschlag aus Stahl machte ihn berühmt
Wird heute 60: Herbert Grönemeyer. Foto: dpa
Herbert Grönemeyer feiert heute seinen 60. Geburtstag - Durchbruch mit "4630 Bochum"

Der Pulsschlag aus Stahl machte ihn berühmt

Das 1984 erschienene Album "4630 Bochum" markierte den musikalischen Durchbruch Herbert Grönemeyers. Heute feiert Grönemeyer, der längst als Doyen des deutschen Pop gilt, seinen 60. Geburtstag.

12.04.2016
  • RICHARD HEISTER, AFP

Berlin. Auch wenn Grönemeyer in dem Song "Bochum, ich komm aus Dir" singt - geboren wurde der Sohn eines Ingenieurs und einer Krankenschwester in Göttingen. Nach dem Umzug der Familie nach Bochum besuchte er dort das Gymnasium und machte 1975 Abitur - nachdem er zuvor bereits die Musik für ein Beatles-Musical am Bochumer Schauspielhaus geschrieben hatte.

Dessen damaliger Intendant Peter Zadek holte den jungen Grönemeyer nach dem Gymnasium als musikalischen Leiter an seine Bühne. In diesen Anfangsjahren sammelte Grönemeyer auch bereits Erfahrungen als Theaterschauspieler - unter anderem an den Schauspielhäusern Bochum, Hamburg und Köln sowie am Staatstheater in Stuttgart. Obwohl er nie Schauspielunterricht gehabt hatte, schaffte er Ende der 70er Jahre auch den Sprung zum Film. Seinen endgültigen Durchbruch als Schauspieler feierte Grönemeyer 1981 in Wolfgang Petersens U-Boot-Drama "Das Boot": Der Streifen wurde ein Welterfolg, und Grönemeyer kam durch seine Rolle als Kriegsberichterstatter Leutnant Werner schlagartig zu großer Popularität.

Was "Das Boot" für die Karriere Grönemeyers als Schauspieler bedeutete, war drei Jahre später das "Bochum"-Album für den Musiker: Die Platte erreichte eine verkaufte Auflage von mehr als 2,5 Millionen - vor allem wegen des Megahits "Männer", der dem Mann mit dem eigenwilligen Tanzstil und der gepresst nuscheligen Stimme endgültig einen Platz unter den populärsten deutschen Musikern sicherte.

Von nun an eilte Grönemeyer in Deutschland von Triumph zu Triumph, von einem Erfolgsalbum zur nächsten Erfolgstournee - bis ihn 1998 zwei Schicksalsschläge zu einer Schaffenspause zwangen. Innerhalb weniger Tage starben Grönemeyers älterer Bruder Wilhelm, ein Galerist, und die Frau des Sängers, Anna Henkel-Grönemeyer. Die Trauer um seine Ehefrau verarbeitete Grönemeyer später in seinem Album "Mensch", das vielen als das Meisterwerk des Musikers gilt. Die CD brach alle bisherigen Verkaufsfrekorde und wurde 2003 mit dem "World Music Award" ausgezeichnet.

Auszeichnungen erhielt Grönemeyer freilich auch für seine humanitäres Engagement. Der Vater zweier Kinder ist seit 2005 gemeinsam mit dem Verband Entwicklungshilfe Träger der Aktion "Deine Stimme gegen Armut" - im Juli 2005 trat er mit vielen anderen Künstlern beim Live-8-Festival in Berlin auf, das sich für einen Schuldenerlass für die ärmsten Länder Afrikas einsetzte. Anfang Oktober 2005 nahm das US-Magazin "Time" Grönemeyer wegen seines Engagements in die Liste der "European Heros 2005" auf - gemeinsam mit 36 weiteren Europäern.

Und auch in der aktuellen Debatte um Rechtspopulismus und Fremdenfeindlichkeit bezog Grönemeyer wiederholt klar Position. So im Januar 2015, als er in Dresden vor rund 22000 Menschen bei einem Bürgerfest auftrat. Er habe Verständnis für Politikverdrossenheit, sagte Grönemeyer damals vor seinem musikalischen Auftritt. " Alles "Gestammel von Überfremdung" sei nichts anderes als "kalte verbale Brandstiftung".

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12.04.2016, 06:00 Uhr

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