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Auf dem Reutlinger Opa-Ticket zum Landtagsmandat?

Der SPD-Landesvorsitzende Nils Schmid tritt im neuen Wahlkreis 60 an

Bei der Landtagswahl im März 2011 will der SPD-Landeschef Nils Schmid in Reutlingen ein Mandat erringen. Gestern gab der 36-Jährige bekannt, dass er sich zum Kandidat küren lassen will. Eine Entscheidung, die den Betzinger Genossen Thomas Keck zurückzucken ließ.

05.02.2010
  • Matthias Stelzer

Reutlingen. Dass Nils Schmid (Bild) schon länger auf der Suche nach einem vermeintlich sicheren Startplatz für die Landtagswahl war, ist kein Geheimnis, wir berichteten am Dienstag. Die Reform des Wahlprozederes – bisher gab die absolute Stimmenzahl den Ausschlag, welcher Bewerber in einem Regierungsbezirk zum Zug kam, künftig zählt das bessere Prozentergebnis – zwang den 36-Jährigen, seinem bisherigen Wahlkreis Nürtingen den Rücken zu kehren. Denn schließlich will die Partei ihren baden-württembergischen Youngster auch künftig im Parlament haben.

Eine Tatsache, die Nils Schmid bei seiner kurzfristig anberaumten Pressekonferenz im Reutlinger SPD-Büro so formulierte: „Ich hätte in Nürtingen gerne nochmals um das Mandat gekämpft. Es gibt aber auch eine Verantwortung gegenüber der Gesamtpartei.“

Dass Schmid dabei aufs frei gewordene Reutlinger Ticket setzt, erklärte er nicht nur mit den günstigen politischen Rahmenbedingungen, sondern auch mit seinen persönlichen Verbindungen zu Reutlingen und in die Region Neckar-Alb hinein. „Mein Opa kommt aus Reutlingen und ich habe einen Teil meiner Kindheit hier verbracht“, sagte der 36-Jährige. Und zum Kinderarzt sei er auch noch in die Stadt gekommen, als seine Eltern längst aus Reutlingen weggezogen waren. Außerdem arbeite sein Bruder bei einem hiesigen Automobilzulieferer. Schmid: „Reutlingen ist ganz selbstverständlich ein Teil meiner Heimat.“

Dass er sich der „Stadt und dem Voralbland“ verbunden fühle, ließ der sozialdemokratische Landeschef per Brief auch seine „Genossinnen und Genossen des Landtagswahlkreises Reutlingen“ wissen. Darin heißt es dann auch: „Selbstverständlich ist für mich,dass ichundmeine Familieauch nach Reutlingen ziehen werden.“

Reutlingens Kreisvorsitzender Sebastian Weigle, der Schmid bei der Pressekonferenz zusammen mit seiner Tübinger Kollegin Dorothea Kliche-Behnke einrahmte, begrüßte die Kandidatur: „Wir freuen uns sehr, dass so ein Schwergewicht bereit ist, bei uns anzutreten.“ Wann genau sich Schmid in Reutlingen meldete und ob schon vor der Gründung einer so genannten Findungskommission klar war, dass der Landeschef seinen Hut in den Ring werfen wird, sagte Weigle nicht. Nur so viel: „Es gab da in den letzten Wochen einige Gespräche – mit mehreren Personen.“

Nominieren will die SPD am 16. April. Vor dieser Wahlkreisversammlung will sich der Chef der Landespartei noch bei den Ortsverbänden vorstellen. „Auch wenn ich am Bewerbungsschluss der einzige Kandidat sein sollte, werde ich es mit diesen Vorstellungen sehr genau nehmen“, sagte Schmid – wohl in der Überzeugung, dass ihm die Parteiräson in die Karten spielt.

Tatsächlich zog Betzingens Bezirksbürgermeister Thomas Keck am Nachmittag seine Bewerbung zurück. „Ich habe kürzlich auf TAGBLATT-Anfrage auch mein Interesse am Reutlinger Mandat bekundet. Und ich denke, dass ich als ein in Stadt und Region tief und weit über die Partei hinaus verwurzelter Mensch das Vertrauen vieler Wählerinnen und Wähler errungen hätte“, sagte Keck. Und: „Aber natürlich sehe ich das Interesse der Landespartei, ihren Vorsitzenden wieder in den Landtag zu bringen. Das muss auch mein Interesse als Mitglied der Partei sein.“

Der 46-Jährige wird aufgrund dieser Situation „eigene Ambitionen zurückstellen“. Keck: „Das fällt mir nicht leicht, weil es vermutlich meine einzige Chance gewesen wäre, etwas anderes als Kommunalpolitik zu machen. Man mag es als meine persönliche Tragik ansehen, dass meine Partei mir das zufügen muss. Das sage ich nicht ohne Bitterkeit.“

Der SPD-Landesvorsitzende Nils Schmid tritt im neuen Wahlkreis 60 an

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05.02.2010, 12:00 Uhr

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