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Er möchte einen Unterschied machen

Der Sansibarer Mussa Khamis Mussa unterstützt die Hirschauer Organisation „Go for Zanzibar“

Ehemaliger Fußballnationalspieler Sansibars und nun Projektmanager: Seit einem Jahr ist Mussa Khamis Mussa bei der Organisation „Go for Zanzibar“ (Goza) aktiv und unterstützt aktuell die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins in Deutschland und Tübingen.

15.08.2014
  • Luis Keppler

Hirschau. Mussa Khamis Mussa beschreibt sich selbst als einen Menschen, der hart gearbeitet, aber auch Glück im Leben hat. „Ich habe alles, was man braucht“, sagt er. „Essen, Trinken, Gesundheit.“ Weil vielen Menschen in seiner Heimat Sansibar dieses Glück nicht widerfahre, fühle er sich in der Verantwortung, seinen Landsleuten zu helfen.

Seit einem Jahr ist Mussa als Projektmanager für Goza aktiv. Den Kontakt zu Goza bekam er über seine Schwester, die als Zahnärztin für die Organisation tätig war (das TAGBLATT berichtete). Mit seinem Engagement, seiner Popularität und als Übersetzer ist er aus dem Team um die Vorstände Antje Fleischer und Mario Müller nicht mehr wegzudenken.

Aufgewachsen ist Mussa Khamis Mussa in Makunduchi und Stone Town auf Sansibar. In den 1970er Jahren war er aus politischen Gründen mehrfach inhaftiert. Er flüchtete nach Dänemark, erhielt die dänische Staatsbürgerschaft und lebt mittlerweile die eine Jahreshälfte in Kopenhagen und die andere auf Sansibar. Sansibar besteht aus den beiden Hauptinseln Pemba und Unguja sowie mehreren Nebeninseln, die vor der Küste im Indischen Ozean liegen. 1964 wurde Sansibar mit dem Festland Tanganjika zusammengeschlossen, woraus die Vereinigte Republik Tansania entstand. Mussa Khamis Mussa sieht sich als Sansibarer und nicht als Tansanier. Auch wenn es auf wirtschaftlicher Ebene sinnvoll sei, wäre ihm ein Verhältnis lieber, das die Unabhängigkeit und konstitutionelle Eigenständigkeit Sansibars vorsieht.

„Ich merke den Erfolg unserer Arbeit an der Dankbarkeit der Menschen“, sagt Mussa. „Es berührt mich sehr, dass Menschen den weiten Weg aus Deutschland freiwillig und ehrenamtlich nach Sansibar kommen, um Leuten, die sie überhaupt nicht kennen zu helfen“, begeistert er sich für die Arbeit des Vereins.

Natürlich erzeuge ihre Arbeit eine Abhängigkeit der Menschen, aber langfristiges Zeil sei es, Kinder und Jugendliche dazu zu bringen, dass sie selbständig und ohne Hilfe auskommen. Aber dazu müsse erst eine Grundlage geschaffen werden. Bei alten Leuten zum Beispiel lasse sich eine gewisse Abhängigkeit allerdings nicht vermeiden.

Zu den größten Herausforderungen bei seiner Arbeit gehört vor allem das Bewältigen infrastruktureller Probleme auf Sansibar. Während auf dem Festland innerhalb der letzten Jahre vielerorts ein gutes Verkehrsnetz entstanden ist, erschweren auf den Inseln schlecht ausgebaute Verkehrswege den Transport von Mensch und Material. So sei es oft schwierig, ältere Menschen und Bewohner außerhalb der Stadt zu erreichen. „Die Menschen brauchen eine helfende Hand und am besten auch die von ortsansässigen Helfern.“ Mussa betont, dass er kein Geschäft mit der Hilfe machen will. „Ich möchte die Arbeit von Goza ausbauen, aber dazu braucht es Spenden.“ Und sollten die Helfer nicht irgendwann „arbeitslos“ werden? „Ja“, antwortet er lachend, „dann kann ich ausruhen, aber das wird noch hundert Jahre dauern.“

Bei aller Energie, die Mussa Khamis Mussa in das Projekt steckt, wirkt er mit 69 Jahren noch kräftig und lebendig. Nicht zuletzt ein Resultat seiner Vergangenheit als Nationalspieler Sansibars. Der Sport habe ihn das Prinzip des „Ujamaa“ gelehrt – in Tansania eine Bezeichnung für Familien- und Gemeinschaftssinn. Freundschaft habe er erfahren, aber auch Toleranz und vor allem Disziplin sind wichtige Werte, die Mussa durch den Fußball vermittelt wurden.

Der Sansibarer Mussa Khamis Mussa unterstützt die Hirschauer Organisation „Go for Zanzibar“
Die „gute Seele“ von Goza: Mussa Khamis Mussa. Bild: Keppler

„Go for Zanzibar“ mit Sitz in Hirschau wurde 2010 von Antje Fleischer und Mario Müller gegründet. Die unabhängige Organisation hat auf Sansibar Projekte mit Schwerpunkten in verschiedenen Bereichen und arbeitet mit lokalen Organisationen zusammen. Neben medizinischer Grundversorgung stehen vor allem Bildungsprojekte im Vordergrund. Es arbeiten ausschließlich ehrenamtliche Helfer vor Ort, die ausgebildet sind und Erfahrung in ihrem Berufsfeld mitbringen. Um Goza zu unterstützen kann man hier spenden:
Kreissparkasse Tübingen
Konto: 333 37 74
BLZ: 641 500 20
Mehr Infos gibt es unter:
www.goforzanzibar.org

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15.08.2014, 12:00 Uhr

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