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Einmal kitzeln, bitte!

Der Spieltrieb aus der Hirnrinde

Schlecht drauf? Wie wäre es mit einer Runde Kitzeln? Egal wie man sich abmüht – das funktioniert nicht. Individuum hin oder her, der Mensch ist und bleibt ein soziales Wesen. Und wie zum Tango so auch zum Kitzeln – ohne Partner kommt man da nicht wirklich voran.

03.11.2017

Von Joanna Stolarek

Foto: ©4PM production/Shutterstock.com

Berlin. Warum Solo-Kitzeln nicht geht, untersuchen Forscher schon länger. Der Biologe Michael Brecht von der Berliner Humboldt Universität kam dem Rätsel ein Stück näher. Er fand nämlich mit Hilfe einer Reihe von Experimenten an Ratten, die ähnlich wie Menschen reagieren, heraus: Kitzeln sei ein Trick des Gehirns, „damit Individuen miteinander spielen“.

In der so genannten Körperfühlhirnrinde gebe es Zellen, die stark auf die Tastreize antworten. „Die machen sozusagen das Zusammenschalten von Berühren und Lachen, das Kitzeln, so ausgezeichnet“, sagt der Wissenschaftler. Wenn wir uns selber berühren, würde dieser Bereich sich aber abschalten. Wir brauchen also einen Spielkameraden. Und je verspielter man ist, desto kitzeliger ist man auch. Je kitzeliger, desto verspielter – und desto sozialer.

Ob angesichts dieser Erkenntnis findige Personalchefs die Bewerber beim Vorstellungsgespräch erstmal durchkitzeln, um herauszufinden, ob sie gut zum Team passen, ist nicht bekannt. Man könnte aber im Privaten versuchen, sich über Kitzeleinheiten zu nähern. Unterhaltsam wäre es allemal.

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Erstellt:
3. November 2017, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
3. November 2017, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 3. November 2017, 06:00 Uhr

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