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Der Stiftungsrat folgt der Empfehlung des Orchesters und stimmt für den 33-jährigen Amerikaner
Strahlten gestern nach der Wahl um die Wette: OB Barbara Bosch, der neue Chefdirigent Fawzi Haimor und WPR-Intendant Grube. Bild: Haas
Fawzi Haimor ist Chefdirigent der Philharmonie

Der Stiftungsrat folgt der Empfehlung des Orchesters und stimmt für den 33-jährigen Amerikaner

Der Stiftungsrat musste gestern Abend im Studio der Württembergischen Philharmonie nicht lange tagen, dann drang Applaus aus dem großen Saal: Das Gremium bestellte Fawzi Haimor zum Nachfolger von Ola Rudner und folgte damit einstimmig der Empfehlung des Orchesters.

20.12.2016
  • Uschi Kurz

„Unsere Erwartungen sind alles andere als bescheiden“, betonte die Stiftungsvorsitzende Barbara Bosch, als sie danach den neuen Chefdirigenten der Öffentlichkeit präsentierte. Man erwarte von ihm nicht nur, dass er das Orchester weiter entwickle, er müsse auch musikalisch neue Impulse setzen und er müsse das Publikum für sich einnehmen. „Fawzi Haimor“, so zeigte sich die Oberbürgermeisterin überzeugt, „ist jemand, der diese Erwartungen in besonderer Weise erfüllt“.

Die Begeisterung des Orchesters hat der 33-jährige Amerikaner mit den libanesisch-philippinischen Wurzeln bei der Arbeit für das Sinfoniekonzert vor zwei Wochen gewonnen. Er sei sehr glücklich, betonte auch WPR-Intendant Cornelius Grube, „einen Dirigenten gefunden zu haben, der eine so breite Mehrheit im Orchester hat“.

Anders als bei der Wahl von Ola Rudner vor acht Jahren wurde diesmal auf eine Ausschreibung verzichtet. Gleichwohl, so Grube, habe es viele Interessenten gegeben. Schließlich wurden 18 Bewerber eingeladen, 7 kamen in die engere Auswahl „und mit vieren wurde verhandelt“. Haimor erfülle alle Kriterien. Er sei der jüngste Dirigent, den die WPR jemals hatte und passe zum jungen und internationalen Image des Orchesters. Um zu gewährleisten, dass die Arbeit des Chefdirigenten über die Saison 2020/21 – da feiert die WPR ihr 75-jähriges Bestehen – hinausgeht, wurde Haimor nicht wie seine Vorgänger nur auf drei, sondern gleich auf vier Jahre verpflichtet: „Mit der Option auf Verlängerung.“

Haimor habe nicht nur beim Sinfoniekonzert überzeugt, so Grube, sondern davor schon ein Schulkonzert dirigiert und dabei gezeigt, dass er sehr viel Erfahrung im „Educationbereich“ mitbringe. Und die Jugend als Publikum zu erschließen, das ist seit langem erklärtes Ziel der WPR. Dass der neue WPR-Chef die Kommunikation mit dem Publikum suche, daran hatte auch Grube keinen Zweifel, zumal dies von Dirigenten in den USA bereits viel stärker erwartet werde als hier in Europa.

Und was sagt der Neue selbst, der bereits begonnen hat, Deutsch zu lernen? Es sei eine große Ehre für ihn nach Reutlingen zu kommen. Haimor schwärmt geradezu von der ersten Zusammenarbeit mit den exzellenten Reutlinger Musikern. Er verspüre hier eine wunderbare Inspiration und verspricht nichts geringeres als: „Wir werden das Reutlinger Publikum und die internationale Musikwelt begeistern.“ Dabei könnten seine multikulturelle Herkunft durchaus Einfluss auf das Repertoire haben. Er wolle, so Haimor, auch jungen Komponisten aus dem Nahen Osten eine Plattform bieten.

Und was hält er von seinem neuen Arbeitsplatz, der Stadthalle? Das sei ein so schönes Gebäude mit einer tollen Akustik. Was ihn aber am meisten begeistert, war das volle Haus und das Publikum: „Die lieben ihr Orchester.“

Kurz-Vita des neuen Chefdirigenten

Fawzi Haimorwurde 1983 in Chicago geboren und wuchs im Nahen Osten und im San Francisco auf, wo er zur Zeit auch lebt. Haimor absolvierte zunächst ein Violinstudium. Nach Bachelor-Abschlüssen in Musik und Neurobiologie, entschied er sich für eine Laufbahn als Dirigent. In den letzten Jahren debütierte Haimor erfolgreich in den USA und in Europa. Sein Repertoire umfasst Werke der deutschen Spätromantik sowie russische und amerikanische Komponisten des 19. und 20. Jahrhundert. Haimor ist außerdem von zeitgenössischer Musik begeistert und kann sich durchaus auch einmal ein Crossover-Konzert mit HipHop in der Stadthalle Reutlingen vorstellen.

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20.12.2016, 01:00 Uhr

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