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Missionar in Sachen Fußball

Der Tübinger Jonathan Schwarz fährt zur Weltmeisterschaft nach Brasilien

Fußball als Ersatz-Religion? Der Tübinger Theologiestudent Jonathan Schwarz reist mit der christlichen Organisation „Sportler ruft Sportler“ zur Weltmeisterschaft nach Brasilien.

17.06.2014
  • Hansjörg Lösel

Tübingen. Jorginho war der Erste, es folgten Zé Roberto, Lucio oder auch Cacau: Brasilianische Fußballer glänzten in der Bundesliga nicht nur mit Toren, sondern erst recht hinterher beim Jubeln. Unterm Trikot kam dann meist ein T-Shirt zum Vorschein, auf dem die Stars ihrer Liebe zu Jesus Christus Ausdruck verliehen. Über den Fußball Kontakte aufbauen und über den Glauben sprechen – das ist auch das Motto eines Austauschprogramms der christlichen Organisation „Sportler ruft Sportler“. Eine brasilianische Mannschaft war in den vergangenen Wochen in Deutschland, am 24. Juni startet der Gegenbesuch nach Recife. Mit dabei unter anderem der Tübinger Theologiestudent Jonathan Schwarz: „Die Begeisterung für den Fußball zu erleben und gleichzeitig die Möglichkeit, missionarisch tätig zu sein – das hat mich fasziniert“, sagt der 20-Jährige.

Ex-Bundesligaprofi Mineiro als Reiseleiter

Der Fußball wird im Mittelpunkt der Brasilien-Reise stehen, doch Schwarz erhofft sich, „hinter die sozialen Konflikte zu schauen, das ist mehr als eine normale Touristenreise.“ Das Team von SRS wird in der Gegend von Recife im Nordosten des Landes, einer der ärmsten Regionen Brasiliens, soziale Projekte besuchen, an Kinder-Programmen und Fußball-Turnieren teilnehmen – geplant sind aber nicht nur Besuche bei Public Viewings, sondern auch in einem Knast.

Als Kontaktperson ist ein prominenter Ex-Kicker dabei: Der 38-jährige Carlos Luciano da Silva, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Mineiro, war einst bei Hertha, Schalke und Chelsea aktiv und inzwischen SRS-Mitarbeiter. „In Brasilien ist er ein Superstar, weil er 2007 die Copa America gegen Argentinien gewonnen hat“, sagt Schwarz. In der 16-köpfigen Delegation aus Deutschland ist auch Andreas Scheuermann, ein Tübinger Kommilitone von Schwarz. Der ist überzeugt: „Glaube und Sport ist untrennbar“. Durch den Sport, diese Erfahrung hat der ehemalige Vereinsspieler schon auf den Amateur-Plätzen seiner Heimat gemacht, seien Gespräche möglich, „die man sonst so gar nicht führen könnte“.

Beim FSV Preußen Bad Saarow kickte der aus Brandenburg stammende Schwarz 13 Jahre als Vereinsspieler. Nach einer Verletzung ist die aktive Karriere allerdings vorbei – außerdem konzentriert sich der 20-Jährige nun ganz aufs Theologie-Studium in Tübingen. Beruflich könnte er sich später „etwas im sportmissionarischen Bereich“ vorstellen, in Brasilien kann er da Erfahrungen sammeln.

Bei seinem Weltmeister-Tipp hält es Schwarz aber nicht mit Brasilien: „Ich tippe auf Argentinien oder Italien, Brasilien wird Dritter.“ Und die Deutschen? „Da sehe ich Probleme mit den klimatischen Bedingungen.“

Der Tübinger Jonathan Schwarz fährt zur Weltmeisterschaft nach Brasilien
„Glaube und Sport ist untrennbar“: Der Tübinger Theologiestudent Jonathan Schwarz.Privatbild

Der Tübinger Jonathan Schwarz fährt zur Weltmeisterschaft nach Brasilien

Die christliche Organisation „Sportler ruft Sportler“ (SRS) wurde 1971 von Helmfried Riecker gegründet. Neben der Betreuung von Sportlern und deren Umfeld im Profi- und Hochleistungsbereich bietet SRS Trainingslager sowie Sportler-Bibelkreise an und unterstützt Gemeinden beim Aufbau sportmissionarischer Dienste. Bei der Non-Profit-Organisation mit Hauptsitz in Altenkirchen (Westfalen) sind knapp 50 Mitarbeiter angestellt, bundesweit engagieren sich rund 600 Ehrenamtliche. Vier Mal jährlich erscheint das SRS-Nachrichten magazin „EinSatz“. Im Vorstand von Sportler ruft Sportler ist als Geschäftsführer der aus Kusterdingen stammende Bernd Breitmaier, ein früherer Mittelstreckenläufer. In Altenkirchen betreibt die Organisation außerdem ein Sport- und Seminarhotel.

Weitere Informationen im Netz:
www.srsonline.de/

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17.06.2014, 12:00 Uhr

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