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Anschlussunterbringung: Bezugsfertig im Oktober

Der Umbau der Reutlinger Ypern-Kaserne ist in vollem Gange

Spätestens Mitte Oktober sollen die Arbeiten im Gebäude 40 der Ypern-Kaserne im Ringelbach abgeschlossen sein. Nach dem Umbau des ehemaligen Mannschaftsquartiers werden dort 65 Flüchtlinge, darunter auch einige Familien, einziehen.

19.08.2015
  • Maik Wilke

Reutlingen. Eine dünne Staubschicht liegt auf dem Boden, Elektrokabel hängen aus ihren Büchsen heraus und Bleistiftmarkierungen zieren die Wände. Nägel, Leitern und Werkzeugkasten liegen in den Fluren verteilt: Noch sehen die beiden oberen Geschosse im Gebäude 40 der Ypernkaserne im Ringelbach nicht nach einer gemütlichen Unterkunft aus. Doch die groben Arbeiten sind gemacht, erklärt der zuständige Architekt Peter Kautt. Anfang bis Mitte Oktober sollen hier 65 Flüchtlinge wohnen.

Zwei bis vier Personen sollen dann in den 24 Zimmern der städtischen Anschlussunterkunft wohnen. „34 Flüchtlinge leben dann im ersten Obergeschoss und 31 im zweiten“, sagte Peter Gebert, stellvertretender Leiter des städtischen Gebäudemanagements, bei der gestrigen Besichtigung. Im Erdgeschoss sind derzeit bereits knapp 70 Flüchtlinge in der Erstunterbringung des Landkreises untergebracht. Einige dieser Bewohner sollen dann im Oktober vom Erdgeschoss in ein Zimmer der beiden Obergeschosse umziehen, sagt Cordula Walleit vom städtischen Presseamt. Wie viele und welche Flüchtlinge generell in die Anschlussunterbringung kämen, sei aber noch nicht festgelegt.

810 000 Euro kostet der Umbau der ehemaligen Mannschaftsgebäude zur Sammelunterkunft für Flüchtlinge. 285 000 Euro erhofft die Stadt durch Fördermittel beim Land finanziert zu bekommen. Daher habe man die Räume auch so konzipiert, dass pro Asylbewerber zehn bis elf Quadratmeter zur Verfügung stehen (Gemeinschaftsräume eingerechnet) – erst dann ist diese Förderung möglich.

Viel Arbeit machte die Sanierung der Badezimmer: „Wir haben Teile von sanitärer Struktur vorgefunden“, umschreibt Kautt den schlechten Zustand des alten Gebäudes. In Zukunft werden sich hier 15 Männer eine Toilette und ein Urinal teilen müssen, zehn Frauen teilen sich eine Toilette. In den nach Geschlecht getrennten Waschkabinen werden je fünf Duschen und Waschbecken bereitgestellt. Das Parkett musste hier aufgerissen werden, der Boden wird demnächst mit Spanplatten abgedeckt und anschließend gefliest.

Die beiden Küchen werden mit fünf Kochstellen, also Plattenherd inklusive Backofen, ausgestattet. Pro Geschoss käme eine Kochstelle folglich auf sechs Bewohner. Zusätzlich habe jedes Zimmer einen eigenen Kühlschrank, sagt Kautt. Ein Linoleumbelag soll das Reinigen in der Küche erleichtern.

Drei weitere Gebäude werden geprüft

Damit die Unterkunft auch den Brandschutzbestimmungen gerecht wird, wurde an einer Stirnseite der zweiflügeligen Anlage eine Stahltreppe angebracht – ihr Pendant auf der gegenüberliegenden Seite soll folgen. Im Falle eines Brandes hätten die Bewohner dann zwei alternative Fluchtwege.

Die Zimmer werden vor dem Bezug noch neu gestrichen und mit den notwendigsten Möbeln ausgestattet. 48 000 Euro sind für die Ausstattung der beiden Stockwerke vorgesehen. Einen Fernsehanschluss soll es in jedem Zimmer geben, WLAN ist aber nicht vorhanden. Dies sei sehr schade, so Gebert, schließlich sei das Internet für die Flüchtlinge eine gute Möglichkeit Kontakt mit der Heimat aufzunehmen. Zudem befindet sich auf jeder Etage je ein Zimmer für einen Verwaltungsmitarbeiter sowie für den Hausmeister.

Neben dem Gebäude 40 stehen auf dem ehemaligen Kasernengelände noch drei weitere Gebäude leer. Diese seien aber in einem noch deutlich schlechteren Zustand, so Gebert. Sie umzugestalten würde zwar 291 Plätze bringen, die Stadt allerdings 7,5 Millionen Euro kosten. Generell prüfe die Verwaltung gerade 33 mögliche Objekte im Stadtgebiet, darunter auch Privatwohnungen. Wie viele Flüchtlinge im Rahmen der Anschlussunterbringung 2015 noch einen Wohnort finden müssen, ist derzeit noch nicht absehbar.

Der Umbau der Reutlinger Ypern-Kaserne ist in vollem Gange
Das Gebäude 40 der Ypern-Kaserne im Ringelbach wird derzeit kräftig saniert. Im Oktober sollen hier 65 Flüchtlinge einziehen.Bild: Faden

Die Ypern-Kaserne im Ringelbach wurde 1936 errichtet und bis 1992 auch als solche genutzt. Nachdem die Gebäude vier Jahre leer standen, nutzte die Landesverwaltung die Räume von Gebäude 40 ab 1996 bis 2004 zur Prüfungen der damaligen Asylbewerber-Verfahren – danach stand es erneut zehn Jahre leer. Im Sommer 2014 brachte das Landratsamt Reutlingen knapp 70 Flüchtlinge im Rahmen der Erstunterbringung in der ehemaligen Kaserne unter. Künftig werden die beiden Obergeschosse für die Anschlussunterbringung, für die die Stadt Reutlingen zuständig ist, genutzt. Insgesamt wird dafür eine Fläche von 911 Quadratmetern vorbereitet. Bei 65 Flüchtlingen also knapp elf Quadratmeter pro Bewohner. Zwei bis vier Personen werden in 24 Zimmern untergebracht, pro Etage gibt es eine gemeinschaftliche Küche und ein Bad.

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19.08.2015, 12:00 Uhr

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