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Wähle nicht die 112!

Der Unterschied von Rettungs- und Notdienst

Wenn es um ärztliche Konsultationen oder Hausbesuche außerhalb der ärztlichen Sprechzeiten geht, gilt seit Ende Mai auch in Tübingen die bundesweite Rufnummer 116 117. Wer einen Arzt braucht, sollte eben nicht in jedem Fall die 112 wählen.

25.06.2015
  • ust

Tübingen. Ein Kind hat Halsschmerzen mit hohem Fieber und die Eltern fürchten die bevorstehende Nacht. Eine Frau leidet unter einem Harnwegsinfekt; ein Mann glaubt, der Husten hat sich zur Lungenentzündung ausgeweitet. Sind dies Fälle für den Notarzt? Nein, hier ist der ärztliche Notdienst gefordert.

Notärzte kommen bei Unfällen, bei Schlaganfällen und Herzinfarkten, wenn eine schnelle Versorgung und ein Transport ins Krankenhaus (lebens-)wichtig ist. Erkrankungen, für die man zum Arzt ginge, wenn die Praxis noch geöffnet wäre oder bei denen man den Arzt wegen eigener Bettlägerigkeit zu sich nach Hause rufen würde, sind dagegen Fälle für den kassenärztlichen Notdienst. Und der ist seit Ende Mai an die bundesweite Rufnummer 116 117 angeschlossen.

Wer diese Nummer gewählt hat, wird erst einmal per Bandansage gebeten, die eigene Postleitzahl zu nennen. Danach wird der Anrufer an die nächstgelegene Leitstelle des Roten Kreuzes weitervermittelt. Dort heißt es dann: „Sie bekommen einen Rückruf!“ Bald meldet sich dann der diensthabende Arzt und wird abklären, ob auch ein Hausbesuch notwendig ist.

Die neue Notdienst-Nummer 116 117 ist in der Bevölkerung noch nicht richtig durchgesickert. „Notdienst ist nicht gleich Notruf“, betont Notärztin Lisa Federle. Die Notrufnummer 112 gibt es weiterhin, aber sie sollte nur dann gewählt werden, wenn es um Rettung und um schnellen ärztlichen Einsatz geht. Bei gesundheitlichen Problemen, die außerhalb der ärztlichen Sprechzeiten auftreten oder sich verschlimmern, ist die 116 117 dagegen richtig. „Wenn ich zur Bronchitis nach Mössingen fahre,“ so sagt Lisa Federle, „fehle ich beim Herzinfarkt in Dettenhausen.“

Derzeit gingen noch etwa 20 Prozent der Anrufe fälschlicherweise an den Rettungsdienst, weil die Anrufer eben Notarzt mit Notdienst verwechselten. Ohnehin, so die Notärztin, ist die Nummer 112 schon oft überlastet. Denn diese Nummer, so kritisiert die Ärztin, deckt nicht nur den Arzt, sondern auch die Feuerwehr ab. Zwanzig Keller voller Wasser könnten damit verhindern, dass der Notruf eines Schlaganfallpatienten rechtzeitig eingeht.

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25.06.2015, 12:00 Uhr

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