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Der VfL Wolfsburg hat heute bei Real Madrid "alles selbst in der Hand"
Hatten Superstar Cristiano Ronaldo (re.) im Hinspiel gut im Griff: Naldo (li.) und Dante, die beiden VfL-Verteidiger. Foto: dpa
Einmalige Chance

Der VfL Wolfsburg hat heute bei Real Madrid "alles selbst in der Hand"

Bloß keinen Bammel vor dem Hexenkessel Bernabéu: Beim VfL Wolfsburg herrscht angespannte Vorfreude angesichts der Chance, heute Abend bei Real Madrid ins Champions- League-Halbfinale einzuziehen.

12.04.2016
  • DPA

Madrid. Die Taktik für die große Champions-League-Sensation des VfL Wolfsburg bei Real Madrid ist für Dieter Hecking ziemlich simpel: "Gar nicht darüber sprechen", brummte der VfL-Coach vor dem Abflug gestern Morgen aus Braunschweig nach Madrid, wo der Vizemeister heute im Viertelfinal-Rückspiel (20.45 Uhr/Sky) Geschichte schreiben will.

Die Euphorie nach dem nicht für möglich gehaltenen 2:0 im Hinspiel ist riesig, der Glaube an eine Fortführung des größten VfL-Erfolges im Europapokal vorhanden. Das Schlimmste was Hecking nun passieren kann, ist die Angst vor der eigenen Courage aus Ehrfurcht vor dem berüchtigten Estadio Santiago Bernabéu und der hitzigen Atmosphäre. "Wir wissen doch was kommt, das brauchen wir nicht zu thematisieren. 90 000 Zuschauer sind da, die Stimmung wird fantastisch sein. Die werden Real nach vorne treiben", meinte Hecking, der ungewollt seinen Beitrag zum "Mythos Bernabéu" leistete, indem er das Fassungsvermögen des Stadions um 10 000 Menschen erhöhte.

Sportchef Klaus Allofs, der zuvor noch vor der Atmosphäre in Madrid gewarnt hatte, äußerte sich ähnlich: "Wir sind keine blutigen Anfänger, dass wir da mit feuchten Händen Richtung Madrid fahren." Allofs betonte, der Druck laste auf dem großen Favoriten, für Real sei es von "elementarer Bedeutung ins Halbfinale und dann ins Finale zu kommen". Entsprechend erwartbar war die Reaktion der gekränkten Madrilenen vor dem Showdown.

Real sendete beim 4:0 gegen das Team aus Eibar am Wochenende ein Signal der Stärke und danach deftige Worte. "Wir werden aufs Feld laufen, um Wolfsburg zu überrollen", kündigte der Ex-Leverkusener Dani Carvajal martialisch an und der im Hinspiel so böse enttäuschende Superstar Cristiano Ronaldo prophezeite dem Real-Anhang eine "magische Nacht".

Dies wollte Allofs nicht überbewerten: "Das müssen wir nicht dramatisieren. Es wird ein harter Kampf mit allen erlaubten Mitteln, darauf sollten wir vorbereitet sein. Dazu gehört auch, dass man den Gegner einschüchtern möchte." Allofs kennt die spezielle Situation in Madrids Fußball-Tempel aus eigener leidlicher Erfahrung als Spieler und Manager. "Im Bernabéu kann eine Menge passieren, das weiß ich. Da wird auch einiges passieren. Da denkt man jetzt noch gar nicht dran, was da alles passieren kann", warnte Allofs. Die Reaktion der VfL-Profis fiel tollkühn aus. "Wir haben am Mittwoch keinen Respekt gehabt und werden ihn auch am Dienstag nicht haben", tönte Bas Dost etwa. Stürmerkollege André Schürrle prophezeite ein "geiles Spiel" und hielt den forschen Tönen aus Madrid entgegen: "Wir werden um unser Leben rennen." Besonders kämpferisch flog Coach Hecking nach Madrid: "Wir haben die Chance, Real Madrid aus dem Wettbewerb zu werfen. Dafür werden wir alles tun. Ich will ins Halbfinale." Der VfL-Trainer hatte auch noch einen speziellen Gruß an die Skeptiker parat: "Was die Experten sagen, ist mir schnurz-piep-egal."

Der Plan lautet, möglichst ein Tor zu schießen. Dies gelang bislang noch keinem Team in dieser Champions-League-Saison bei Real, das im Wettbewerb bislang alle Heimspiele gewann. "Wenn wir ein Tor schießen, verändert das eine Menge", meinte Klaus Allofs. Laut Schürrle würde es dann gar "brutal schwer für Real. Wir haben eine Top-Ausgangslage und alles selbst in unserer Hand".

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12.04.2016, 06:00 Uhr

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