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Es ist nur ein Song

Der Welthit „Dust in the Wind“ machte die Progressive-Rock-Band Kansas berühmt

Die Rock-Gruppe Kansas kommt Samstag, 26. Juli, nach Seebronn. Gitarrist Richard Williams erzählte dem TAGBLATT, wie der größte Hit der Band aus einem Übungsstück für Akustik-Gitarre entstand.

19.07.2014
  • Martin Zimmermann

TAGBLATT: Passt der Name Kansas nicht eher zu einer Country Band als zu Progressive Rock?

Richard Williams: Bandnamen sind wie Zecken, sie bleiben an dir hängen. Man wächst da hinein in diesen Namen und er wird zu einer Identität. Wir kommen aus Kansas und einige von uns haben in der Kansas Blues Band gespielt. Daher kommt der Name. Wir sind im Mittleren Westen aufgewachsen. Musikalische Wüste. Da nimmt man alle musikalischen Einflüsse mit, die man bekommen kann. Folk, Rock, Blues und eben auch Country.

War es schwierig, ein Publikum für den Progressive Rock von Kansas zu finden?

Das Publikum lechzt doch immer nach Neuem. Einen bärtigen, langhaarigen Kerl mit Geige, der wie ein Derwisch über die Bühne zappelt, kannten die Leute damals nicht. Du musst als Musiker doch immer wieder etwas Neues einbringen. Ich vergleiche uns gerne mit Ian Anderson von Jethro Tull. Bei ihm war es die Querflöte, bei uns war es eben die Geige.

Ihr größter Hit war „Dust in Wind“. Außergewöhnlich ist dabei die Spieltechnik der Gitarre, Fingerpicking mit Wechselbass, das sogenannte Travis-Picking...

Wir spielten in Des Moines, Iowa, und da war dieser Typ, ein lokaler Musiker. Er spielte diese spezielle Technik und brachte sie Kerry Livgren bei. Kerry komponierte dann diese Melodie, um das Travis-Picking zu üben, also nur den Teil für die Akustik-Gitarre. Als Kerrys Frau die Wäsche aufhängte und ihm beim Üben zuhörte, meinte sie, das Stück sollen wir unbedingt aufnehmen. Wir haben es auf den letzten Drücker noch ins Album genommen. Es wurde unser größter Hit.

Wie kam es zum Text?

Kerry las damals ein Buch über die Poesie der Indianer. Daher stammt die Zeile „all we are is dust in the wind“ (etwa: Wir sind nur Staub im Wind)

Es gibt sehr viele Coverversionen des Songs. Welche gefällt ihnen am besten?

Die Scorpions haben eine gute Version. Und sie haben einen ganz eigenen Song daraus gemacht.

Stört es Sie eigentlich, wenn andere Bands Ihre Lieder covern?

Es ist nur ein Song. Es ist nicht so, als ob sie dein Schoßhündchen schlachten. Nein, die anderen Bands covern unseren Song ja mit Respekt. Das ist schon okay.

Sie sind seit 40 Jahren bei Kansas. Wollten sie nie ein anderes Leben?

Ich bin dafür geboren. Ich liebe die guten, wie die schlechten Dinge daran. Nicht nur Proben, Auftritte und Studioaufnahmen, sondern auch die engen Tourbusse und das schlechte Essen an Autobahn-Raststätten.

Warum kein Soloprojekt?

Ich mag es, im Team etwas zu erreichen. Dass jeder in der Band etwas beisteuert. Auch Kompromisse zu machen. Ich hatte nie das Gefühl, alleine erfolgreicher, produktiver oder kreativer Musik machen zu können als mit Kansas.

In den 1980ern, als Kansas in Richtung christliche Rockgruppe driftete, stand der Zusammenhalt der Band mal auf der Kippe.

Kansas war nie eine christliche Rockgruppe. Einige Bandmitglieder konvertierten zu den wiedergeborenen Christen, aber die Band als Ganzes wollte das nicht. Diese Leute haben die Band dann verlassen. Das war eine harte Zeit. Ist aber schon lange her.

Der Welthit „Dust in the Wind“ machte die Progressive-Rock-Band Kansas berühmt
Sie sind Headliner beim diesjährigen Rock of Ages-Festival: die amerikanische Rockgruppe Kansas. Das TAGBLATT unterhielt sich vorab mit Gitarrist Richard Williams (Bildmitte).Bild:Robert Dozier, IMCOM Public Affairs

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19.07.2014, 12:00 Uhr

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