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Stimmen zur US-Wahl

„Der Winter ist da“

Viele Prominente in den USA sind entsetzt über Trumps Wahlsieg. Und manch einer finden harsche Worte.

10.11.2016
  • DPA

Washington. Ungläubigkeit, Frust, Sorge: Zahlreiche Prominente haben entsetzt auf den Sieg von Donald Trump bei der US-Präsidentschaftswahl reagiert. „Dies ist eine beschämende Nacht für Amerika“, schrieb der Schauspieler Chris Evans auf Twitter. „Wir haben einen Hassprediger dazu bestimmt, unsere großartige Nation zu führen. Wir haben einen Tyrannen bestimmt, den Kurs festzulegen. Ich bin am Boden zerstört.“ Sein Kollege Ben Stiller ergänzte: „Ein bizarrer Traum.“

Der Schauspieler John Cusack schrieb: „Die Leute werden bald erkennen, dass es keine Realityshow ist, es ist ein Schlachthaus.“ Paris Jackson, die Tochter von Michael Jackson, twitterte: „Heb‘ die Hand, wenn du das wirklich ununterdrückbare Gefühl in deinem ganzen Körper hast, dass Unheil droht.“ Dazu postete sie ein Emoji, das eine Frau mit erhobener Hand zeigt.

Schon vor Bekanntgabe des Trump-Siegs twitterte Schauspielerin Kristen Bell in der Wahlnacht: „Will sonst jemand kotzen?“ Es sei „unglaublich beängstigend“, erklärte die Schauspielerin und Sängerin Ariana Grande, gefolgt von dem Tweet: „Ich bin am Weinen“. Kollegin Amanda Seyfried schrieb: „Vielleicht sind wir nun am absoluten Tiefpunkt angekommen und es gibt keinen anderen Weg als nach oben.“

„Was für ein Land, wie peinlich, was für ein Land“, schrieb der mexikanische Hollywoodstar Gael Garcia Bernal. Immer wieder hatte Trump angekündigt, eine Mauer an der US-mexikanischen Grenze errichten zu lassen. Sängerin Cher fühlte sich gar an das Deutsche Reich erinnert: „So wie in Deutschland in den 30ern haben Ärger und Wut die USA erfasst.“. Und: „Die Welt wird nicht mehr die Gleiche sein. Mir tut die Jugend leid.“ In ihren Tweets benutzte sie Emojis wie eine Toilette oder Fäkaliensymbole für Trump.

Im Wahlkampf hatte die Demokratin Hillary Clinton deutlich mehr Stars auf ihrer Seite als Trump. Mehrere Promis kündigten sogar an, das Land zu verlassen, falls Trump gewinnt – darunter Sängerin Barbra Streisand und Comedian Amy Schumer.

Das Entsetzen der Clinton-Unterstützer ist nun groß. Statt Siegestaumel gab es Durchhalteparolen: „Ich werde meine falschen Wimpern heute Nacht wegheulen. Uns wird man niemals zum Schweigen bringen“, schrieb Popstar Katy Perry. Der frühere Schach-Weltmeister Garri Kasparow, ein ausgesprochener Trump-Gegner, fasste sich kurz: „Der Winter ist da.“

„Wie werden wir das den nächsten Generationen von Frauen erklären? Und den Minderheiten?“, lamentierte Schauspieler Will Arnett. Die Talkshow-Moderatorin Ellen DeGeneres, eine erklärte Unterstützerin von Clinton, wandte sich direkt an die Demokratin: „Wie auch immer diese Nacht ausgeht, ich bin so stolz auf dich und so geehrt, deine Freundin zu sein.“

Trump hatte weit weniger Unterstützung von Prominenten bekommen – unter anderem aber vom Wrestler Hulk Hogan. „Ich bete für ein hoch erwünschtes Wunder heute Nacht“, schrieb Hogan vor dem Endergebnis.

Hollywoodstar Steven Seagal, der kürzlich die russische Staatsbürgerschaft bekommen hatte, gratulierte Trump auf Twitter, ebenso wie Schauspielerin Kirstie Alley. Sie schrieb: „Du hast es geschafft!“

Das überraschende Ergebnis erinnerte den britischen Entertainer James Corden, der auch im US-TV erfolgreich ist, an das Votum seiner Landsleute für einen EU-Ausstieg. „Brexit feelings“, schrieb er.

Trumps Sieg kann nach Ansicht des in Chicago geborenen Schauspielers Walter Sittler (62, „Der Minister“) auch eine Chance für Europa sein. Der Wechsel biete die Möglichkeit, nicht immer nur nach Amerika hochzuschauen, sondern sich „in aller Ruhe zu emanzipieren“, sagte Sittler. „Wenn Resteuropa das schafft, kann es auch ein Gewinn sein.“ Mit einem Sieg von Trump hatte Sittler, niemals gerechnet. „Aber manchmal tun Amerikaner sowas.“

Für Frederic Prinz von Anhalt (73), den deutschen Ehemann von Hollywood-Diva Zsa Zsa Gabor (99), zieht mit Donald Trump ein Wunschkandidat ins Weiße Haus. „Ich bin so stolz, ich könnte weinen“, sagte der Wahlkalifornier.

Über ein anderes Wahlergebnis freute sich indes Rapper Snoop Dogg: „Wir haben in Kalifornien gerade Marihuana legalisiert.“ Dazu schrieb er als Hashtag: „Raucht jeden Tag Weed.“ Komiker Patton Oswalt kommentierte die Legalisierung Marihuanas mit den Worten: „Wir werden es brauchen.“

Christopher Weckwerth, dpa

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10.11.2016, 06:00 Uhr

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