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Seit Jahren nicht so schlimm

Der Winter setzte Autos, Bussen und Fußgängern zu

Teils geschlossene Schneedecken sogar auf Bundes- und Landstraßen, dazu Salzmangel und ausgefallene Busse im Tübinger Stadtverkehr, glatte Gehwege und rutschiges Kopfsteinpflaster: Der Winter hatte den Kreis Tübingen gestern fest im Griff.

12.02.2010
  • Manfred Hantke Volker Rekittke

Kreis Tübingen. Wie’s läuft im Tübinger Stadtverkehr? „Die Fahrgäste laufen“, sagte gestern Abteilungsleiter Hans-Jürgen Hennig. Seit den frühen Morgenstunden ging auf den Tübinger Bergstrecken nicht mehr viel. Auf den Österberg kamen die regulären Busse der Linie 10 zeitweilig überhaupt nicht hinauf – später wurde ein provisorischer Pendelverkehr mit einem Kleinbus eingerichtet.

„So schlimm war’s seit Jahren nicht mehr“, sagte Hennig: „Wir haben erhebliche Probleme.“ Etliche Haltestellen an Steigungen – etwa Engelfriedshalde, Sternwarte, Winkelwiese – konnten nicht mehr angefahren werden: „Wenn der Bus da stehen bleibt, kommt er nicht mehr weg.“ Die Gelenkbusse auf den Linien 3 und 4 wurden über den Nordring umgeleitet, ausgefallene Fahrten und Behinderungen gab es auch auf anderen Linien. Hennig: „Wir haben die Meldung bekommen: ‚Wir können nicht mehr streuen, wir haben kein Salz mehr.‘“

Ganz so schlimm war’s dann doch nicht, zumindest gestern noch nicht. Die sieben Tübinger Streufahrzeuge waren nach Angaben der Stadt von 4 Uhr früh bis 21 Uhr abends unterwegs: vor allem am Hang und auf den Bus-Strecken. Sie freizuhalten, gelang jedoch nicht immer. Am Abend war der Streusalz-Vorrat, der am Morgen noch im Bauhof-Schuppen im Schwärzlocher Täle lagerte, komplett aufgebraucht – es waren allerdings nur noch 20 Tonnen und nicht 300, wie die Stadt zunächst fälschlich gemeldet hatte. Dabei sei das Salz sogar zu gleichen Teilen mit Split gestreckt worden, so Pressesprecherin Sabine Schmincke. Zum Glück kam gestern Nachmittag noch eine Ladung mit weiteren 20 Tonnen Streusalz in Tübingen an.

Im städtischen Bauhof-Salzlager ist Platz für 700 Tonnen. Im vergangenen Winter reichte diese Menge aus. Diese Saison werde man wohl 1500 bis 2000 Tonnen Streusalz brauchen, so Schmincke.

Um Tübingen herum schien gestern die Situation etwas besser. Die Busse und Züge des Regionalverkehrs Alb-Bodensee (RAB) fuhren ihre Haltestellen im Landkreis laut einer Bahn-Sprecherin mit leichten Verspätungen an. Die Busse hätten alle Linien bedient, Ausfälle habe es keine gegeben.

Auf einer dünnen Schneedecke fuhren die Autofahrer gestern morgen auch auf so mancher Kreis-, Landes- und Bundesstraße. Das für die Räumung dieser Straßen zuständige Landratsamt war seit 3 Uhr in der Früh unterwegs, sagte Pressesprecher Egon Betz. Elf Räum- und Streufahrzeuge waren eingesetzt, fünf vom Landratsamt, die anderen von privaten Unternehmen. Nach einer Prioritätenliste hätten sie die wichtigsten Straßen und Steigungen geräumt und gestreut, doch bei dem gestrigen dichten Schneefall kamen „die Räumfahrzeuge einfach nicht nach“, so Betz. Ihre Runde dauere etwa drei Stunden. Dann fangen sie wieder von vorne an.

Salzknappheit habe das Landratsamt (noch) nicht, so Betz. Es komme „laufend Nachschub“. Bis übers Wochenende halte der derzeitige Salzvorrat „locker“, vielleicht sogar bis Mitte nächster Woche. Das Landratsamt leiste sogar für die Gemeinden etwa einmal pro Tag Amtshilfe. Die Räumfahrzeuge lassen dann das Schneeschild unten, den Salzstreuer offen, wenn sie durch eine Ortschaft zur nächsten Kreis- oder Landesstraße fahren.

Das wird andere Gemeinden freuen. In Mössingen ist bekanntlich das Salz knapp, nur die wichtigsten Straßen, Kreuzungen und Steigungen werden geräumt. Und die Stadt Rottenburg wartet immer noch auf sieben Lastzüge mit Salz aus Haigerloch. 60 Tonnen waren gestern laut des Ersten Bürgermeisters Volker Derbogen noch auf Lager. Auch hier werden ab sofort nur noch die gefährlichen Stellen, vor allem an Kreuzungen und Steigungen, mit Salz gestreut. Busse seien nicht ausgefallen, es habe aber Verzögerungen gegeben, so Derbogen.

Keine Verletzten, nur Blechschäden bei Unfällen

Die Autofahrer passten sich gestern den Straßenverhältnissen im Landkreis an. Trotz der schlechten Witterung notierte die Polizei nur wenige Unfälle – verletzt wurde niemand. So rutschte kurz nach 6 Uhr ein 39-Jähriger mit seinem Sprinter am Kreisverkehr der L 383, Fahrtrichtung Mössingen, auf einen kleinen Laster. Es entstand Sachschaden von knapp 6000 Euro. Gegen 7.30 Uhr war eine Ford Fiesta-Fahrerin auf der B 27 bei Dußlingen in Richtung Tübingen unterwegs. Auf schneeglatter Straße schlitterte die Frau mit ihrem Auto von der Fahrbahn. Auch hierbei gab’s einen größeren Blechschaden.

Weitere Informationen auf www.tuebingen.de/winterdienst.

Der Winter setzte Autos, Bussen und Fußgängern zu
Gestern schneite es den ganzen Tag über – sehr zum Verdruss von Autofahrern, wie hier auf der Kreisstraße zwischen Weilheim und Derendingen. Bild: Metz

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12.02.2010, 12:00 Uhr

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