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Auszeichnung

Der Würdigste unter den Schauspielern

Bruno Ganz hat testamentarisch einen Nachfolger für den Iffland-Ring bestimmt: Jens Harzer.

23.03.2019

Von MATTHIAS RÖDER

Wird Träger des Iffland-Rings: der Schauspieler Jens Harzer. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Wien. Seine Karriere stand anfangs auf der Kippe. Als 19-Jähriger wirkte Jens Harzer auf die Prüfungskommission der Otto-Falckenberg-Schule zu sanft und zu zurückhaltend. Dann nahm der Schauspieler Jörg Hube den jungen Mann aus Wiesbaden unter seine Fittiche und studierte mit ihm die Rolle des St. Just aus „Dantons Tod“. Es klappte – Harzer durfte die Schauspielschule besuchen. Knapp 30 Jahre später ist er auf dem Olymp des Schauspieler-Lebens angekommen: Er ist neuer Träger des Iffland-Rings.

Die auf Lebenszeit vergebene Auszeichnung erhält der „bedeutendste und würdigste Bühnenkünstler des deutschsprachigen Theaters“ auf Lebenszeit. Der im Februar gestorbene Schweizer Schauspieler Bruno Ganz, der den Iffland-Ring 23 Jahre trug, hatte Harzer zu seinem Nachfolger bestimmt. Einem breiten Publikum ist Harzer spätestens seit seiner Rolle als Arzt in der TV-Serie „Babylon Berlin“ bekannt.

Noch vor Ende seiner Schauspielausbildung in München wurde Harzer Ensemblemitglied bei den dortigen Kammerspielen und galt Mitte der 1990er Jahre als aufregendster junger deutscher Schauspieler. Es folgten zahlreiche Engagements auf den Theaterbühnen und immer mehr Angebote, in Kino- und TV-Filmen mitzuspielen. Harzer ist seit 2009 am Thalia Theater in Hamburg und stand in Österreich unter anderem bei den Salzburger Festspielen 2018 auf der Bühne.

Ganz, der im Februar einer Krebserkrankung erlegen war, hatte den Ring einst vom österreichischen Schauspieler Josef Meinrad (1913-1996) zugesprochen bekommen. Er soll zunächst seinen fast gleichaltrigen Bühnenkollegen Gert Voss als Nachfolger bestimmt haben. Voss starb aber 2014. Zum Kreis der Kandidaten waren auch Schauspieler wie Martin Wuttke, Nicholas Ofczarek, Ulrich Matthes, Klaus Maria Brandauer, Lars Eidinger, Joachim Meyerhoff und Ulrich Tukur gezählt worden.

Der Iffland-Ring wird bisher nur an Männer weitergegeben. Dies hatte jüngst das Fachmagazin „Theater heute“ kritisiert. Matthias Röder

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Erstellt:
23. März 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
23. März 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 23. März 2019, 06:00 Uhr

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