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Raubtiere, Esel, kühne Akrobaten

Der Zirkus Crocofant ist zu Gast auf dem Tübinger Festplatz

Das Publikum hielt gebannt die Luft an: Nur von einem Gummiband gehaltene Luftakrobaten, Hochseilartisten und Raubtiere sorgten für Spannung bei der ersten Tübinger Vorstellung.

24.10.2014
  • Nadine Nowara

Tübingen. Die Premierenvorstellung des Zirkus Crocofant am Mittwoch auf dem Tübinger Festplatz begeisterte mit internationalen Artisten und spektakulären Tiernummern. Es waren viele Kinder mit ihren Eltern oder Großeltern gekommen. Sie konnten an diesem grauen Nachmittag in eine bunte, spannende Zirkuswelt eintauchen.

Zum Einstieg gab es gleich eine Löwen- und Tigernummer zu sehen. Yvonne und Knut Muderack hielten die Tiere mit Fleischstücken und Peitschen unter Kontrolle. Es war schon eigenartig und zugleich faszinierend, wie die eigentlich wilden Raubtiere zahm auf Hockern Platz nahmen und brav Hindernisse übersprangen. Ab und zu gaben sie ein Knurren von sich und rüttelten auch ein wenig an den Gitterstäben. Das steigerte die Spannung im Publikum noch. Vor allem die Kleinen fieberten von Anfang an mit.

Nur zwei Bänder boten den Luftakrobaten Yuri Antoniv und Rebecca Shaw Halt. Kein Netz schützte sie vor dem Abgrund. Da die Luftartisten Profis sind, passiert für gewöhnlich nichts. Vor acht Wochen jedoch geschah in Herrenberg ein fataler Absturz. Yuri erlitt verschiedene Knochenbrüche und Rebecca eine schwere Gehirnerschütterung. Aber wer für die Manege brennt, lässt sich von nichts abhalten. Am Mittwoch waren beide wieder in bester Form. Wunderschön anmutig und schwerelos war ihr Flugtanz.

Clown mit kleinem Stachelschweinzirkus

Beim „Speedjongleur“ Cylios Pytlak flogen bis zu zehn silberne Keulen rasant durch die Luft. Ganz locker jonglierte er danach mehrere Hüte und probierte diese währenddessen spielerisch an. Zwischen den Programmpunkten sorgte Clown David – ganz klassisch mit roter Nase und zu großen Schuhen – für Unterhaltung. Er brachte besonders die Kinder zum Lachen. Vor allem sein eigener Stachelschweinzirkus sorgte für Begeisterung. Die putzigen Schweine überquerten einen Hindernisparcour und bewiesen damit, dass auch kleinere Tiere im Zirkus zu beeindrucken vermögen.

Dimitri Delporte, der Hochseilartist, bewies absolute Schwindelfreiheit. So fuhr er mit einem Einrad über das dünne Seil. Als er das Seil blind überquerte, zitterten viele Zuschauer vor Anspannung mit. Mit Marcel Krämer kam Wildwest-Feeling in die Manege. Im Cowboyoutfit brachte er eine Eseldressureinlage. Die Tiere tanzten zum Beispiel Walzer. Das war sehr niedlich anzusehen. Bei der ungewöhnlichen Bisondressur war das Publikum gefragt. Die Kinder in der ersten Reihe durften Brot an die Tiere verfüttern.

Als nächstes zeigte Kevin Probst eine Pferdedressur. In Reih und Glied liefen die stolzen weißen Hengste in verschiedenen Formationen durch die Manege und gaben auch mal den Steiger. Auf dem Seil tanzte Yosvany Rodriguez schwungvoll und leicht, als ob er auf sicheren Boden stünde, Salsa. Es gelang ihm sogar ein doppelter Salto.

Medeley Gonzales brachte ebenfalls vollen Körpereinsatz. Mit ihren Füßen jonglierte sie Fußbälle, während sie mit den Armen Reifen drehte. Die finale Akrobatikdarbietung im spektakulären Todesrad war sehr nervenaufreibend anzusehen. In schwindelerregender Höhe lief Dimitri Delporte in einem riesigen sanduhrähnlichen Rad. Dies machte er sogar teilweise im „Blindflug“ – mit einem schwarzen Tuch über dem Kopf. Als Höhepunkt machte er einen Handstand an der höchsten Stelle des Zeltes – fast direkt unter der Zirkuskuppel. Den besonders frenetischen Applaus hatte er sich redlich verdient.

In der Pause konnte man für zwei Euro Eintritt die Tiere ganz nah in ihren Käfigen draußen bestaunen. Die Pferde durften natürlich auch gestreichelt werden. Nach der Vorstellung gab es die Möglichkeit, auf einem Pferd durch die Manege zu reiten.

Info Der Zirkus Crocofant gastiert noch bis einschließlich kommenden Sonntag, 26. Oktober, auf dem Tübinger Festplatz (Weilheimer Wiesen). Die Vorstellungen sind jeweils um 15.30 Uhr und um 19.30 Uhr. Außer sonntags – da geht es schon um 11 Uhr und um 15.30 Uhr los.

Der Zirkus Crocofant ist zu Gast auf dem Tübinger Festplatz
Zirkus Crocofant bietet allerhand: hier Dimitri Delporte – im „Blindflug“ – auf dem Hochseil. Bild: Sommer

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24.10.2014, 12:00 Uhr

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