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Berat hofft auf Lebens-Hilfe

Der Zweijährige hat angeborene Blutarmut und benötigt eine Knochenmarkspende

Der zweijährige Berat aus Rottenburg leidet an Thalassämie, einer angeborenen Blutarmut. Durch eine Knochenmarkspende könnte Berat geheilt werden. Am 11. Oktober 2014 veranstaltet die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) in der Rottenburger Festhalle eine Registrierungsaktion.

01.10.2014
  • Dunja Bernhard

Rottenburg. Berat wurde mit einem Gendefekt geboren, der dazu führt, dass sein Körper nur fehlerhafte rote Blutkörperchen bilden kann. Seine Erythrozyten zerfallen schneller. Dadurch kommt es zu einer Blutarmut. Um sie auszugleichen, bekommt Berat alle drei bis vier Wochen Bluttransfusionen. „Da ist sehr belastend für ein kleines Kind“, sagt seine Mutter. Außerdem hat Berat eine geringere Lebenserwartung als gesunde Kinder.

Eine Heilung wäre nur durch eine Stammzellenspende möglich. Doch weder unter seinen Verwandten, noch in der weltweiten Knochenmarkspenderdatei konnte bisher ein passender Spender gefunden werden. Deshalb ruft die DKMS gemeinsam mit den Eltern zu einer weiteren Registrierungsaktion auf. Dabei wird nicht nur ein Spender für Berat gesucht. Wer sich typisieren lasse, könne weltweit zum Lebensspender werden, wirbt Maria Schmidt von der DKMS. Die Wahrscheinlichkeit, für Berat als Spender in Frage zu kommen, liegt bei Menschen aus südlichen Ländern, besonders aus der Türkei, höher. „Sie möchte diese Möglichkeit der Stammzellenspende unter ihren türkischen Landsleuten bekannt machen“, sagt Dilek Güney. „Viele wissen gar nichts davon.“

Wer sich als Spender registrieren lassen möchte, muss eine Einverständniserklärung unterschreiben und bekommt dann fünf Milliliter Blut abgenommen. „Das dauert keine zehn Minuten“, sagt Schmidt.

Da die Typisierung jedes potenziellen Spenders die DKMS 50 Euro kostet, ist sie nicht nur auf Blutproben, sondern auch auf Geldspenden angewiesen. Ideal ist es, wenn der Spender diesen Betrag gleich mitbringt. Voraussetzung ist das jedoch nicht. Auch wer kein Geld spenden möchte, kann sich registrieren lassen. Ebenso können Menschen Geld spenden, die sich nicht registrieren lassen möchten. „Jeder Euro zählt“, sagt Schmidt.

An der finanziellen Unterstützung beteiligt sich auch die Volleyballabteilung des Turnvereins Rottenburg (TVR). Sie spendete ein Rolf-Benz-Sofa im Wert von 8500 Euro. Es bot in der vorigen Spielsaison ganz besondere Sitzplätze am Spielfeldrand. Nun soll es meistbietend versteigert werden. Wie das geschehen soll, wird noch bekannt gegeben. TVR-Mittelblocker Felix Isaak spendete in der vorigen Saison Stammzellen, erklärte Trainer Hans-Peter Müller-Angstenberger die Verbindung der Volleyballer zur DKMS. Auch an der Registrierungsaktion für einen erkrankten Judo-Trainer vor einigen Jahren hatte die Abteilung teilgenommen.

Wer sich schon mal typisieren ließ, muss das nicht noch einmal tun, betonte Schmidt. „Seine Daten sind schon in der Datei vermerkt.“

Wie geht es weiter, wenn die eigenen Gewerbemerkmale zu einem Patienten passen? Es gibt zwei Methoden, Stammzellen zu gewinnen. Bei einer peripheren Stammzellentnahme nimmt der Spender über mehrere Tage ein Medikament ein. Dieses stimuliert die Produktion von Stammzellen und deren Abgabe ins Blut. Durch ein spezielles Verfahren werden die Stammzellen aus dem Blut gesammelt und stehen zur Therapie zur Verfügung. Diese Methode wird in 80 Prozent der Fälle angewendet.

In 20 Prozent der Fälle ist eine Knochenmarkentnahme unter Vollnarkose notwendig. Dabei wird aus dem Beckenkamm des Spenders ein Knochenmark-Blut-Gemisch entnommen und dem Patienten übertragen. Das entnommene Knochenmark bildet sich binnen 14 Tagen nach.

Der Zweijährige hat angeborene Blutarmut und benötigt eine Knochenmarkspende
Berat leidet an einer angeborenen Blutarmut. Eine Knochenmarkspende könnte ihn heilen. Privatbild

Rottenburgs Oberbürgermeister Stephan Neher hat die Schirmherrschaft für die öffentliche Registrierungsaktion übernommen, mit der ein/e mögliche/r Spender/in von Knochenmark für den kranken Berat gefunden werden soll. „Werden Sie Stammzellspender!“, ruft Neher auf Plakaten und Flugblättern zum Mitmachen auf. „Auch mit einer Geldspende können Sie helfen.“

Die Registrierungsaktion findet am Samstag, 11. Oktober, von 11 bis 16 Uhr in der Rottenburger Festhalle statt.
Das speziell für diese Aktion eingerichtete Konto bei der VR Bank Steinlach-Wiesaz-Härten lautet: DKMS Spendenkonto IBAN: DE80 6406 1854 0230 5790 00.

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01.10.2014, 12:00 Uhr

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