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Der angeklagte Reutlinger soll Kontakt zu einem katholischen Gemeindereferenten gehabt haben
Symbolbild: Sommer
Missbrauchs-Prozess · Mit gnadenloser Brutalität

Der angeklagte Reutlinger soll Kontakt zu einem katholischen Gemeindereferenten gehabt haben

Schwer zu verkraften war die gnadenlose Brutalität und Menschenverachtung, die in diesen Chats deutlich werden“, sagte gestern am Tübinger Landgericht ein Kriminalkommissar. Im Fall um den 23-jährigen Reutlinger, der unter anderem wegen schweren sexuellen Kinder-Missbrauchs angeklagt ist, hatte der Kommissar einen Chat ausgewertet. Der Reutlinger tauschte sich mit einem Geschäftspartner in Thailand aus.

12.04.2017
  • Madeleine Wegner

„Ein „Big Mafia Business“ habe der Reutlinger aufbauen wollen: 12- und 13-jährige Jungen, möglichst schlank, mit heller Stimme, ohne Schambehaarung sollte der Partner in Thailand besorgen. Dort wollten sie ein „special happy boys village“ einrichten: Entführte Kinder sollten unter Drogen gesetzt, brutal behandelt, eingesperrt und vergewaltigt werden. Videos könne man von den Vergewaltigungen noch machen oder Kinder als Sklaven an zahlungskräftige Männer verkaufen – solche Ideen wurden ausgetauscht.

Zudem soll der Angeklagte seinen Geschäftspartner beauftragt haben, tatsächlich Kinder zu kidnappen. Als Beweis, dass er den Auftrag erfüllt habe, schickte der Mann aus Thailand Bilder und verlangte Geld. Zudem schrieb er, er habe bereits Bauobjekte im Blick, die für den Plan geeignet erschienen. Alles weitere wollten die beiden bei einem persönlichen Treffen in Thailand besprechen. „Es wäre sicher zum Treffen gekommen“, sagte der Kriminalkommissar. Es fiel jedoch aus, weil der Reutlinger im August 2016 festgenommen wurde. Auch mit einem thailändischen Zuhälter soll er gechattet haben und ihn nach Minderjährigen für brutale Sexpraktiken gefragt haben.

Der Angeklagte soll Kontakt zu einem katholischen Gemeindereferenten gehabt haben, der im Kreis Reutlingen für Jugendarbeit zuständig gewesen war. Dieser sei ein Freier des Angeklagten gewesen und habe mit dem jungen Reutlinger auch kostspielige Auslandsreisen unternommen. „Das darf er alles“, sagte der Polizeibeamte. Doch es habe Hinweise auf den Austausch von Kinderpornografie gegeben. Deshalb sei die Wohnung des Referenten untersucht worden. Der Vorwurf des Besitzes kinderpornografischen Materials und des sexuellen Missbrauchs stehen noch im Raum. Der Fall werde gesondert verfolgt und liege derzeit noch der Staatsanwaltschaft vor.

Info Vorsitzender Richter: Armin Ernst, Richterin am Landgericht: Diana Scherzinger, Beisitzer: Simon Müller; Schöffen: Margit Gärtner, Michael Schwarz; Staatsanwältin: Rotraud Hölscher; Nebenklagevertreter: Andrea Sautter, Daniel Heuser; Verteidiger: Achim Unden; Sachverständiger: Stephan Bork.

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12.04.2017, 01:00 Uhr

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