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Der berühmte erste Eindruck
Sehr sorgfältig sollte man beim Zusammenstellen der Bewerbungsunterlagen vorgehen. Foto: © liravega - fotolia.com © lirav
Bewerbung

Der berühmte erste Eindruck

Von der Stellenanzeige bis zum Gespräch kann es ein langer Weg sein. Ausschlaggebend ist, wie man sich präsentiert.

16.11.2016
  • LORENZO ZIMMER

Ulm. Übersichtlich und strukturiert sollte sie sein. Und eine klare Motivation formulieren. Die Qualität einer Bewerbung entscheidet darüber, ob ein Gespräch folgt. Christiane Schullerus-Sixt von der Industrie- und Handelskammer (IHK) rät bei Bewerbungen vor allem zu Höflichkeit und Respekt. Sie hilft im Kreis Böblingen Jugendlichen bei ihren Bemühungen um Ausbildungsplätze.

Neben höflichem Umgang schätzt die Ausbildungsexpertin auch die Bedeutung des ersten Eindrucks als sehr hoch ein. Den hinterlässt man bereits mit der äußeren Form einer Bewerbung: „Sie sollte sauber, gut strukturiert und leicht lesbar sein.“ Kaffeeflecken auf dem Papier sind ebenso ein No-Go wie zu viel Text im Lebenslauf. Nach Erfahrung von Schullerus-Sixt scannen Personalchefs Bewerbungen auf Vollständigkeit: „Man sollte sich deshalb immer vergewissern: Sind meine Kontaktdaten drin? Habe ich alles beigelegt was gefordert war?“ Eine übersichtliche Darstellung (Layout) rundet den ersten Eindruck ab: einheitliche Schriftgröße, ausreichende Abstände, das Hervorheben zentraler Informationen mit Fettungen.

Ebenfalls ins Auge sticht das Bewerbungsfoto. Es sollte von einem Profi gemacht sein. Schullerus-Sixt rät zu einem klassischen Porträt: „Man sollte nicht über beide Ohren grinsen, sondern einfach freundlich gucken.“ Die Bedeutung eines Fotos könne man kaum überbewerten und trotzdem: „Man ist nicht verpflichtet, eines zu schicken.“ Ist der erste Eindruck hinterlassen, geht es weiterhin sowohl um Inhalt als auch um die Form der Bewerbung. Die Expertin rät zu einem gut lesbaren Schrifttyp.

Auf den zweiten Blick zählt der Inhalt: „Gerade im Ausbildungsbereich ist es entscheidend, das eigene Interesse am jeweiligen Berufsfeld in den Vordergrund zu stellen“, sagt Schullerus-Sixt. Wenn ein Bewerber im Gespräch auf die Frage, was er sich unter dem Beruf vorstellt, keine Antwort weiß, ist er so gut wie draußen. Deshalb empfehlen Experten gerade Berufseinsteigern, ein Praktikum zu machen. Die Erfahrungen aus dem praktischen Bereich fließen dann ins Motivations- oder Anschreiben ein und erleichtern auch das Hervorheben der eigenen Stärken.

Hier gilt: Beschreiben statt loben. „Ich bin sehr pünktlich und zuverlässig“ kommt meist schlechter beim potenziellen Arbeitgeber an als „Im Pflegepraktikum fiel mir das Aufstehen sehr leicht, weil ich wusste, dass sich die Patienten auf mich freuen.“

Auch Beschreibungen von Tätigkeiten, etwa im Ehrenamt oder im Sportverein, können dabei helfen, die eigenen Vorzüge in kleine Geschichten zu verpacken: „Wenn ich als Abwehrspieler Teil einer Fußballmannschaft bin, kann ich daran beispielhaft meine Teamfähigkeit verdeutlichen.“ So etwas könne Gold wert sein und deutlich schwerer wiegen als eine schlechte Mathe-Note: „Völlig egal ob CVJM, Pfadfinder, Jugendlager oder Schulorchester. So ergeben sich Themen im Bewerbungsgespräch“, weiß Schullerus-Sixt. Sie rät außerdem, mit Lücken im Lebenslauf eher offensiv umzugehen, als sie zu vertuschen: „Ich würde bei der Wahrheit bleiben.“

Die Zeugnisse der letzten drei Berufstätigkeiten sollte man unbedingt beifügen. Auch die Zeugnisse fachfremder Praktika können mitgeschickt werden. Denn darin findet sich zumindest immer eine Bewertung der sozialen Fähigkeiten des Bewerbers und seiner Zuverlässigkeit. Sprachkenntnisse würde Schullerus-Sixt nur nennen, wenn sie auch auf dem angegeben Level vorhanden sind: „Wenn ich was von verhandlungssicherem Englisch schreibe, muss ich damit rechnen, dass das im Gespräch geprüft wird.“

Aus ihrer Erfahrung ist eine Fremdsprache fast immer nur dann als verhandlungssicher zu bewerten, wenn der Bewerber einige Jahre im jeweiligen Land gelebt oder gearbeitet hat. Bei Grundkenntnissen – etwa in Französisch oder Italienisch – müsse man trotzdem damit rechnen, dass der potenzielle Chef stichprobenartig das testet, was er selbst beherrscht. Und das könne auch peinlich enden. Schullerus-Sixt: „Eine Pizza in der Landessprache bestellen können, reicht definitiv nicht.“

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16.11.2016, 06:00 Uhr

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