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Über die Schweiz nach Wiesbaden

Der ehemalige Tübinger TSG-Trainer Andreas Vollmer coacht in der ersten Liga

Was macht eigentlich Andreas Vollmer? Der Rottenburger coachte vor 20 Jahren die Volleyballerinnen der TSG Tübingen in der Ersten Liga – nach mehr als einem Jahrzehnt in der Schweiz ist der 46-Jährige in Wiesbaden gelandet.

19.09.2012
  • hansjörg lösel

Wiesbaden. Keimzelle Tübinger Sportinstitut: Anfang der 1990er Jahre besuchte ein Student aus Rottenburg einen Volleyball-Kurs bei Dozent Jörg Ziegler – der Beginn einer jahrelangen Freundschaft, die heute noch hält: Ziegler ist inzwischen Generalsekretär des deutschen Volleyball-Verbands, Andreas Vollmer coacht seit einem Jahr die Erstliga-Frauen des VC Wiesbaden. „In Tübingen fing alles an – die Bilder hängen noch an der Wand“, sagt der 46-Jährige, den der TAGBLATT-Anruf direkt nach einem Trainingslager mit dem VC Wiesbaden in Tschechien erreicht.

Ziegler holte Vollmer damals als Aktiven vom TV Rottenburg zum Oberligisten VfL Pfullingen und förderte ihn auch beim Einstieg in den Trainerjob. Nachwuchsteams hatte Vollmer („durch mich kam der Hansi Müller-Angstenberger zum Volleyball“) schon beim TVR betreut, doch 1991 rückte der Rottenburger ins Trainer-Team bei den Erstliga-Frauen der TSG Tübingen auf, zunächst als Assistent von Mike Schöps. „Ich habe damals ja noch studiert, das zog sich dadurch alles sehr in die Länge – mein großer Förderer war damals Franz Begov“, sagt der Diplom-Sportpädagoge.

1993/94 wurde Vollmer Cheftrainer bei der TSG Tübingen, die allerdings immer mehr in die finanzielle Schieflage geriet. Ende 1995 kam das Aus, der Verein verabschiedete sich aus der Bundesliga. Vollmer ging in die Schweiz, übernahm die Volleyballerinnen des VC Kanti Schaffhausen. Mit seinem neuen Team holte Vollmer zwei Mal den Schweizer Pokalsieg. „Zwischendurch bin ich für drei Jahre im Jura gewesen“, sagt der Trainer, der aber 2006 von Volley Franches-Montagnes wieder nach Schaffhausen zurück kehrte. Außerdem betreute Vollmer mehrere Nachwuchs- und Stützpunktteams, war zwischendurch sogar Schweizer Interims-Nationaltrainer. „Ich bin halt ein Volleyball-Verrückter“, sagt er. Vollmers Frau Jana und die Tochter leben noch immer in Schaffhausen. Vollmer: „Die Schweiz ist unsere zweite Heimat geworden“.

In Rottenburg leben zwar noch seine Eltern, dennoch reicht es nur selten zu einem Besuch. Die Entwicklung beim Männer-Erstligisten TV Rottenburg und den in die zweite Liga aufgestiegenen Volleyballerinnen vom Tübinger Modell verfolgt Vollmer aber auch aus der Ferne genau. „Ich hätte diese sensationelle Entwicklung für unmöglich gehalten“, sagt der 46-Jährige und erinnert sich an den Beinahe-Kollaps vor 20 Jahren mit der TSG: „Damals hieß es, in Tübingen sei kein Spitzensport möglich.“

Der ehemalige Tübinger TSG-Trainer Andreas Vollmer coacht in der ersten Liga
Zeitreise: Der Volleyball-Trainer Andreas Vollmer als Antreiber des VC Wiesbaden – und 1991 kurz vor seinem Einstieg bei den Erstliga-Frauen der TSG Tübingen. Bilder: Gottwald, Mozer (Archiv)

Der ehemalige Tübinger TSG-Trainer Andreas Vollmer coacht in der ersten Liga

In Wiesbaden wird derzeit eifrig gebaut. Für 50 Millionen Euro entsteht eine Volleyball-Halle, die 2500 Zuschauer fassen soll. Außerdem werden in dem Komplex am Rheinufer unter anderem Büros, ein Volleyball-Internat und ein Parkhaus integriert. Trainer Vollmer sieht das Wiesbadener Volleyball-Programm auf einem guten Weg: „Als ich vor einem Jahr kam, lag der Volleyball am Boden, wir hatten 400 000 Euro Schulden“, sagt der 46-Jährige, „jetzt geht es darum, Impulse zu setzen, mit der Jugend zu arbeiten, ein Internat aufzubauen – das mache ich gerne, deshalb kann ich mir vorstellen, dass ich hier länger bleibe“. Sein Vertrag beim VC läuft noch bis 2014. Und die kurzfristigen Ziele für die neue Saison? „Wir wollen uns steigern“, sagt Vollmer, der mit Wiesbaden in der vergangenen Saison Platz 5 erreichte und im Playoff-Viertelfinale knapp an Vilsbiburg schweiterte. „Wir wollen weiter aufsteigen – aber nicht zu schnell“, sagt Vollmer, „genauso wichtig ist es, sich zu stabilisieren.“

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19.09.2012, 12:00 Uhr

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