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Der farbenprächtige Haigerlocher Rosengarten lädt zum Sommerbesuch
Hunderttausende von Blüten bei den Rosentagen am 5. und 6. Juli

Der farbenprächtige Haigerlocher Rosengarten lädt zum Sommerbesuch

Barock, Atomkeller, jüdische Kultur: Das geschichtsträchtige Haigerloch hat darüber hinaus auch eine besondere Sehens- und Riechenswürdigkeit zu bieten. Nicht nur die Fliederblüte ist ein Besuchermagnet, sondern auch der Rosengarten mit seiner üppigen Blütenpracht.

23.06.2014
  • Ursula Kuttler-Merz

Haigerloch. Es ist viertel vor acht, und auf den Haigerlocher Rosengarten scheint durch ein paar vom Ostwind hergewehte Wolkenschleier die noch etwas schwächelnd-blasse Morgensonne. Der einzige Mensch zwischen den blühenden Beeten ist Adam in Latzhose und rotem T-Shirt. Er hat alle Hände und den Schubkarren voll zu tun, um für gepflegte Schönheit im duftend-dornigen Paradies zu sorgen. Dann kommt Winfried Werner hinzu, der Gründer und Chef des Haigerlocher Rosengartens: „Wenn einen das Thema Rosen einmal ergriffen hat, dann ist man diesem erlegen!“ gesteht er.

Die Rosenbegeisterung teilt er mit seiner Frau. Die beiden fuhren durch die Bundesrepublik und ins Ausland, um sich Rosengärten anzuschauen und dann selbst einen aufzubauen. Die allerersten Rosen pflanzten die Werners im Jahr 2006, unterstützt mit Tipps von Bernd Weigel, dem ehemaligen Leiter des Baden-Badener Rosengartens. Inzwischen haben sie 10 000 Pflanzen in rund 400 Sorten von Marie Antoinette bis zu China Girl. Und es kommen immer neue hinzu – wie auch bei den Besuchern: Junge und Betagte, Albvereinler, Landfrauen, Literaturfreunde, Kirchenchöre, Obst- und Gartenbauvereine.

Königin der Blumen

Seit der griechischen Antike wird die Rose als „Königin der Blumen“ bezeichnet. Besonders beliebt sind die wundervollen englischen Rosen. Der Züchter David Austin kreuzte moderne Sorten mit stark gefüllten und duftintensiven historischen Rosen, so dass sie jetzt mehrmals im Jahr blühen wie die zartrosa „Queen of Sweden“. Am intensivsten, verrät Winfried Werner, verströmen die Rosen ihren Duft bei 18 bis 20 Grad Wärme: „Dass manche Rosen (scheinbar) net so stark riechet, liegt an unsere Bandscheiben, weil mir nemme so nakommet!“

Zu den französischen Rosen von Züchter Delbard gehört auch die „Koch“-Serie mit der „Eckard Witzigmann“. Nur, so verkündet der Gärtnermeister lachend, „der Paul Bocuse wächst eifach net so recht!“ Eine Besuchergruppe aus dem Elsaß fand dies äußerst frustrierend! Dann nebenan die zweifarbigen französischen Maler-Rosen: „Claude Monet“, die „Henri Matisse“ von 1995 und die „Maurice Utrillo“ mit gefältelten Blüten wie eine Riesen-Nelke. Unweit davon wachsen riesige Kletterrosen in allen Farben um die Wette, und am Zaun entlang machen sich rosa, weiße, violette und zartgelbe Rambler-Rosen breit. Publikumsliebling freilich ist die Beetrose „Heidi Klum“.

Für Rosen-Neuheiten gibt es einen besonderen Platz: Hier finden sich auch die goldgelbe „Hansestadt Rostock“ und die Goldmedaillen-Gewinnerin 2012 „Stuttgardia“. Am anderen Ende des Gartens warten kostbare historische Rosen auf Bewunderung, unter ihnen Kaiserin Joséphines dichtgefüllte zart duftende Rosa Borbonica „Souvenir de Malmaison“. Die rosenverrückte Gemahlin Napoleons ließ ihre Gärtner auf Schloss Malmaison Rosen züchten, die – trotz Kriegs – aus England gebracht wurden. Die alte persische „Rose de Resht“ kann man sogar essen, sie wird auch zur Dekoration von Speisen verwendet.

Uralt ist die wuschelig gefüllte rosafarbene „Quatre Saisons“, möglicherweise stammt diese auch auf alten Gemälden dargestellte Damaszenerrose noch aus der Römerzeit. Aus ihr wird Rosenöl gewonnen – in Bulgarien, Rumänien, im Iran und Irak.

Ein paar Schritte weiter verführen die weißen Gartenstühle im kleinen Pavillon zum Verweilen neben der Rose „Isfahan“. Von hier aus geht der Blick noch einmal über die Rosenbeete in Orange und Schneeweiß, in Pink und zarten Gelbtönen, in hell leuchtendem oder tief dunklem Rot wie auch hinüber zu den dicht berankten Bögen mit ihren Tausenden von Rosenknospen. Demnächst, so verrät Winfried Werner zum Abschied, wird sich dem Rosengarten noch ein Wildrosenbereich am benachbarten Wiesenhang anschließen. Zuvor freilich, am 5. und 6. Juli, laden die Werners noch zu den Haigerlocher Rosentagen ein mit Führungen, Gartenberatung und Verkauf von Rosenstämmchen und Kletterrosen.

Der farbenprächtige Haigerlocher Rosengarten lädt zum Sommerbesuch
Rosengarten Haigerloch: Rosengärtner Adam (mit rotem T-Shirt) und seine Kollegen sind keine Giftspritzer, sondern entfernen das Unkraut von Hand. Was im Bild noch grün aussieht, sind Hunderttausende von prallen Knospen, die den Garten in ein wahres Rosenmeer verwandeln werden. Bilder: Kuttler-Merz

Der farbenprächtige Haigerlocher Rosengarten lädt zum Sommerbesuch
Gärtnermeister Winfried Werner, der Gründer des Haigerlocher Rosengartens, freut sich über die prachtvollen englischen Rosen von Züchter David Austin.

Anreise: Empfohlen wird eine Wanderung oder Radtour ab Rottenburg oder Bahnhof Eyach.
Wer mit dem Bus von Rottenburg anreist, nimmt die Linie 7623. Diese hält in Haigerloch-Oberstadt. Sonntags kann man auch den „Eyachtäler Radexpress“ der Hohenzollerischen Landesbahn benützen.

Der Rosengarten in der Gruoler Straße ist zehn Gehminuten von der St. Anna-Kirche entfernt.
Geöffnet ist er täglich von 8 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit. Der Eintritt kostet 2 Euro.
Führungen: mittwochs 15 Uhr (Voranmeldung 07474 956611), für Gruppen nach Vereinbarung.

Die Haigerlocher Rosentage mit Führungen, Markt und Bewirtung sind am 5./6. Juli.
Infos www.haigerlocher-rosengarten.de

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23.06.2014, 12:00 Uhr

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