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Der fliegende Händler

Zartbittersüße Hymne ans Landleben: Ein junger Mann kehrt nach Jahren in sein Heimatdorf zurück.

Zartbittersüße Hymne ans Landleben: Ein junger Mann kehrt nach Jahren in sein Heimatdorf zurück.

Der fliegende Händler

© null 01:49 min

LE FILS DE L EPICIER
Frankreich

Regie: Eric Guirado
Mit: Nicolas Cazalé, Clotilde Hesme, Jeanne Goupil, Daniel Duval

- ab 0 Jahren

Tagblatt-Wertung

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24.11.2015
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Die Ansprüche an einen Eröffnungsfilm (der Französischen Filmtage) erfüllte „Der Sohn des Lebensmittelhändlers“ zufriedenstellend mit schönen Landschaftsbildern, einer behaglich unterhaltenden Geschichte und einer Prise Belang für den späteren Smalltalk am Buffet.

Erzählt wird von einem mürrischen Stadtmenschen, der nach Jahren in sein so idyllisches wie abgelegenes Heimatdorf zurückkehrt. Er soll der Mutter im Lebensmittelladen aushelfen, nachdem der Vater schwer krank geworden ist. Mit dabei: Seine schöne Nachbarin, die in Ruhe aufs Examen büffeln will. Missmutig nimmt der Heimkehrer die Lieferfahrten in die fast nur noch von Greisen bewohnten Bergdörfer wieder auf. Doch statt wie befürchtet in der Provinz zu versauern, lernt er den ruppigen, aber herzlichen Menschenschlag schätzen – und entwickelt sich zum guten Hirten der Hinterwäldler. Nur die ersehnte Amour mit seiner Begleiterin kommt nicht recht vom Fleck.

Gefällig mischt Regisseur Guirado Zartbitteres mit Süßem, Liebesfreud, Herzschmerz und Familienknatsch, ohne je den Verdacht zu erregen, das Ganze könne unhappy enden. Beiläufig reicht der Blick auch in die Problemzonen des ländlichen Raums: das soziale Veröden der Dörfer, der ökonomische Druck auf die kleinen Lädchen – und wie darunter die privaten Beziehungen leiden.

Guirado, der aus New York zum Festival angereist ist, lebt selbst natürlich in Paris. Nicht aus voller Überzeugung, sondern weil man als junger, noch nicht etablierter Regisseur dort Präsenz zeigen muss, wie er im Interview erklärt. Sein Herz schlägt aber eindeutig für die Ländlichkeit, in der er aufgewachsen ist. Zwar trieb ihn die Liebe zur Kunst nach dem Abitur in die Großstadt, doch bei seinen Spiel- und Dokumentarfilmen hat sich der 39-Jährige immer wieder von seiner „glücklichen Kindheit“ in einem Dorf in den Hochsavoyen inspirieren lassen.

Mit Nostalgie habe das jedoch nichts zu tun. „Als Künstler interessiert mich die Vereinzelung dieser Menschen“ – ähnlich wie beim Maler Edward Hopper, dessen Bilder, was kaum bekannt sei, ebenfalls oft ländliche Motive zeigen. Und auch ein bisschen Politik spielt in „Le fils de l‘épicier“ hinein: Schön wäre es, so Guirado, wenn sich daraus Unterstützung für die fliegenden Händler ergebe, die den in der Einöde Zurückgebliebenen ein Leben in Würde ermöglichen.

Spielplan

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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09.05.2008

12:00 Uhr

Franz schrieb:

Überraschend guter, durchaus ernster Spielfilm über eine unversöhnte Familie, mit schrulligen Gestalten und bezaubernden Landschaftsaufnahmen aus der Rhone-Gegend.



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