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Kriminalistik

Der genetische Fingerabdruck

Der sogenannte genetische Fingerabdruck ist eines der modernsten und erfolgreichsten Instrumente zur Aufklärung von Gewaltverbrechen. Dabei werden Teile der in menschlichen Zellen enthaltenen Erbsubstanz Desoxyribonukleinsäure (DNS, englisch: DNA) untersucht.

15.10.2016
  • DPA

So kann die Identität eines Menschen nahezu zweifelsfrei festgestellt werden. Für eine DNA-Analyse genügen selbst geringste Spuren eines Menschen, etwa von Blut, Haut, Schweiß, Knochen oder Haaren.

Die Technik kann helfen, Verbrechen aufzuklären, die Jahrzehnte zurückliegen. Das Bundeskriminalamt (BKA) weist darauf hin, dass die DNA-Analyse die Arbeit am Tatort und die kriminalistische Ermittlung nicht ersetzen, aber sinnvoll ergänzen kann.

Seit 1998 arbeiten deutsche Behörden mit einer zentralen DNA-Analyse-Datei, die beim BKA eingerichtet wurde und DNA-Identifizierungsmuster in Form von Zahlencodes speichert. Sie enthält mehr als 1,1 Millionen Datensätze, jeden Monat kommen rund 8900 neue hinzu. Seit 1998 wurden rund 230 000 Treffer erzielt.

Der langjährige Rechtsmediziner Wolfgang Eisenmenger glaubt nicht, dass der Zusammenhang zwischen dem Fall Peggy und Uwe Böhnhardt auf eine Kontamination von DNA-Spuren zurückzuführen ist. „Natürlich ist nichts unmöglich, aber mir fehlt die Fantasie zu erklären, wie es dazu hätte kommen sollen», sagte der ehemalige Vorstand des Instituts für Rechtsmedizin der Ludwig-Maximilians-Universität in München. In 40 Jahren Berufserfahrung habe er in Deutschland keinen Fall erlebt, bei dem es zu einer derartigen Kontamination gekommen sei.

Einzig die Verunreinigungen im Fall der Polizistin Michèle Kiesewetter, deren Ermordung den mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos zugerechnet wird, seien vergleichbar. Diese seien aber von der Polizei verursacht worden, nicht von Rechtsmedizinern, sagte Eisenmenger. dpa

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15.10.2016, 06:00 Uhr

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