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In der Tierklinik auf dem Ammerhof kam ein Mini-Pony zur Welt

Der kleine Hengst vom Dackele

Die Mama war am Mittag noch etwas schlapp. Der Sohn aber sprang schon quietschfidel durchs Stroh. In der Nacht auf Freitag brachte die Shetlandstute Dackele ein Hengstfohlen zur Welt. Das kleinste, das jemals auf dem Ammerhof geboren wurde.

28.05.2012
  • Uschi Hahn

Er sieht aus, als ob er für ein kuscheliges Steifftier Modell gestanden hätte: lange Wimpern, entschlossener Blick, wolligweiches Fell. Auch die Größe kommt hin: „Der hat keine 40 Zentimeter“, sagt der Tierarzt Dr. Bernd Biesinger über den Ponyhengst, der am gestrigen Freitag morgens um 1 Uhr im Klinikstall auf dem Ammerhof geboren wurde. Keine 40 Zentimeter! Gerade recht fürs Kinderzimmer also.

Aber anders als Kinder, die in diesem Alter noch weit davon entfernt sind, auf eigenen Beinen zu stehen, tobte der neugeborene Vierbeiner schon zwölf Stunden nach seiner Geburt ganz schön herum in der Box, die er sich mit seiner Mutter teilt. Die allerdings war noch etwas mitgenommen, ließ es aber geduldig geschehen, dass der Kleine immer wieder an ihrem Euter saugte.

Bald schon wird der Winzling seiner Mutter über den Kopf gewachsen sein. Die heißt nämlich nicht nur Dackele, sondern sieht auch so aus: Für ein Shetlandpony hat die Stute ungewöhnlich kurze Beine.

Bei der Geburt hat die zehnjährige Stute ihre Sache aber sehr gut gemacht. „Die war top“, sagt Theresa Hösl. Die 20-Jährige aus Bayern macht gerade ein Praktikum auf dem Ammerhof und will im Herbst hier ihre Ausbildung als Tiermedizinische Fachangestellte beginnen. Sie bekam die Geburt fast live mit. Seit sich der Geburtstermin vergangenen Sonntag durch harzige Tropfen am Euter angekündigt hatte, war Dackele nämlich in einer Überwachungsbox untergebracht. Eine Videokamera zeichnete jede Bewegung der werdenden Mutter auf und übertrug sie auf ein Laptop, das Hösl neben ihrem Bett stehen hatte.

Um 23.30 Uhr war die Praktikantin schlafen gegangen und um 0.45 Uhr wieder aufgewacht. „Da war das Fohlen schon dreiviertel raus“. Von ihrem Zimmer unterm Klinikdach über den Hof bis in den Stall brauchte Hösl nur eine Minute. Doch da war schon alles vorbei: Das Fohlen lag im Stroh und wurde von der Mutter abgeleckt. Als der Hengst zum ersten Mal auf den noch wackeligen Beinen stand, stupste die Ponystute ihn sanft in Richtung Euter. Die perfekte Mama also.

Dass alles so glatt lief, war nicht selbstverständlich. Schließlich hatte Dackele bereits eine Risikogeburt hinter sich, ein weiteres Fohlen war gestorben, kurz nachdem sie es zur Welkt gebracht hatte. „Deshalb war die Stute ja bei uns“, erklärt der Tierarzt den Klinikaufenthalt der Ponystute. Denn anders als bei Menschen ist bei Pferden die Hausgeburt die Regel. Und noch etwas ist bei ihnen anders als bei Menschen: Der Ponyhengst durfte schon am ersten Tag seines Lebens raus zum Spielen. „Wenn‘s heut Abend in der Klinik ein bisschen ruhiger ist, kommt der noch raus auf die Koppel“, sagte der Tierarzt gestern Nachmittag über seinen kleinen Schützling.

Der kleine Hengst vom Dackele
Erst ein paar Stunden alt und schon so mutig: Der neugeborene Ponyhengst in der Ammerhof-Tierklinik mit dem Hund Lenni, der Tierarzthelferin Anke Bauer und seiner Mutter Dackele. Bild: Sommer

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28.05.2012, 12:00 Uhr

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