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Vom Riechen und vom Stinken

Der kleine Vampir und seine peinlichen Verwandten im Wasenwald

Der Gong im Naturtheater hätte zum Beginn des „kleinen Vampirs“ ruhig zwölf Mal schlagen können. Am helllichten Mittag zieht dort das mitternächtliche Grauen auf. Aber Kinder gruseln sich gerne, vor allem wenn es lustig ist.

07.07.2014
  • fk

Reutlingen. Im Wasenwald-Kinderstück erleben sie einen wie sich selbst. Anton Bohnsack (wunderbar gespielt von Felix Dreher), Sohn einer ganz normal-peinlichen Familie, liest zu viel Vampirbücher. Angela Sommer-Bodenburg hat immerhin zwanzig Bände „Der kleine Vampir“ verfasst.

Plötzlich ein Vampir in Antons Zimmer. Aber Rüdiger von Schlotterstein (Oliver Kahlert) ist in freundlicher Absicht gekommen. Die beiden werden Freunde. Das Geheimnis ist, dass Vampire Menschen gerne riechen. Sie schmatzen dann. Aber für Menschen sind Vampire alte Stinker. Sie hausen ja schließlich in muffigen Gruften und haben sich seit Jahrhunderten die Haare nicht gewaschen.

In Antons Zimmer stinkt es jetzt öfter. Seine Mutter wird zum Putzteufel. Noch ein Geheimnis ist, dass auch Rüdiger eine ziemlich peinliche Familie hat. Sein Bruder Lumpi (Heiko Raiser) versucht sich als Death Metal Rocker. Oma Sabine (Silke Bayer) sucht immer ihre falschen Vampirzähne und lispelt so schön dabei. Tante Dorothee (Angela Sauter) ist schick und lüstern, weil sie seit Jahrhunderten keinen Menschen mehr gehabt hat. Da ist noch Rüdigers zahnlose Schwester Anna. Die muss deshalb Milch trinken. „Du siehst zum Fürchten aus, das mag ich an Dir“, sagt sie zu Anton.

Die grauslige Geschichte mit den Körpergerüchen und dem Haarewaschen zieht sich wie ein Running Gag durch das Stück. Einer klagt, dass er immer mit nassen Haaren rumlaufen muss. Er wäscht sich jeden Tag die Haare. Das ist aber so eine Trottelfigur, heißt Schnuppermaul (Dietrich Stoll), der Gehilfe des oberschrägen Vampirjägers Geiermeier (Hartmut Pohnke). Der wäscht sich nur alle 80 Tage die Haare. „Dann hält der Hut auch wunderbar.“

Mit fast zwei Stunden ist „Der kleine Vampir“ für ein Kinderstück ziemlich lang. Bei der fast ausverkauften Aufführung am Samstag, drängelten viele Kinder in der Pause, dass es ja pünktlich zurückging auf die Plätze. Die Inszenierung von Ambrogio Vinella hat Witz und Pfeffer, Anselm Nadjs Musik ist zwischen Disco und Walzer angesiedelt.

Begeisterter Beifall dankte dem sehr inspiriert spielenden Ensemble, natürlich gab es Bravorufe für die drei jungen Hauptdarsteller.

Info: „Der kleine Vampir“ treibt sein Unwesen im Wasenwald bereits am morgigen Mittwoch wieder und zwar um 10 und um 15 Uhr. Danach wird das Stück wochenends gespielt, am Samstag, 12. Juli, Samstag, 19. Juli sowie am Samstag und Sonntag 26. und 27. Juli, jeweils um 15 Uhr.

Der kleine Vampir und seine peinlichen Verwandten im Wasenwald
Zwischen all dem Gegrusele darf auch mal gekuschelt werden: Anton Bohnsack (Felix Dreher, Zweiter von rechts) und die kleine Anna von Schlotterstein (Julia Stirmlinger).

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07.07.2014, 12:00 Uhr

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