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Der mutmaßliche Bankräuber sitzt in Untersuchungshaft
DIeter Walz, Vorstand der Volksk Horb-Freudenstadt, schildert nun den Tathergang. Privatbild
Kriminalität

Der mutmaßliche Bankräuber sitzt in Untersuchungshaft

Dieter Walz, Vorstand der Volksbank Horb-Freudenstadt, schildert nun Details zum Banküberfall in Empfingen am Vorabend von Heiligabend.

28.12.2016
  • Reinhard Seidel

Um 16.52 Uhr betritt am 23. Dezember ein Mann, er trägt laut Polizei einen dunklen Fahrradhelm und ein dunkles Kapuzenshirt, mit Rucksack die Voba-Filiale an der Ecke Haigerlocher-/Dettenseer Straße in Empfingen. Die Bank schließt um 17 Uhr, der Räuber hatte gewartet, bis die letzten Kunden den Schalterraum verlassen hatten. Eine Mitarbeiterin, so Dieter Walz, geht auf ihn zu, fragt, was sie für ihn tun könne. Dieser kontert, das sei ein Banküberfall und er droht damit, eine Bombe im Rucksack zu haben.

Die Angestellte rennt beherzt ins Obergeschoss und löst dort unbemerkt Alarm aus. Der Täter gerät in Panik und sprüht Pfefferspray in Richtung der beiden Servicekräfte hinterm Tresen. Der Mann flieht aus dem Gebäude, er rennt in Richtung Ortsmitte und verschwindet im engen Durchgang zwischen den Gebäuden Faigle. Deshalb vermutet Walz, dass er sein Fahrzeug auf den Parkplätzen zwischen der Dettenseer Straße und dem Krone-Areal abgestellt hatte.

Der Räuber betrat übrigens schon kurz vor halb Eins am Tag vor Heiligabend die Volksbank. Er verließ den Schalterraum aber kurz nachdem er angesprochen worden war. Deshalb so Walz, seien die Mitarbeiter danach etwas „sensibilisiert gewesen“.

Walz erreicht die Nachricht vom Überfall während einer Sitzung in Horb. Er fährt sofort nach Empfingen, wo auch schon Prokurist Frank Prußeit eingetroffen ist. Bis gegen 21.30 Uhr sind die beiden Banker und die Kollegen des Notfallteams in der Filiale Empfingen. Zusammen mit der Polizei sichten sie die Videoaufnahmen und anderes Beweismaterial. Laut Dieter Walz ist der Überfall von Videokameras aus etwa fünf verschiedenen Blickwinkeln aufgezeichnet worden .

Walz lobt die Polizei, die rasch bei der Filiale war. Sie habe auch vor Ort „kompetent reagiert“ und dann ja auch in kurzer Zeit den mutmaßlichen Täter verhaftet. Wobei Walz gestern darauf hinweist, dass es unterschiedliche Meinungen gibt, ob es sich bei dem Festgenommenen tatsächlich um den Räuber gehandelt hat.

Die Pressestelle der Polizei in Tuttlingen ging aber auch gestern davon aus, dass der Festgenommene nach wie vor „dringend tatverdächtig ist“. Die Vernehmungen dauern noch an.

Walz: Ein Überfall ist sinnlos

Der Bankvorstand lobte aber auch die aufmerksamen Passanten, die sich das Kennzeichen des Fluchtautos gemerkt hatten. „Hut ab“, lautet der Kommentar von Walz. Wer die Zeugen waren, wollte Walz nicht sagen.

Walz schließt in sein Lob zudem nicht zuletzt die drei Mitarbeiter ein. Er bedauert, dass der Überfall sie natürlich sehr mitgenommen hat.

Walz widerspricht Informationen der SÜDWEST PRESSE, dass in der Empfinger Filiale ein höherer Betrag zu erbeuten gewesen wäre. Gerade wenn die Schalter keine Vollverglasung besäßen, gäbe es strenge Vorschriften durchs Gewerbeaufsichtsamt. Wenn beispielsweise ein Kunde 10000 Euro einzahle, werde die Summe sofort über einen so genannten Geldeinwurfschacht in einen Tresor befördert. Dieser lasse sich nur mit Zeitverzögerung öffnen. Aus diesem Grunde müsste auch ein Kunde, der eine größere Summe abheben wollte, einige Minuten auf sein Geld warten.

„Wir haben hier wirklich ein gut gesichertes System, ein Überfall macht keinen Sinn. Selbst bei einer Geiselnahme hätte der Täter keinen schnellen Zugriff auf eine größere Summe“, versichert Walz.

Am Heiligabend, so der Pressesprecher der Tuttlinger Polizei, wurde der 57-Jährige aus dem Kreis Reutlingen noch dem Haftrichter vorgeführt. Dieser ordnete seine Unterbringung in einer Justizvollzugsanstalt an.

Die Polizei bestätigte auch, dass das Kennzeichen, das am weißen Mercedes angebracht war, zuvor gestohlen worden war.

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28.12.2016, 01:00 Uhr

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