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Der neue Fünfziger ist da
Die neue Banknote verfügt bei ähnlichem Design wie ihr Vorgänger über verbesserte Sicherheitsmerkmale und wird am 04.04.2017 in Verkehr gebracht. Foto: dpa
Banknoten

Der neue Fünfziger ist da

Der 50er ist der wichtigste Geldschein in Europa. Er wird auch am meisten gefälscht. Der Neue kommt von heute an in Umlauf.

04.04.2017
  • ROLF OBERTREIS

Frankfurt. Es ist die mit Abstand wichtigste Banknote in der Euro-Zone. Ende vergangenen Jahres waren 9,2 Mrd. 50 Euro-Scheine in Wert von 462 Mrd. EUR im Umlauf. Das ist fast die Hälfte aller 20,2 Mrd. Banknoten, wie Bundesbank-Vorstands-Mitglied Carl-Ludwig Thiele sagt. Heute geht der neue 50er in Umlauf, Geldautomaten und Kassen der Kreditinstitute werden mit dem Schein gefüllt. Es wird die größte und umfangreichste Aktion bei der Einführung der neuen Europa-Banknoten-Serie, von denen seit Mai 2013 bereits der 5er, der 10er und der 20er ausgegeben wurden. Heute enthüllt Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), in den Euro-Doppeltürmen vor Journalisten offiziell den ersten neuen 50er. Und die können ihn gleich gegen einen alten tauschen.

2,1 Milliarden Scheine

Allein die Bundesbank hat nach Angaben von Thiele 2,1 Mrd. Scheine drucken lassen. „Die Verteilung ist eine gewaltige logistische Aufgabe“, sagt er. Mit dem Druck der gigantischen Menge von 5,4 Mrd. Scheinen wurde bereits vor einem Jahr in 17 Druckereien in der Euro-Zone begonnen. Seit Juli vergangenen Jahres konnten Banken und Automatenhersteller den neuen 50er leihen, um ihre Geräte umstellen zu können.

Die Verteilung der Scheine erfolgt schließlich vor allem über Geldautomaten und die Kassenschalter von Banken und Sparkassen, die auch die alten Scheine einsammeln. Die bleiben weiterhin gültig. Rund 5400 Tonnen bringen die 5,4 Mrd. neuen 50er auf die Waage, nebeneinander gelegt würden sie eine Fläche von 58,2 Quadratkilometern bedecken. Das wären 8200 Fußballplätze oder beispielsweise die Fläche der Stadt Fürth.

Das Aussehen im Vergleich zum bisherigen Schein ändert sich nur wenig. „Design, wesentliche Bildelemente wie Tore und Brücken und die vorherrschende Farbe braun bleiben in Anlehnung an die erste Banknotenserie erhalten, allerdings sind die Farben kräftiger“, sagt Thiele.

Wichtiger aber als die Zahl der gedruckten Scheine und das Design sind für Thiele und Draghi die verbesserten Sicherheitsmerkmale der neuen 50er, die Fälschern das Leben erheblich schwerer machen sollen. Dazu gehört die Smaragdzahl 50, deren Farbe sich beim Bewegen des Scheins von Smaragdgrün zu Tiefblau ändert und ein auf- und abwandernder Lichtbalken.

Auf der Vorderseite rechts befindet sich ein Fenster mit einem Porträt der Figur Europa, das beim Halten des Scheins gegen das Licht deutlich erkennbar ist. Auf der Rückseite wird darin die Zahl 50 sichtbar. Das Porträt der Europa ist links auf der Vorderseite auch als Wasserzeichen zu sehen. Zu den Sicherheitsmerkmalen gehört auch ein vertikaler Streifen links auf der Vorderseite mit der Abkürzung EZB in verschiedenen Sprachen, die deutlich fühlbar ist.

Vor allem diese Sicherheitsmerkmale sind der Grund dafür, dass der neue 50er in der Herstellung mit zehn Cent pro Schein deutlich teurer ist als der alte, der 6 bis 8 Cent gekostet hatte.

Allerdings ist die erhöhte Sicherheit dringend erforderlich. 50 000 gefälschte 50er wurden im vergangenen Jahr allein in Deutschland eingesammelt, 3500 mehr als ein Jahr zuvor. Das waren 60 Prozent aller sichergestellten Blüten. In der gesamten Eurozone stießen die Fahnder auf rund 294 000 gefälschte 50er, der Anteil an allen Blüten lag hier bei 43 Prozent. Dabei wurden gefälschte 50er auch im Internet zum Verkauf angeboten und mindestens 7200 verkauft. Die Fälscher wurden ausfindig gemacht.

Bis Ende 2018 sollen noch der neue 100 und der neue 200 Euro-Schein eingeführt werden. Die Ausgabe des Fünfhunderters wird Ende nächsten Jahres dagegen komplett eingestellt. Der Grund: Er soll Kriminellen Geschäfte erleichtert haben. Dann gibt es nur noch sechs statt bislang sieben Stückelungen der Euro-Banknoten.

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04.04.2017, 06:00 Uhr

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